Wahlen 2011
Urs Hubler: «Er machte das Thal in der Schweiz bekannt»

Reaktionen zur Wahl des Herbetswiler Gemeindepräsidenten Stefan Müller (CVP) in den Nationalrat. Holderbanks Gemeindepräsident Urs Hubler gehörte zu den ersten Gratulanten.

Alois Winiger
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Glücklich und dankbar: Stefan Müller (35, Herbetswil) verteidigt den zweiten CVP-Nationalratssitz.

Glücklich und dankbar: Stefan Müller (35, Herbetswil) verteidigt den zweiten CVP-Nationalratssitz.

Hanspeter Bärtschi

«Die Partei und woher er kommt – das spielt eigentlich gar keine Rolle. Hauptsache ist, wir haben wieder jemanden aus dem Thal im Nationalrat. Darüber freuen wir uns sehr.» So kommentiert Holderbanks Gemeindepräsident Urs Hubler die Wahl von Stefan Müller (CVP), Gemeindepräsident von Herbetswil, Kantonsrat und Programmleiter Naturpark Thal, in den Nationalrat. Hubler trifft mit dieser Feststellung den einen Kern von weiteren Aussagen, die wir gestern im Bezirk Thal zusammengetragen haben.

Berger hatte im Thal die Nase vorn

Der zweite Kern betrifft den Thaler CVP-Mitbewerber Stephan Berger aus Balsthal. Dieser hatte nämlich im Thal um 300 Stimmen besser abgeschnitten als Müller. Im Gäu holte Berger 951, Müller 1496 Stimmen; das Endergebnis lautet Müller 9184, Berger 5038 Stimmen. Für Hubler ist dies mit Blick auf Müllers grossen Einsatz für Naturpark Thal nicht so sehr überraschend: «In Holderbank haben nicht alle gleich viel Freude am Naturpark.» Das weiss auch Ernst Lanz, Gemeindepräsident von Gänsbrunnen und Präsident des Vereins Naturpark Thal, wertet es aber genau umgekehrt. «Die Freude und Überzeugung, mit der Müller sich für den Naturpark einsetzt, ist eben doch stärker und strahlt auf den ganzen Kanton aus. Darum wurde er gewählt.» Lanz ist überzeugt, dass künftig die Naturparks der ganzen Schweiz von Stefan Müllers Kompetenz werden profitieren können.

Bringt Änderung im Naturpark

Für den Naturpark Thal bringt die Wahl allerdings einen Wechsel. Denn Müller wird als Programmleiter ausscheiden und damit muss eine Schlüsselstelle neu besetzt werden. «Das wird nicht einfach sein, aber dieses Problem werden wir lösen können», sagt Thomas Schwaller, Gemeindepräsident von Laupersdorf und Präsident der Geschäftsleitung Verein Region Thal. «Die Freude, dass es Stefan Müller geschafft hat, ist um vieles grösser», betont Schwaller. Zum guten Abschneiden von Stephan Berger im Thal sagt er: «Ich bin gespannt, wie es für ihn weitergeht. Er hat Potenzial und ist ja noch jung.»

In seinem Wohnort Balsthal hat Berger mehr als doppelt so viele Stimmen erhalten. «Das war zu erwarten», stellt Gemeindepräsident Willy Hafner fest. «Natürlich wären wir mit seiner Wahl ebenfalls glücklich gewesen. Aber Stefan Müller hat halt doch die grössere Erfahrung in der Politik.» Vor allem dieser Faktor war für den Aedermannsdörfer Gemeindepräsidenten Bruno Born ausschlaggebend, sich für Stefan Müller einzusetzen. «Er macht schon lange und konstant gute Arbeit. Er hat die Wahl verdient.» Welschenrohrs Gemeindepräsident Stefan Schneider gibt sich diplomatisch: «Es ist mit beiden sehr gut auszukommen. Ich hätte sicher auch mit Berger leben können.»

«... dann folgt Schläfli nach»

«Super, grandios», schlicht ein Grund zur «Riesenfreude» ist die Wahl von Stefan Müller für Elvira Bader, die Bäuerin, die nach drei Legislaturen ihre Arbeit im Nationalrat beendet hat. «Er ist ein hervorragender Politiker und blitzgescheit.» Natürlich hätte sie Freude gehabt, wenn der Bauernstand durch CVP-Kantonsrat Urs Schläfli aus Deitingen in Bern wieder vertreten gewesen wäre. «Warten Sie nur», sagt Elvira Bader, «jetzt geben wir von der CVP alles, damit Pirmin Bischof in den Ständerat kommt. Dann rückt Schläfli für ihn nach.»

«Ausserordentlich glücklich» ist man Herbetswil, wo der Gewählte wohnt, wie sich Gemeindevizepräsident Heinz Gautschi ausdrückt. Selbstverständlich habe man zu Ehren von Stefan Müller am Sonntagabend eine Feier organisiert. «Ich war immer überzeugt davon, dass Stefan gewählt wird und ich bin ebenso überzeugt, dass er sich voll einsetzen wird», erklärt Gautschi. «Beim Aufbau des Naturparks Thal hat er unheimlich viel geleistet und dabei gezeigt, was er kann.» Und dank seines Einsatzes kenne man das Thal nun in der ganzen Schweiz.

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