Zuchwil
Wasserverbund zwischen Zuchwil und Solothurn macht absolut Sinn

Der Gemeinderat Zuschwil hat den Grundsatzentscheid getroffen, einen Wasserverbund mit Solothurn zu realisieren. Nun muss noch Solothurn einwilligen.

Rahel Meier
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Ein Wasserverbund soll zwischen Solothurn und Zuchwil her

Ein Wasserverbund soll zwischen Solothurn und Zuchwil her

Limmattaler Zeitung

In Solothurn muss ein neues grösseres Reservoir gebaut werden. Die Sanierung und Erweiterung des bestehenden Reservoirs Steingruben wäre zu aufwendig und betrieblich nicht ideal. Gemeinsam mit Zuchwil könnte, mit der Mitbenützung des Reservoir Bleichenberg, eine ideale Lösung gefunden werden. Dadurch würde das neue Reservoir in Solothurn redimensioniert und das Reservoir Gisihübeli stillgelegt.

Der Verwaltungsrat der Regio Energie Solothurn – die die Solothurner Wasserversorgung betreut – und der Gemeinderat Zuchwil haben aus diesen Gründen beschlossen, einen Wasserverbund Solothurn-Zuchwil technisch, rechtlich und betriebswirtschaftlich prüfen zu lassen.

Vorteile überwiegen

Am Donnerstagabend lag der Konzeptbericht vor. Der Gemeinderat Zuchwil hat einstimmig Ja gesagt, zur Weiterbearbeitung des Geschäftes. Grundsätzlich soll der Wasserverbund in Form einer Aktiengesellschaft geführt werden. Mitglieder wären ausschliesslich öffentliche Wasserversorger. Das heisst, dass später durchaus weitere Gemeinden zum Verbund stossen könnten. Ein Vorteil des Verbundes wäre, dass die heute bestehenden Anlagen besser ausgenützt würden.

Zuchwil kann die Netzverteilung und die Tarife auch im Verbund weiterhin selbst gestalten. Die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet, wie die Verantwortlichen beider Seiten betonten. Zuchwil kann vom Anschluss an die Gruppenwasserversorgung in Grenchen profitieren. Solothurn vom Notanschluss nach Derendingen. Auch der Wasserpreis sollte nicht höher ausfallen als der heutige. Langfristig würde die Verbundlösung sicher finanzielle Vorteile bringen.

Rechnung 2010

«Das Ergebnis der Rechnung 2010 ist ungenügend.» Gemeindepräsident Gilbert Ambühl sagte es deutlich. Zwar sei das Ergebnis besser als budgetiert und besser als im Vorjahr. «Aber so kann es nicht weitergehen.» Im Jahr 2007 konnte die Gemeinde Zuchwil die letzte gute Rechnung präsentieren. Seither gab es nur Ausgabenüberschüsse. «14 Millionen Defizit in vier Jahren», Ambühl hatte sich die Mühe genommen, Zahlen zusammenzutragen. Damit sei man weit weg von einem gesunden Finanzhaushalt. Immerhin habe Zuchwil im Jahr 2010 2,2 Mio. Franken mehr an Steuergeldern eingenommen, als budgetiert war. «Wir sind aber weiterhin eklatant abhängig von den Steuereinnahmen der juristischen Personen.» Finanzverwalter Michael Marti führte anschliessend durch die Rechnung. Die Laufende Rechnung schliesst mit einem Ausgabenüberschuss von 4,26 Mio. Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 35,65 Prozent, der cash loss bei 1,64 Mio. Franken. Die Verschuldung ist auf 3685 Franken pro Kopf angestiegen und das Eigenkapital ist jetzt mit 3,85 Mio. Franken im Minus. Marti betonte, dass die Ausgabendisziplin im Jahr 2010 ausserordentlich gut gewesen sei. Der Gemeinderat genehmigte die Rechnung mit 19 Ja- gegen 4 Nein-Stimmen. (rm)

Zudem würde sichergestellt, dass die beiden Partner einander gleichgestellt werden. Für Felix Strässle, Direktor Regio Energie Solothurn, könnte das Projekt «Schule machen für die gesamte Region». Francis Berdat, der das Konzept als externer Experte erarbeitete, meinte die Verbundlösung mache absolut Sinn. Er gab aber auch zu: «Die Wasserversorgung zu regionalisieren ist immer schwieriger, als das selbe bei der Abwasserversorgung zu machen.»

Kanton prüft Plan

Stimmt Solothurn der Verbundlösung im Grundsatz ebenfalls zu, werden die Kosten- und Aufwandvergleiche aktualisiert. Dann geht es an die Ausarbeitung der Statuten, des Aktionärsbindungsvertrages und des Organisationsreglementes. Auch der Kanton muss seine Zustimmung noch geben.

Der Gemeinderat Zuchwil hat dem Gestaltungsplan «Wohnüberbauung Hofstatt» mit Sonderbauvorschriften zugestimmt. Der Plan geht nun zur Vorprüfung an den Kanton. In drei Gebäuden könnten rund 36 Wohnungen entstehen. Diese sollten im Herbst 2013 fertig erstellt sein und sind vor allem für Personen im fortgeschrittenen Alter gedacht.