Bereits seit mehreren Wochen hält nun die Dürreperiode in der Region an. Die Bäche und Flüsse führen so wenig Wasser wie noch nie zu die-
ser Jahreszeit. Sehr zum Ärger der Stromproduzenten: «Unsere Flusskraftwerke produzieren zurzeit zwei Drittel weniger Strom als in einem normalen Jahr», erklärt Alpiq-Mediensprecher Andreas Werz. «Wir mussten sogar einzelne Turbinen abstellen.» Die Abflussmengen bei den Aare-Kraftwerken (vier befinden sich auf Kantonsgebiet) liegen laut Werz im ersten Quartal 2011 sogar noch 25 Prozent unter denjenigen im Rekordhitzesommer 2003. Für das Elektrizitätsunternehmen Alpiq bedeutet das massive finanzielle Einbussen. Zahlen will Werz nicht nennen, aber: «Bis wir diese Ausfälle aufgeholt haben, braucht es einiges – und eben endlich lang andauernde Niederschläge.»

Auch für die Bauern wird die Lage langsam ungemütlich. «Praktisch alle Kulturen leiden unter der Trockenheit», sagt Peter Brügger, Sekretär des Solothurnischen Bauernverbandes. «Das Ausmass werden wir aber erst bei der Ernte sehen.» Zu erwarten sind Mindererträge bei Mais, Getreide und Kartoffeln. Beim Futterbau sind die negativen Auswirkungen der Trockenheit bereits jetzt sichtbar: Beim Gras war der erste Schnitt deutlich geringer und der zweite Aufwuchs ist schlechter.

Trinkwasser als kostbares Gut

Auf einige Bauern kommt weiteres Ungemach zu: «Regnet es in den kommenden Tagen nicht ausgiebig, müssen wir die Entnahme von Wasser aus den Bächen einschränken oder verbieten», sagt Christoph Dietschi vom Amt für Umwelt. Betroffen wären rund 15 Gemüsebauern im Kanton, die zum Bewässern ihrer Kulturen Wasser aus den Bächen pumpen. «Noch ist die Situation nicht kritisch», betont Dietschi. «Die Mindestrestwassermenge wird überall übertroffen.» Ein Entnahmeverbot droht zum Beispiel an Dünnern, Bibernbach und Mittelgäubach.

Auch für die Fische verschlechtert sich die Situation, sie ist aber noch nicht kritisch, sagt Dietschi. «Es ist genug Wasser vorhanden, allerdings steigen allmählich die Wassertemperaturen. Wir verfolgen deshalb die Situation genau.» Ebenfalls noch nicht dramatisch sei die Situation bei der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. «Man sollte aber sparsam mit dem Wasser umgehen.»