Als Startevent zu den Aktionstagen Psychische Gesundheit vom 25. Oktober bis 4. November 2010 holten die Organisatoren den «Fear Truck» nach Solothurn. Mit Video und Geräuschen wird in diesem Truck simuliert, wie ein an Schizophrenie erkrankter Mensch seine Umgebung sieht und hört.

Der Gang zum Bäcker

In diesem umgebauten Lastwagen befinden sich zwei Kabinen, in denen man für fünf Minuten die Welt aus der Perspektive eines Schizophrenie-Kranken sehen kann. Ich warte gespannt, bis ich an der Reihe bin. Aus den Kabinen dröhnen bereits laute Stimmen und Geräusche. Im «Fear Truck» wird der Gang von zu Hause zur Bäckerei dargestellt. Ein Mitarbeiter weist mich in die Kabine. Ich soll mich auf die Platte stellen und mich am Geländer festhalten. Ich ahne bereits, worauf ich mich gefasst machen muss.

«Ich habe dich gewarnt»

Der Film beginnt. Ich bin sehr neugierig, was passieren wird. Gleichzeitig ertönt eine Stimme. sie ist sehr laut. Sie wiederholt sich immer wieder, wie ein zischendes Echo. Nachdem ich aus dem Haus gegangen bin, befinde ich mich jetzt auf der Strasse. «Ich habe dich gewarnt. Du kennst den Weg nicht», sagt eine andere Stimme. Sie wirkt bedrohlich.

Der Mann im vorbeifahrenden Bus schaut mich eindringlich an. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Wieso schauen die so feindselig? Als ich bei einem Kiosk vorbei gehe und auf die Zeitung blicke, sehe ich mein Bild auf der Titelseite.

Nach einer gefühlten Minute verlasse ich die Kabine mit einem etwas mulmigen Gefühl. Aber ich habe die Vorstellung problemlos überstanden.