Volleyball NLA
Schönenwerd entgeht knapp einem fünften Duell mit Jona

Beim Debüt des neuen Ausländers Stanislaw Wawrzynczyk gewinnt Volley Schönenwerd trotz 0:2-Rückstands und steht im Playoff-Halbfinal.

Raphael Wermelinger
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Schönenwerds neuer Ausländer, der Pole Stanislaw Wawrzynczyk, markierte bei seinem ersten Einsatz 17 Punkte und überzeugte mit einer sicheren Annahme.

Schönenwerds neuer Ausländer, der Pole Stanislaw Wawrzynczyk, markierte bei seinem ersten Einsatz 17 Punkte und überzeugte mit einer sicheren Annahme.

Jörg Oegerli

Nachdem die dezimierten Schönenwerder am Mittwoch erstmals in diesem Jahr als Verlierer vom Platz mussten, präsentierte der Klub drei Tage später einen neuen Ausländer. Der 31-jährige Pole Stanislaw Wawrzynczyk ersetzt bei den Schönenwerdern den albanischen Aussenangreifer Redjo Koci, der sich im Training vor knapp zehn Tagen den kleinen Finger gebrochen hatte.

Wawrzynczyk stand sogleich in der Startformation und absolvierte das vierte Spiel der Playoff-Viertelfinalserie gegen Jona über die volle Distanz. Dabei markierte der Pole, der während seiner Karriere schon in Frankreich, Österreich, in der Slowakei, in Tschechien und Rumänien gespielt hat, insgesamt 17 Punkte. Und war damit hinter German Johansen (20 Punkte) und Luca Ulrich (19) der drittbeste Skorer in den Reihen von Volley Schönenwerd.

Der Ersatz von Koci müsse indes auch nicht 30 Punkte pro Spiel erzielen, hatte CEO Daniel Bühlmann gesagt. «Er muss uns Stabilität in der Annahme bringen, unspektakulär spielen und sich in den Dienst des gesamten Teams stellen.» Diese Vorgaben hat Wawrzynczyk beim Debüt erfüllt. 34 Mal servierte der Gegner auf ihn, nur zwei Annahmen des Polen misslangen. Zudem konnte er mehrmals direkt mit dem Service punkten und einen erfolgreichen Block stellen. Es wird spannend sein, zu sehen, was Wawrzynczyk Schönenwerd bringt, wenn das Team erst richtig eingespielt ist.

Seine drei Asse am Ende des erste Satzes brachten seinem Team noch nichts. Schönenwerd spielte im Angriff anfangs zu unpräzise und es fehlte an der Durchschlagskraft in den Abschlüssen. Jona andererseits knüpfte nahtlos an seine Leistung vom Mittwoch an, als ein 0:2 in einen Sieg verwandelt und die Serie auf 1:2 verkürzt werden konnte. Jona überzeugte am Anfang mit einer stabilen Annahme und wuchtigen Angriffen. Mit 25:20 sowie 25:19 entschieden die St. Galler die ersten beiden Sätze für sich.

Schönenwerd konnt sich im Verlauf des Spiels am Service deutlich steigern. Und weil Jona das Punkten mit dem zweiten Sieg vor Augen plötzlich nicht mehr so leicht fiel, schafften die Gäste relativ locker mit 25:14 wieder den Anschluss. Angeführt von Topskorer Luca Ulrich, der immer besser ins Spiel kam, krallte sich Volley Schönenwerd auch den vierten Satz. Jona dagegen leistete sich alleine im vierten Satz elf Fehler und blieb mehrmals am Schönenwerder Block hängen – 21:25 aus Sicht des Heimteams und der schöne Vorsprung war weg.

Jona hatte das Kunststück, nach einem 0:2-Rückstand zurückzukommen, drei Tage zuvor geschafft. Im Tiebreak standen die St. Galler nun selbst wieder mächtig unter Druck. Jetzt war alles möglich: Ein fünftes Spiel am Sonntag oder die Entscheidung in der Serie. Schönenwerd erwischte den besseren Start ins Tiebreak und führte zum Seitenwechsel mit 8:5. Eine gute Serviceserie von Passeur Filip Habr brachte Jona wider heran – mit 12:12 war kurz vor Schluss weiter alles offen. Ein Block von Zuspieler Reto Giger gegen Jonas besten Skorer an diesem Abend, Ramon Caviezel, dann ein Servicefehler der Schönenwerder und ein Punkt vom Neuen, Stanislaw Wawrzynczyk – 14:13 und Matchball für Schönenwerd.

Der Flatter-Service von Hepburn stellte Nico Beeler vor keine Probleme, schöne Annahme für Passeur Habr, der Zeit hatte und Caviezel auf der linken Angriffsseite einsetzte. Doch dieser haute im entscheidenden Moment zu fest drauf – der Ball segelte ins Aus. Ein Geschenk zu viel von Jona, das Schönenwerd den Einzug in die Playoff-Halbfinals bringt. Dort wartet Chênois, der Zweite nach der Qualifikation. Zu einem Wiedersehen mit Jona wird es am 27. März im Zuge des Cupfinals in Winterthur kommen.

Die Schönenwerder entschieden die Serie gegen Jona in vier Spielen für sich (3:1, 3:0, 2:3, 3:2) und treffen im Halbfinal auf Chênois.

Die Schönenwerder entschieden die Serie gegen Jona in vier Spielen für sich (3:1, 3:0, 2:3, 3:2) und treffen im Halbfinal auf Chênois.

Jörg Oegerli