Unihockey
Wiler-Ersigen in der Overtime zum mühsam erkämpften Startsieg

Nur drei Treffer fallen im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie zwischen dem SV Wiler-Ersigen und Zug United. Den wichtigsten erzielt Patrick Mendelin in der 66. Minute im Powerplay.

Raphael Wermelinger
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Wiler-Ersigens Verteidiger Jan Bürki gab die entscheidende, geniale Vorlage für Patrick Mendelins Game-Winner.

Wiler-Ersigens Verteidiger Jan Bürki gab die entscheidende, geniale Vorlage für Patrick Mendelins Game-Winner.

Hans Peter Schläfli

Der Auftakt in die Viertelfinalserie zwischen dem Vierten und dem Fünften nach der Master Round verlief wie erwartet ausgeglichen. Der Titelverteidiger Wiler-Ersigen holte in 16 Meisterschaftsspielen 5 Punkte mehr als die Zuger, gewann das erste Aufeinandertreffen in der Qualifikation mit 8:6, musste im zweiten Duell in der Master Round Mitte Februar aber als Verlierer vom Platz. Damals setzten sich die Zuger, die sich in der Master Round in besserer Form präsentierten als der SVWE, der zuletzt dreimal verloren hat, im Penaltyschiessen durch. Auch die erste Begegnung in den Playoffs ging in die Verlängerung.

Im bisherigen Saisonverlauf hatten beide Teams mit vielen Toren für Spektakel gesorgt. Die Zuger stellten mit 100 Toren in 16 Spielen hinter Qualifikationssieger GC die zweitbeste Offensivabteilung der Liga. Der SVWE erzielte am drittmeisten Treffer, im Schnitt exakt sechs pro Spiel. Zum Auftakt der Viertelfinalserie fielen indes nur drei Tore. Das lag vor allem daran, dass Wiler-Ersigen wie schon in den vorangegangenen Partien zwar sehr engagiert auftrat, aber zu wenig effizient im Angriff war.

Das Heimteam startete besser ins Spiel und verzeichnete schon in den ersten zehn Minuten ein paar zaghafte Abschlüsse. Es fehlte aber die Präzision, die meisten Schüsse flogen über das Gehäuse. Zudem blockten die Zuger Verteidiger gut und wenn doch mal ein Schuss auf das Tor der Gäste kam, war Goalie Petter Nilsson zur Stelle. Auch die erste Chance in Überzahl liess der SV Wiler-Ersigen ungenutzt verstreichen. Abgesehen von zwei Schüssen von Pylsy schaute wenig Gefährliches heraus im Powerplay. Eine richtig gute Torchance konnte sich keine der beiden Mannschaften erarbeiten im ersten Drittel.

Bezeichnenderweise war es ein Verteidiger der dritten Linie, der den Bann brach. Tobias Känzig schoss den SV Wiler-Ersigen in der 28. Minute in Front, nachdem die Gastgeber zu Beginn des Mitteldrittels auch im zweiten Powerplay nicht reüssiert hatten. Für Känzig war es erst das zweite Saisontor, aber kein unwichtiges. Zugs Reaktion auf den Rückstand viel heftig aus. Die erste richtige Druckphase der Gäste löste die taktischen Fesseln und die Partie wurde etwas wilder. In der 34. Minute nutzten die Zuger ihre erste Möglichkeiten in Überzahl zum Ausgleich. Andersson traf auf Pass von Hallén. Es war einer der seltenen Momente, in denen sich das Schwedische Duo, das für 38 der 100 Tore verantwortlich war, in Szene setzen konnte. Für Andersson war es der 20. Treffer in der laufenden Kampagne.

Beide Teams forcierten ab Spielmitte die besten beiden Linien. Der Pechvogel bei den Zugern war Severin Nigg. Der bislang drittbeste Skorer bei den Zugern traf zweimal die Latte (38. und 56. Minute). Wiler-Ersigen verzeichnete zwar auch im dritten Abschnitt mehr Abschlüsse, doch die Qualität war mangelhaft. Joonas Pylsy vergab mehrmals aus guter Position. Sowieso konnte der finnische Weltmeister kaum Glanzpunkte setzen. Sein Landsmann, Verteidiger Krister Savonen, fehlte dem SVWE verletzungsbedingt.

Weil Zug-Goalie Nilsson in der letzten Minuten noch einen Big Save gegen Wiler-Topscorer Dudovic auspackte, ging es zum zweiten Mal im dritten Duell in die Overtime. Dort war in den ersten beiden Minuten SVWE-Torhüter Martin Menétrey gefordert, der stark hielt gegen Mock und Nigg. Beinahe wäre er noch von seinem eigenen Captain düpiert worden – Väänänens verunglückter Rückpass landete am Pfosten. Dann wagte sich endlich auch Wiler-Ersigen in den Angriff. Dudovic traf in der vierten Minute der Verlängerung nur den Pfosten. Wenig später leisteten sich die Zuger eine kapitale Strafe. Und plötzlich ging es schnell beim SV Wiler-Ersigen: Bürki mit einem genialen Zuspiel für Mendelin und der Nationalspieler, im Verlauf der Saison von Basel Regio gekommen, besiegelte den mühevollen Startsieg mit seinem sechsten Saisontor.