Mümliswil
Vom Acker direkt zum Naturpark-Märet

Anton Müller ist einer der Thaler Bauern, der in Balsthal, beim ersten Naturpark-Märet vom kommenden Samstag, Produkte aus biologischem Anbau anbieten wird.

Monika Kammermann
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Solothurner Zeitung

Beim ersten Naturpark-Märet vom kommenden Samstag in der Goldgasse Balsthal (siehe Text unter dem Bild) wird Bauer Anton Müller noch keine Kartoffeln anbieten können. Er setzt sie derzeit oben auf dem Ebnet in Ramiswil von Hand und mit der Hilfe von Pferden. Sie sind die grosse Leidenschaft von Anton Müller. Er besitzt rund 35 Freiberger-Pferde, inklusive Fohlen. Diese Zahl variiere durch den Verkauf stets etwas – dieser bilde die Haupteinnahmequelle.

Müller verbindet die Pferde-Liebhaberei mit der Philosophie einer nachhaltigen Landwirtschaft zweckmässig. «Der Einsatz von Pferden ist umweltfreundlich und bodenschonend und gleichzeitig bilde ich sie so aus. Auch die Artenvielfalt bleibt dadurch erhalten», erklärt er. Bevor die Kartoffeln im Frühling gesetzt werden, wird der Acker bereits im Herbst gepflügt. Insgesamt sind sieben Arbeitsschritte notwendig, bis die «Härdöpfu» zugedeckt im Boden liegen.

Käfer werden eingesammelt

Sobald die Stauden spriessen, ist auch schon der schädliche Kartoffelkäfer da. «Da wir nicht spritzen, sammeln wir die Käfer selber ein», so Müller. Diese Arbeitsweise ist aufwändig und zeitintensiv. Deshalb ist der Preis, der um die 2 Franken pro Kilogramm liege, höher als üblich. Der Biobauer ist sich der Frage, ob der Konsument bereit sei dafür mehr zu bezahlen, durchaus bewusst.

Nebst den Kartoffeln (Sorte rotschalige Désirée, eine Allrounderin), produziert Müller auch Holundersirup, den wird er auf dem Naturpark-Märet anbieten. Die 70 Sträucher, die teilweise wild wachsen und selber gepflanzt worden sind, verteilen sich überall auf dem Gelände. Im Schnitt gebe es pro Jahr zirka 30 bis 50 Liter. Das sei schon immer ein wenig sein Hobby gewesen. Der Holunder benötige auch die richtige Pflege – ist der Stamm zu dick, nehme die Qualität und Grösse der Früchte ab. Er trinke jeden Tag Holundersirup und erzählt schmunzelnd: «Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal krank gewesen war.»

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