Gemeindefusion
Vier Gemeinden in der Poleposition

Ein erster grosser Schritt im Fusionsprojekt in der Agglomeration Solothurn ist gemacht. Eine Steuerungsgruppe hatte die Chancen und Risiken einer Fusion grob analysiert.

Christof Ramser
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Solothurner Zeitung

Die Studie kommt zum Resultat, dass vier Gemeinden einen Zusammenschluss jetzt vertieft prüfen sollen. Vor allem zwischen Solothurn, Bellach und Langendorf bestehen gemäss der Grobanalyse relativ starke funktionale Verflechtungen. Die drei Gemeinden teilen sich einen gemeinsamen Lebensraum, die Aufgaben sind oftmals identisch und werden gemeinsam gelöst. Etwas weiter abseits steht Biberist. Und doch gibts Berührungspunkte mit dem Nachbarn im Süden: Vor allem um den Hauptbahnhof und im Entwicklungsgebiet Schöngrün sind Synergien angezeigt. Aufgrund dieser Erkenntnisse sei eine Fusion – oder zumindest eine vertiefte Zusammenarbeit – dieser vier Gemeinden sinnvoll.

Zweitgrösste Gemeinde steht abseits

Ein wichtiger Teil dieses Lebensraums ist unbestritten auch Zuchwil. Doch der Gemeinderat will sich nicht an der Studie beteiligen. Das stellt den Projektrat vor Probleme; nicht zuletzt, weil damit das Bindeglied zu Derendingen und Luterbach fehlt. Martin Blaser, Gemeindepräsident Biberist und Co-Präsident des Projektrates, möchte die Zuchwiler trotzdem noch an Bord holen. «Noch ist das Zeitfenster offen», sagt Blaser. Theoretisch wäre es zwar denkbar, dass der Zuchwiler Gemeinderat erneut auf seinen negativen Entscheid zurückkommt. Doch nach zweimaliger Ablehnung scheint dies unrealistisch. Und für einen politischen Vorstoss an der Gemeindeversammlung im Dezember ist der Zug wohl abgefahren. Somit erscheint auch der Einbezug von Derendingen und Luterbach nicht sinnvoll. Er ist allerdings nicht ausgeschlossen.

Für die anstehende, vertiefte Analyse werden nun Arbeitsgruppen gebildet, und zwar in den Bereichen Finanzen und Steuern; Raumplanung, Entwicklungsperspektiven und Infrastruktur; Gesundheit und Soziales; öffentliche Sicherheit; Bildung; Verwaltung und Behörden. Eine Knacknuss stellt dabei unter anderem die Sozialregion Biberist, Bucheggberg, Lohn-Ammannsegg dar, mit Biberist als Leitgemeinde. «Das ist aber noch weit weg und kein Hinderungsgrund für die weitere Teilnahme an der Fusionsstudie», sagt Martin Blaser. Denn die Zukunft Biberists liege, auch was Synergien angeht, Richtung Solothurn.

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