Kestenholz
Wärmeverbund: Grenzwert der Luftreinhalteverordnung ist unterschritten

Der Wärmeverbund der Bürgergemeinde kann nach über einem Jahr ein positives Fazit ziehen. Noch nicht ausgewertet ist, wie es für die Endabnehmer kostenmässig aussieht. Klar ist dafür bereits: CO2 konnte in grossem Umfang eingespart werden.

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In der Anlage werden Holzschnitzel aus dem Wald der Bürgergemeinde verbrannt. zvg

In der Anlage werden Holzschnitzel aus dem Wald der Bürgergemeinde verbrannt. zvg

Solothurner Zeitung

«Nach einigen Problemen Anfang der aktuellen Heizperiode läuft die Anlage jetzt sehr konstant», erklärt Patrick Kissling, der als Projektleiter für den Anlagenbau verantwortlich war. Von den wenigen Störungen bekomme der Endabnehmer aber kaum etwas mit, denn das träge Netz könne viel auffangen. 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom wurden 2010 erzeugt. Dabei konnten 549 Tonnen CO eingespart werden – 50 Tonnen mehr als die theoretische Berechnung im Voraus.

Positives Echo

«Das Echo der Abnehmer ist positiv», erklärt Kissling. 27 Bezüger gehören dem Wärmeverbund an. Fünf weitere haben laut Kissling einen Vorvertrag unterschrieben, würden aber vorerst noch ihre Ölheizung «zu Ende fahren». Eine neuerliche Erweiterung des Abnehmerkreises ist nicht geplant.

Noch liegt keine Kostenanalyse vor: Gemäss Patrick Kissling wollten viele Bezüger eine weitere Heizperiode abwarten, bevor die Kosten mit denjenigen herkömmlicher Heizungen verglichen werden. Der hohe Ölpreis dürfte aber dafür sorgen, so Kissling, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung im erwarteten Rahmen zu liegen kommt. Zudem entfallen für die Endabnehmer Unterhaltskosten wie Tankrevisionen, Kaminreinigung oder Brennerkontrolle. Individualbeiträge an die Bezüger lehnte der Kanton indes ab, da sich die Stiftung Klimarappen bereits mit 269 000 Franken am 1,75 Mio. teuren Vorhaben beteiligt hatte.

Das Bau- und Justizdepartement hatte dem Baugesuch nach einer Einsprache nur unter der Bedingung zugestimmt, dass innerhalb der ersten zwölf Monate Messungen durchgeführt werden und die Umweltschutzgesetzgebung dabei nicht verletzt wird. Dies ist inzwischen geschehen. «Die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung wurden dabei klar unterschritten», betont Kissling. Für Irritation sorge vereinzelt die Dampffahne, die aus dem Kamin emporsteigt. «Es ist aber lediglich Wasserdampf. Das kommt daher, weil nasse Holzschnitzel verheizt werden.»

Diese bezieht die Bürgergemeinde aus dem eigenen Wald. Die Qualität sei, so Kissling, hervorragend. «Dies kann man aufgrund der wenigen Asche, welche bei der Verbrennung anfällt, beurteilen.» Gute Holzqualität führe zu weniger Asche und damit auch weniger Reinigungsaufwand. Der Förster muss deshalb auf die richtige «Holzmischung» achten. Kirschenholz-Äste etwa würden für viel Asche sorgen.

Die Anlage stosse übrigens auf Interesse. Insbesondere Bürgergemeinden hätten in Kestenholz einen Augenschein genommen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Bürgergemeinde Kestenholz die Anlage in Eigenregie – also ohne professionellen Energielieferanten als Vertragspartner – verwirklicht hat. (mgt)

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