Farbenfrohes Fest
Viel Nostalgie an der Krebs-Kilbi in Kriegsstetten

Tradition und Nostalgie prägen die Eröffnung der über 500-jährigen Krebs-Kilbi. Eine Riesenmenge Publikum verfolgte das Geschehen am prachtvollen Samstagabend.

Agnes Portmann-Leupi
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Hanspeter Bärtschi

Die Kinder machen es sich sitzend oder auf dem Bauch liegend auf dem warmen Asphalt gemütlich. Punkt 20 Uhr marschiert die MG Kriegstetten mit dem Solothurner Kilbimarsch ein. Die «Geislechlöpfer» – seit 1350, steht auf ihren weissen Hemden geschrieben – beeindrucken mit ihrem dröhnenden Knall. Früher machte dieser als Kommunikationsmittel die Leute auf den Kilbibeginn aufmerksam. Tanzend bereichert die Trachtengruppe Kriegstetten den Auftakt. Der Jodlerklub «Waldrösli» Recherswil singt in Vorahnung auf die schöne Kilbinacht «E gschänkte Tag».

Angst- und Freudenschreie

Offiziell eröffnet wird der Anlass erst, nachdem die MG auf dem ehrwürdigen Rösslispiel – mit seinen 125 Jahren ebenfalls nostalgisch – den Kilbimarsch nochmals gespielt hat. Ein «Gschänk» ist die Kilbi allemal: Fürs Gemüt beim Treffen von vielen bekannten Gesichtern, beim reizvollen Essensangebot und an den über 70 Marktständen. Reaktion ist auf den Strassen erforderlich, das Durchkommen gleicht einem Hindernislauf. Auf den halsbrecherischen Bahnen sitzen – besser gesagt fliegen – die Mutigen. Laute Musik, Angst- und Freudenschreie erfüllen die Luft.

Standfest erscheint hier einzig der Kirchturm, der majestätisch zwischendurch lugt. Konzentration ist an den Ständen mit Geschicklichkeits- und Reaktionsspielen gefragt. Zur Tradition gehört sichtlich auch der Kilbibatzen.

Gute Noten für Sicherheit

Das Präventionsprojekt «Be My Angel tonight» ist in Kriegstetten erstmals an einem Stand vertreten. Es sorgt dafür, dass die Heimkehr nicht zum Risiko wird, und richtet sich vor allem an junge Fahrzeuglenker. In einer Fahrgemeinschaft verzichtet einer davon, der so genannte «Angel-Driver», auf Alkohol, um seine Kollegen sicher nach Hause zu bringen. Als Dankeschön erhält er dafür verbilligte alkoholfreie Getränke.

Bereits im letzten Jahr bekamen die Organisatoren betreffend Jugendschutz gute Noten. «Die Perspektive Solothurn, die Stichproben machte, lobte uns», sagt Kilbikommissionsmitglied Roger Gerber. «Manchmal ist man gegen gewisse Vorkommnisse machtlos», klärt Kilbi-Präsident Jörg Maibach auf. Etwa wenn die Jugendlichen ganze Harassen Bier von zu Hause mitnähmen oder wenn sie von Erwachsenen alkoholische Getränke erhielten. «In meinen 16 Amtsjahren erlebte ich nur einmal eine gravierende Schlägerei», blickt der Kilbi-Präsident zurück. Er stehe in engem Kontakt mit der Polizei, die periodisch Kontrollen durchführe.

Obligatorisch bei Grossanlässen sei auch die Anwesenheit eines Sicherheitsdienstes. Gerade dieser komme aber manchmal als eher provokativ herüber. «Eigentlich passiert bei einer Besucherzahl von bis zu 10000 Personen pro Tag wenig», resümiert er. Die optimale Durchmischung – Jung und Alt sowie viele Familien – wirke sich positiv aus. Patrouillen zirkulieren bis morgens fünf Uhr. Dann übernimmt die Reinigungsequipe von sieben Mann die Aufgabe. Zur Sicherheit trägt an diesem Abend auch der Vollmond bei, der als Lichtkugel den Weg zur Parkplatzwiese beleuchtet.

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