Die Glut im fahrbaren Pizza-Ofen auf dem Sportplatz in Biberist war beim Eintreffen der Jungbürgerinnen und Jungbürger bereits leuchtend rot. Dem eigens kreierten Nachtessen mit den individuellen Zutaten auf dem rund gezogenen Teig stand nichts mehr im Wege. Unkompliziertes Pizzabacken und Plaudern hatten sich die Jugendlichen als Umrahmung beim Ablegen des Amtsgelöbnisses auch heuer gewünscht.

Als nämlich im letzten Jahr das Inserat des Gemeindepräsidiums im Azeiger ankündigte, dass fortan von einer Jungbürgerfeier mangels Beteiligung abgesehen werde, regte sich unter den Jugendlichen Widerstand.

Unter dem Motto «weniger ist mehr», organisierten die jungen Erwachsenen damals eine unkomplizierte Feier auf dem Werkspielplatz. Federführend für die diesjährige Jungbürgerfeier war die Jahrgängerin Jacqueline Mancuso, die auf der Gemeindeverwaltung die Kaufmännische Lehre absolviert. Sie wählte wegen des WM-Fussballspiels Honduras-Schweiz den Sportplatz des FC Biberist als Begegnungsort.

Glück kommt nicht von allein

Inmitten des Fussballplatzes liessen sich die Jugendlichen mit Jahrgang 1996 in den Kreis der stimm- und wahlberechtigten Schweizer Bürger aufnehmen. Gemeindepräsident Martin Blaser erinnerte, dass nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten warteten. «Sie sind nun Teil eines Ganzen. Unterschätzen Sie Ihre eigene Bedeutung nicht», sagte er. Es komme auf jede und jeden an.

«Niemand bringt uns das Glück. Dafür sind wir selber verantwortlich», unterstrich er. «In der Gesellschaft wie am Arbeitsplatz.» Eine intakte Gesellschaft, eine intakte Nation, eine intakte Welt habe man nicht einfach, man müsse sich jeden Tag ein Stückchen darum bemühen. Vize-Gemeindepräsidentin Gabriella Kaufmann überreichte die Verfassung. Plaudernd, Eis lutschend, Erinnerungen austauschend und am Match für die Schweizer fanend, genossen die Jugendlichen den Anlass.