Das Blubbern der Achtzylinder und der Duft von katalysatorfrei verbranntem Benzin haben eben schon einen ganz speziellen Charme. Und so breitete sich am Sonntag ein Meer aus Chrom und Blech und glänzendem Lack dort aus, wo man sonst wenig schmeichelhaft von einer Industriebrache spricht. Nach einem Jahr Pause gab es wieder ein «American Live», bei seiner 31. Auflage erstmals auf dem Attisholzgelände in Luterbach.

Und alle sind sie gekommen, die Mustangs und Thunderbirds, die Camaros und Corvettes. «Eigentlich wollten wir ja kleiner werden», sagte Markus Härri, der selber über den Erfolg staunte.

Rund 2500 Oldtimer und etwa 20'000 Besucher schätzte der langjährige PR-Chef der Friday Night Cruisers, der als Ehrenmitglied weiterhin sein Wissen dem beliebtesten Ami-Treffen weit und breit zur Verfügung stellt.

Eine eigene Lebensphilosophie

Im Cabrio bläst die Heizung mit Volldampf an die Füsse und man trägt eine Wollmütze, aber fürs American Live muss das Verdeck runter, wenn sich die Sonne durchzusetzen beginnt. Und dass wohl die meisten der Achtzylinder mit 5,7 oder sogar 7,8 Liter Hubraum ein paar Tropfen Motorenöl auf dem Asphalt hinterlassen, stört hier niemanden, hier, wo während Jahrzehnten tonnenweise Schwefelsäure und die braune Suppe, die bei der Zelluloseproduktion anfiel, in die Aare geleitet wurden. Ein Treffen mit Tausenden Amischlitten ist das Gegenteil von CO2-frei, aber dafür Ausdruck einer eigenen Lebensphilosophie, die auch in der Schweiz viele Anhänger hat.

American Life 2014 in Luterbach

«Wir haben ganz bewusst keine Werbung gemacht und deshalb sind wir total überrascht über den Erfolg», sagte Härri und bat um Entschuldigung für die teilweise langen Schlangen vor den Verpflegungsständen. «Die Leute zeigen Verständnis und es geht sehr freundschaftlich zu und her. Wenn man liest, was bei anderen Grossveranstaltungen los ist, freut uns das erst recht.»

Ein Jahr Pause

Das Jahr Pause sei zur Regeneration genutzt worden. «Wir konnten neue Leute für die Mitarbeit an unserem Anlass gewinnen, was dringend nötig war. Und das Gelände hier in Luterbach ist perfekt», erklärt Markus Härri, selber ein Luterbacher.

«Hier würden wir das American Live gerne auch in den nächsten Jahren wieder durchführen. Wir haben etwa 120 Helfer im Einsatz und werden von der Gemeinde sowie den Vereinen wie dem FC Luterbach oder der Jubla unterstützt. Wir berücksichtigen das Lokale Gewerbe und sehen das Ganze als ein Geben und Nehmen.»