Kriegstetten
Urs Bucher will nach Brand neu starten

Trotz des grossen materiellen Verlusts sieht der «Kreuz»-Wirt seine Anlässe nicht gefährdet. Damit alle Events durchgeführt werden können, ist jedoch Improvisation gefragt.

Christof Ramser
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Unter den zerstörten Gegenständen befindet sich auch Urs Buchers Wurlitzer-Jukebox von 1952. crs Unter den zerstörten Gegenständen befindet sich auch Urs Buchers Wurlitzer-Jukebox von 1952. crs

Unter den zerstörten Gegenständen befindet sich auch Urs Buchers Wurlitzer-Jukebox von 1952. crs Unter den zerstörten Gegenständen befindet sich auch Urs Buchers Wurlitzer-Jukebox von 1952. crs

Solothurner Zeitung

«Ich bin glücklich.» Die Worte aus dem Mund von «Kreuz»-Wirt Urs Bucher klingen im ersten Moment zynisch – hat er doch am Wochenende beim Brand der Scheune in Kriegstetten seinen kompletten Fundus und Dekorationsmaterial für Anlässe wie die Burghofnacht oder das «Röschtihuus» an der HESO verloren. «Das meiste davon kann man ersetzen», sagt Bucher. «Ich bin einfach dankbar, dass keine Menschen verletzt wurden und dass der Gasthof verschont geblieben ist.»

Gemäss Feuerwehr-Vizekommandant Roger Kaufmann hätten Sekunden gefehlt, und das «Kreuz» sowie andere Gebäude wären ebenfalls in Flammen gestanden. «Die Feuerwehr arbeite hervorragend, wir hatten am Freitagabend mehrere Schutzengel», sagt Bucher.

Material aus rund 30 Jahren

Trotzdem: Der materielle Verlust ist immens. Unweigerlich taucht die Frage auf, ob die Grossanlässe künftig überhaupt noch durchgeführt werden können. Denn sämtliche vier Stockwerke der 220-jährigen Scheune waren vollgestopft mit Requisiten, Werkzeugen und Dekorationsmaterial. Es fängt an bei einer einfachen Holzplatte, geht über alte Kuhglocken, mobile Kaffeemaschinen und Cateringzubehör bis zur Wurlitzer-Jukebox, Baujahr 1952. «Diese Jukebox war in Europa einzigartig.»

Zerstört wurden zudem alte Wagenräder und sechs Kirchenfenster aus Irland. «Da hat sich Material aus über dreissig Jahren angesammelt.» Auch Utensilien aus Buchers früherer Wirkungsstätte Saas Fee wurden in der Scheune gelagert. Und nicht zuletzt befindet sich unter den ausgebrannten Autos auch ein Ford-Oldtimer.

Improvisation ist gefragt

Er brauche noch etwas Zeit, um das Ausmass der Zerstörung zu begreifen, sagt Bucher. «Doch eines kann ich heute sagen: Ich werde deswegen keine Anlässe absagen.» Für den einen oder anderen Event ist jedoch Improvisation gefragt. Was mit der Scheune passiert, sei offen, doch wahrscheinlich werde sie nicht mehr aufgebaut. Die Versicherungssumme würde dafür wohl nicht reichen.

Trotz grossen und schmerzhaften Verlusten versucht Bucher das Positive zu sehen: «Jedes Ereignis bietet die Chance für einen Neuanfang. Ich versuche, das Beste daraus zu machen.»

Scheune droht einzustürzen

Dass Kriegstetten am Freitag nur haarscharf an einem Inferno vorbeigegangen ist, glaubt auch der ehemalige Gemeindepräsident Urs Lüthi. Quasi in letzter Minute konnte sein alter Speicher hinter dem «Kreuz» vor den Flammen gerettet werden. Die Tannen davor hatten lichterloh gebrannt.

Brandermittler Stefan Hofer kann zur Brandursache noch keine Angaben machen. «Wegen Einsturzgefahr können wir die Scheune nicht betreten. Das ist viel zu gefährlich.»