Europa-Zentrale
Verkauf oder nicht: Synthes zieht bald in ihren Neubau ein

Spätestens im Herbst wird der Neubau in Zuchwil mit 480 Arbeitsplätzen eröffnet. Der Standort Zuchwil sei nicht gefährdet, auch wenn der US-Konzern Johnson&Johnson den Betrieb kaufen würde.

Franz Schaible
Drucken
Teilen
Die letzten Bauarbeiten am neuen Europa-Hauptsitz der Synthes laufen auf Hochtouren – 100 bis 200 Millionen Franken kostet er. Hansjörg Sahli Die letzten Bauarbeiten am neuen Europa-Hauptsitz der Synthes laufen auf Hochtouren – 100 bis 200 Millionen Franken kostet er. Hansjörg Sahli

Die letzten Bauarbeiten am neuen Europa-Hauptsitz der Synthes laufen auf Hochtouren – 100 bis 200 Millionen Franken kostet er. Hansjörg Sahli Die letzten Bauarbeiten am neuen Europa-Hauptsitz der Synthes laufen auf Hochtouren – 100 bis 200 Millionen Franken kostet er. Hansjörg Sahli

Solothurner Zeitung

«Es gibt keinen offensichtlichen Grund, warum der Standort Zuchwil gefährdet sein könnte», antwortet Gilgian Eisner, Mediensprecher des Medtechkonzerns Synthes, auf die Frage, was nach einer allfälligen Übernahme von Synthes durch den US-Konzern Johnson&Johnson passieren würde. Die Amerikaner hätten keinen grösseren Sitz in der Schweiz, und der Neubau in Zuchwil werde wie geplant fertiggestellt und bezogen. Vor den Toren Solothurns entsteht damit der Hauptsitz für Europa. Ob es überhaupt zum Milliardendeal kommen wird, ist noch offen.

Vorerst 480 Arbeitsplätze

Hingegen definitiv ist, dass der Ende 2009 begonnene Neubau mit fast 20000 Quadratmetern Fläche in den kommenden Monaten fertiggestellt sein wird. «Unsere Mitarbeitenden werden den Neubau im Verlaufe des Spätsommers oder im Herbst 2011 beziehen», sagt Eisner. Im laufenden Jahr werden vorerst 460 bis 480 Arbeitsplätze nach Zuchwil verlagert.

Nach Angaben von Eisner sind vom Umzug alle Mitarbeitenden aus den Mieträumlichkeiten im Obach-Quartier in Solothurn betroffen. Dies betrifft die Bereiche Finanzen, Personal, Verkauf Naher Osten/Afrika, IT und Chirurgentrainings. Hinzu werden aus Oberdorf BL Service-Abteilungen wie Marketing, Service&Kommunikation, Rechtsdienste und diverse andere Stabsabteilungen kommen. Neu werde am neuen Standort auch ein umfassendes Trainingszentrum für Chirurgen aufgebaut. Vom Ausland werden keine Standorte nach Zuchwil verlagert. Ebenso werden keine Produktionsabteilungen angesiedelt. Ausnahme ist eine Prototypenwerkstatt.

Als Standorte aufgegeben werden die Mieträumlichkeiten in Solothurn Obach sowie in Waldenburg im ehemaligen Straumann-Gebäude. Die bisherigen Produktionsstandorte werden beibehalten, in unserer Region sind dies: Bettlach mit rund 400 Angestellten, Hägendorf (rund 350), Grenchen (rund 300) und Balsthal (rund 100). Unverändert bleibt die Lagerbewirtschaftung in Selzach mit etwa 100 Mitarbeitenden. In Oberdorf BL werden nach dem Umzug der erwähnten Abteilungen noch etwa 400 Angestellte arbeiten. Weitere Produktionswerke befinden sich in Lamone, Mezzovico und Raron. Insgesamt beschäftigt der Medtechkonzern weltweit 11400 Angestellte, davon 2800 in der Schweiz.

Betriebsrestaurant und Auditorien

Ungewöhnlich am neuen Standort auf dem Zeughausareal ist die Grösse. «Der Neubau inklusive umgebautes Zeughaus ist im maximalen Ausbau für 1000 Arbeitsplätze ausgelegt», erklärt der Synthes-Sprecher. Die Raumreserven seien für einen späteren Ausbau geplant. Denn der Konzern sei immer noch am Wachsen. Bei früheren Bauten sei der Platz jeweils nach wenigen Jahren eng geworden, begründet Eisner die Dimensionen.

Die Überbauung umfasst aber nicht nur Büros. Platz wird es haben für ein Betriebsrestaurant, zwei Auditorien, einen Fitnessbereich sowie Besprechungszonen, Loungebereiche usw.

Dreistelliger Millionenbetrag

Ursprünglich wollte Synthes den Neubau bereits Ende 2010 beziehen. «Das war ein sehr ehrgeiziger Zeitplan», blickt Eisner zurück. Die Umsetzung verschiedener Ideen, neuer Gestaltungspläne und die Bearbeitung von Einsprachen hätten länger als erwartet gedauert. Dasselbe gelte für die Erschliessung mit der nötigen Energie. Das Gebäude weise eine «sehr sparsame nachhaltige Energiegewinnung mit Grundwasser, Wärmetauschern und einer Photovoltaikanlage» auf. Der Neubau sei unabhängig von fossilen Brennstoffen, die einzige konventionelle Energiequelle sei der Strom.

Die Höhe der Gesamtkosten für die Überbauung gibt Synthes nicht bekannt. Das Investitionsvolumen dürfte aber zwischen 100 und 200 Millionen Franken liegen.

Aktuelle Nachrichten