Uhuru
Von überall her ans Weltmusik-Festival auf dem Weissenstein

Wie jedes Jahr findet Ende Juli das Uhuru-Festival auf dem Solothurner Hausberg statt. Das Wetterpech nehmen die Teilnehmer locker, das Angebot zaubert ihnen immer ein Lächeln aufs Gesicht. Denn am Uhuru ist jeder willkommen.

Simon Binz
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Eine Trommel braucht auch ihren Schmuck
15 Bilder
Ein kleines Ständchen am Rande des Festivals Verschiedene Kulturen, Jung und Alt, tanzen, spielen und musizieren gemeinsam am Uhuru-Weltmusik-Festival
Festival auf dem Berg
Gemütliches Zusammensein
Ein Mädchen balanciert auf einem Ball
Uhuru-Weltmusik-Festival 2011
Es gilt, den richtigen Takt zu schlagen
Auch Kampfsportarten konnten im Workshop kennengelernt werden
Besucher kochen über dem Feuer
Ein Mann spielt Didgeridoo vor seinem Zelt
Murmelibahn fasziniert die Kleinen
Ein Mädchen ist in ihre Lektüre vertieft
Für die kleinen Besucher steht ein Trampolin zur Verfügung

Eine Trommel braucht auch ihren Schmuck

Hanspeter Bärtschi

Das Wetter meinte es - zumindest gestern - gut mit den Besucherinnen und Besuchern. Nach einem Wochenende mit vielen Niederschlägen kämpft sich die Sonne an diesem Dienstagmorgen teilweise durch die Wolken. Den Gesichtern der Leute nach zu urteilen, könnte man aber meinen, es habe gar nie geregnet auf dem Solothurner Hausberg. Glückliche und freundliche Menschen, wo auch immer man hinblickt. Es sind Trommelschläge und Tanzmusik zu hören. Eine Gruppe spielt auf selbst gebastelten Instrumenten. Für die Kleinen unter den Festivalbesuchern gibts einen extra abgegrenzten Bereich, wo sie fröhlich miteinander plaudern und Comics lesen können.

Für jeden ist etwas dabei

Ganz nach dem Motto «Hier ist jeder willkommen» setzt sich auch die Besucherschaft des Festivals zusammen. «Wir vereinen hier oben von Jung bis Alt, alle Generationen», sagt Rolf Hostettler, Verantwortlicher Marketing und Sponsoring «Uhuru». Es ist eine schon fast verschworene Gemeinschaft, die sich hier alljährlich trifft. Die meisten bleiben dem Weissenstein eine Woche treu, nämlich die ganze Zeit des Festivals. Sieben Tage auf dem Weissenstein, entweder im Camper oder im Tipi. Doch Langeweile wird kaum aufkommen. Das Angebot der Workshops ist vielfältig, von Capoeira über Jodeln bis hin zu Beatboxing. Für jeden ist etwas dabei.

Und wer nicht an Workshops teilnehmen will, kann auch nur eine Woche lang das Leben in der grossen «Uhuru»-Familie geniessen und Eindrücke fürs Leben gewinnen.«Ich finde das Festival sehr speziell, alle hier sind so freundlich, reden miteinander, helfen sich gegenseitig und nehmen ihre Verantwortung als Festivalgänger war», sagt Christian Kurmann, Helfer am «Uhuru», und selber das erste Mal dabei. Das falle auch auf, wenn man sich umschaut, kein Müll liegt auf den Wegen, geschweige den auf dem Rasen herum, was bei vielen anderen Festivals heute leider nicht mehr der Fall sei.

Kurmann sitzt gerade vor dem Zelt, in welchem der Capoeira Workshop durchgeführt wird. Capoeira, eine brasilianische Kampf Kunst, ist Tanz, Spiel, Akrobatik, Musik und Lebensphilosophie in einem. In Gruppen zu zweit wird getanzt. Begleitet von rhythmischen Klängen, bewegen sich die Körper, die einen schnell, die anderen langsam. Beinahe hypnotisiert von der speziellen Atmosphäre dieses Workshops stehen verschiedene Leute rund ums Zelt und schauen gespannt dem Geschehen zu.

Friedlich und mit Respekt

Von überall her reisen Menschen unterschiedlicher Herkunft ans Festival. «Leute aus jedem Winkel der Schweiz, auch aus Deutschland, und dies seit mehreren Jahren», sagt Rolf Hostettler. Einmal «Uhuru», immer «Uhuru» scheint das Motto zu lauten. Eine Woche den Glauben an die Freiheit beleben, das will das Weltmusikfestival. Und die Besucher zeigen: Auch in der heutigen Zeit ist es möglich, dass sich Menschen verschiedener Generationen und Kulturen friedlich und mit Respekt begegnen können.