Wisen
«100 Jahre Hauenstein Basistunnel»: Liebe zu Zeiten des Tunnelbaus

Das Freilicht-Musical «100 Jahre Hauenstein-Basistunnel» hat am Freitag im «Chänel» Premiere. Es handelt von der Liebe zwischen der Tochter eines Steinbruch-Besitzers und einem jungen italienischen Arbeiter.

Beat Wyttenbach
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Letzte Probe im Steinbruch Chänel: Regisseurin Dagmar Elgart (links) kitzelt das Letzte aus ihrer Schauspieltruppe heraus.

Letzte Probe im Steinbruch Chänel: Regisseurin Dagmar Elgart (links) kitzelt das Letzte aus ihrer Schauspieltruppe heraus.

Bruno Kissling

Die Vorbereitungen für das Freilicht-Musical «100 Jahre Hauenstein-Basistunnel» sind in vollem Gang. Letzten Freitag wurden die fragmentarisch eingeübten Szenen erstmals zusammengesetzt.

Kernthema ist eine Liebesgeschichte zwischen der Tochter des Steinbruch-Besitzers und einem jungen italienischen Arbeiter, der beim Bau des Eisenbahn-Basistunnels zwischen Trimbach und Tecknau BL seinerzeit mitgewirkt hatte.

Geschrieben hat das Stück der Wisner Landwirt Thomas Nussbaumer vom Zwillmatthof, Regie führt Dagmar Elgart.

Jubiläumsausstellung inspirierte

Wie kam es dazu? Den Anstoss, ein Festspiel zu inszenieren, hatte Urs Ramseier, Präsident des Trimbacher Kulturvereins Forum vor anderthalb Jahren gegeben. Dies im Zusammenhang mit der zu Beginn dieses Jahres im Trimbacher Mühlemattsaal gezeigten Ausstellung zum Thema ‹100 Jahre Hauenstein-Basistunnel›, erzählt Nussbaumer.

Entsprechend habe er die Idee gehabt, ein Freilichtspiel im Steinbruch Chänel ausgangs Wisen Richtung Zeglingen BL zu inszenieren. Aus diesem Steinbruch hatte man seinerzeit rund 12 000 Kubikmeter Material für den Bau des Basistunnels beschafft, erklärt der Autor.

Im Januar hatte er das Stück fertiggeschrieben. Seit dem 1. Mai, 30 Schauspielerinnen und Schauspieler am Üben; tageweise und szenenweise. Sie sind alle zwischen 8 und 50 Jahre alt. Rund die Hälfte stammt aus Wisen; hinzu kommen einige Profi-Schauspieler und Auswärtige.

Inzwischen ist auch die Kulisse im Steinbruch aufgebaut: Eine gedeckte Tribüne mit neun Sitzreihen, wo 250 bis 300 Personen Platz finden, erlaubt einen guten Ausblick auf die Orte der Handlung: Das Wohnhaus des Steinbruchbesitzers auf der linken Seite, die Wohnbaracke der Italiener, ein bisschen das «Tripoli» in Trimbach symbolisierend, ganz rechts, und in der Mitte der Steinbruchhang mit einem für die Schauspieler angelegten Weg.

Der Hang wird in der Mitte mit einer Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Tunnelbauer und Mineure, geschmückt. Die Tribüne und die beiden Holzhäuser hat Nussbaumer zusammen mit Hanspeter Gysin, einem befreundeten Landwirt und Zimmermann aus Zeglingen, in Eigenregie gezimmert. Für die Technik zuständig ist Gabriel Nussbaumer.

Tüchtig Werbung macht schon mal Wisens Gemeindepräsident Matthias Geiger, Patronatsträger des Festspiels, im Vorwort zum Programmheft: «Haben Sie sich bereits einmal überlegt, wer Ihnen diese gemütliche Tunnelfahrt ermöglicht hat? Menschen, die im Schweisse ihres Angesichts und unter widrigsten Umständen Schwerstarbeit geleistet und sich Zentimeter um Zentimeter durch den Berg gekämpft haben. Menschen, die in ärmlichen und einfachsten Verhältnissen lebten und im ungesunden, feuchten und staubigen Tunnelklima ‹krampfen› mussten. Menschen, die daran früh gealtert sind und das Ziel ihres Werkes, eine gemütliche Fahrt durch den Tunnel, wohl selber gar nie erlebt haben. Diese Menschen (...) haben unseren allergrössten Respekt verdient.»

Aufführungen Freitag, 23./30. August
sowie 6. September; Samstag, 24. und 31. August, jeweils 20 Uhr; Sonntag, 1. September, 14 Uhr. Reservation: Telefon 062 293 52 43 oder zwillmatt@bluewin.ch.
Weitere Informationen: www.zwillmatt.ch