Entwicklungshilfe
Von Bildung für Frauen bis Strassenbau im Jura

Mit 100 000 Franken unterstützt der Solothurner Regierungsrat 2010 fünf Projekte der Entwicklungshilfe. Ein Beitrag geht an Pleigne im Jura.

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Zur Verfügung gestellt

Mit 20000 Franken unterstützt wird das Projekt «Nova Descoberta (Brasilien) – Frauen und Jugendliche bilden sich beruflich weiter». Im Projekt von «Brücke – Le Pont» engagiert sich der Kantonalverband Katholischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit. Frauen und Jugendliche im Armenquartier von Recife erhalten eine Ausbildung am PC, steigen ein in Hilfsdienstleistungen (Telefonistin, Verkäuferin, Receptionistin) und üben sich in Telemarketing. «So erhalten sie die Möglichkeit, als Büroangestellte oder Hilfskraft in einem Betrieb zu arbeiten», so der Regierungsrat.

Mit ebenfalls 20000 Franken unterstützt wird «Senior Expert Corps 2010»: Das Projekt von Swisscontact, Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit, nutzt die Erfahrungen pensionierter Schweizer Fachpersonen zur längerfristigen Armutsbekämpfung. Von den Beratungseinsätzen profitieren rund 145 KMU in Entwicklungsländern und Osteuropa. Swisscontact stehen aktuell 695 Senior-Experten zur Verfügung, «darunter 18 aus dem Kanton Solothurn», so die Regierung. Sie beraten die Betriebe vor allem in Aus- und Weiterbildung des Personals, Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen, Verbesserung von Produktedesign und Qualität.

Bildung für Frauen in Nicaragua

Weitere 20000 Franken fliessen ins Projekt «Bessere Zukunftschancen durch Bildung für Frauen auf dem Lande in Nicaragua». Das Projekt von Interteam entsendet Fachpersonen in den Landkreis Malpaisillo. Diese unterstützen dort, wo fachliches Wissen in der Praxis gefragt ist. Als verantwortliche Fachperson in den Jahren 2010 und 2011 wirkt die Kindergärtnerin und Sozialarbeiterin Nicole Walser aus Olten mit. Sie vermittelt laut dem Regierungsrat den im Ausbildungsbereich tätigen Personen vor allem methodische und didaktische Kompetenzen und arbeitet an der Weiterentwicklung des Lehrganges.

Mit 15000 Franken wird das Fastenopfer-Projekt «Kenia – Mehr Bildung, Rechte und Würde für Massai- Mädchen» unterstützt. Durch Sensibilisierungskampagnen in den Schulen und in den Dörfern wird die Alphabetisierung der Frauen gefördert. Dadurch soll erreicht werden, dass die Stellung und die Würde der Frauen aufgewertet werden. Das Projekt verfolgt besonders eine Verbesserung der beruflichen Kompetenzen bei Lehrerinnen und Lehrern. Und schliesslich leistet es einen Beitrag zu einkommensfördernden Aktivitäten der Frauen.

Sicherheit für Schülertransport

Mit 25000 Franken unterstützt die Regierung das Projekt «Sicherung der Strasse ‹Côte-de-Mai› für den Schülertransport in der Gemeinde Pleigne JU» der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden. Pleigne gehört zu den finanzschwachen Gemeinden des Juras. Zwischen den Schulkreisgemeinden Pleigne, Mettenberg und Bourrignon finden täglich vier Schulbusfahrten statt. Unter anderem via die schmale Gemeindestrasse «Côte-de-Mai». Auf derselben Strasse mit einem Gefälle von bis zu 10 Prozent findet man auch den Berufsverkehr. Den Gefahren für den Schulbusverkehr will man mit dem Einbau von vier zusätzlichen Ausweichstellen begegnen. Mit dem Solothurner Beitrag reduzieren sich die Kosten für Pleigne auf rund 26000 Franken.

Der Regierung stehen jährlich 100000 Franken für die Entwicklungshilfe zur Verfügung. Finanziert werden die Beiträge vollumfänglich aus Mitteln des Lotterie-Ertrags-Anteils. Mit der Ausarbeitung der Unterstützungsvorschläge ist das kantonale Amt für Kultur und Sport beauftragt. Bei der Ausarbeitung und der Überprüfung der Projektanträge stützt sich das Amt auch auf Auskünfte der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und der schweizerischen Fachstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen, Gütesiegel für gemeinnützige Organisationen (ZEWO). (mz)

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