Gerlafingen
35 Arbeitsplätze in 2 Jahren - Gerlafinger Montratec AG entwickelt sich prächtig

Nach der Abspaltung von Montech schaffte die Gerlafinger Montratec 35 neue Arbeitsplätze und beschäftigt heute rund 50 Angestellte. Der Geschäftsführer ist zuversichtlich auch im kommenden Jahr weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

Franz Schaible
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Christof Ackermann demonstriert das Monoschienen-Transportsystem (Shuttle rechts im Bild) im Testeinsatz.

Christof Ackermann demonstriert das Monoschienen-Transportsystem (Shuttle rechts im Bild) im Testeinsatz.

Hanspeter Bärtschi

Es ist bekannt: Viele Solothurner Industrieunternehmen schlagen sich auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten bravourös. Besonders positiv arbeitet beispielsweise die Montratec AG in Gerlafingen. Die Herstellerin von Hightech-Transportsystemen für Fertigungs- und Logistikprozesse hat rund 35 neue Arbeitsplätze geschaffen – und dies in bloss zwei Jahren, wie Geschäftsführer Christof Ackermann nicht ohne Stolz erklärt. Zudem sei es gelungen, bereits im zweiten Jahr ein positives Ergebnis zu erreichen. Das Budget sei umsatz- wie ertragsmässig erreicht worden.

Von Montech ausgegliedert

Das schnelle Wachstum war allerdings nur möglich, weil Montratech nicht von null beginnen musste. Denn das verkaufte Produkt unter dem Namen «Montrac» – Ackermann spricht vom «intelligenten Transportsystem für die Vernetzung industrieller Produktions- und Logistikprozesse» – hat sich bereits seit Jahren auf dem Markt behauptet. Montratec entstand auf Anfang 2011 aus dem ausgegliederten Geschäftsbereich «Montrac» der Derendinger Montech AG. Von Montech «zügelten» damals rund 15 Mitarbeitende mit. Insgesamt beschäftigt die Jungfirma heute also rund 50 Angestellte.

An der neuen Gesellschaft mit Sitz in Gerlafingen war die deutsche Schmid-Gruppe von Beginn an als Mehrheitsaktionärin beteiligt. Seit Anfang 2013 sind die Deutschen Alleinbesitzer. Das Familienunternehmen Schmid mit Sitz im nahen Schwarzwald beschäftigt weltweit über 2000 Mitarbeitende und entwickelt und fertigt schlüsselfertige Produktionsanlagen in ihren Hauptbereichen Photovoltaik und Leiterplattentechnik wie etwa auch in der Automatisierungstechnik.

Schweizer Markt im Visier

Für Christof Ackermann, seit Sommer 2012 Geschäftsführer, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. «Wir werden auch im laufenden Jahr weitere Arbeitsplätze schaffen.» Nach einem verhaltenen Start ins laufende Jahr sei man inzwischen wieder auf Budgetkurs. «Die Auftragslage ist gut, und wir haben viele konkrete Anfragen für unsere Systeme in der Pipeline», sagt der erst 32-jährige operative Chef. Er ist gelernter Elektroniker und Absolvent eines Studiums als Systemtechnikingenieur an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Den Exportanteil beziffert er auf über 90 Prozent. Hauptmärkte seien Deutschland, Italien und die USA.

Künftig wolle man unter anderem auch den Schweizer Markt mit vielen potenziellen Kunden stärker betreuen. Denn Ackermann ist überzeugt, dass der Automatisierungsgrad in der Schweizer Industrie erhöht werden müsse, um trotz gewisser Kostennachteile wettbewerbsfähig bleiben zu können. Der eigene Standort Gerlafingen, wo die Entwicklung und die Endmontage angesiedelt ist, stehe nicht zur Diskussion.

Prominente Kundenliste

Eigentlich handelt es sich bei Montratec um ein Ein-Produkte-Unternehmen. Basis ist das Monoschienen-Transportsystem «Montrac», bestehend aus standardisierten Komponenten. Es sei aber modular aufgebaut und deshalb in zig Variationen einsetzbar. Deshalb sieht Ackermann auch kein allfälliges Klumpenrisiko. «Dank der hohen Flexibilität können wir rasch auf Kundenwünsche reagieren.» Zudem sei das Kundenportfolio nach Branchen mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen sehr breit. Es reiche von der Automobil-, Pharma, Halbleiter- Medizinal- über Kunststoff- bis hin zur Elektronikindustrie. Hauptbranche sei Automotive mit rund 20 Prozent Anteil am Gesamtumsatz, den das Unternehmen nicht bekannt gibt. Dieser dürfte sich im tiefen zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Neben der stetigen Weiterentwicklung des aktuellen Systems sei zudem eine zweite Baugrösse geplant, um künftig neue Märkte erschliessen zu können. Offenbar kann Montratec auf dem Markt überzeugen. Die Referenzliste liest sich jedenfalls wie ein «Who’s who?» der Industrie und reicht von ABB, Daimler, BMW, VW, Hörmann bis hin zu Ferrero oder Siemens.

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