Unihockey
Gegen die offensivstarke Wundertüte muss sich der Rekordmeister steigern

Der SV Wiler-Ersigen trifft ab Mittwoch im Playoff-Viertelfinal auf Zug United. Im bisherigen Verlauf der Saison konnten beide Klubs je eine Begegnung für sich entscheiden. Am Ende trennten die beiden Teams auf den Plätzen vier und fünf der Master Round fünf Punkte.

Raphael Wermelinger
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Bis jetzt konnten Krister Savonen (rechts) und seine Teamkollegen des SV Wiler-Ersigen den eigenen Ansprüchen mit Platz vier nicht genügen.

Bis jetzt konnten Krister Savonen (rechts) und seine Teamkollegen des SV Wiler-Ersigen den eigenen Ansprüchen mit Platz vier nicht genügen.

Hans Peter Schläfli

Direkt im Anschluss an den letzten Spieltag der Master Round am Sonntagabend durften die besten Klubs ihre Gegner für die Playoff-Viertelfinals wählen. Die Grasshoppers, die sich den ersten Platz mit einem komfortablen 11:3-Sieg gegen Rychenberg gesichert hatten, entschieden sich für Waldkirch St. Gallen. Die Ostschweizer hatten den Einzug in die Playoffs als achtes und letztes Team geschafft.

Nach GC war die Reihe am Tabellenzweiten Alligator Malans. Und die Bündner wählten nicht die Tigers Langnau, die sich erst über den Umweg Challenge Round das Playoff-Ticket gesichert hatten. Sondern für den Sechsten der Master Round, den HC Rychenberg Winterthur. Damit war der Weg frei für ein Berner Derby. Die drittplatzierten Könizer packten die Gelegenheit beim Schopf und wählten Langnau als Viertelfinalgegner. Für den SV Wiler-Ersigen auf Platz vier blieb mit dem fünftplatzierten Zug United das erwartet unangenehme Los übrig.

Rekordmeister Wiler-Ersigen kann mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden sein. Der vierte Platz genügt den eigenen Ansprüchen sicher nicht. Im Kader mit den finnischen Weltmeistern Tatu Väänänen, Krister Savonen und Joonas Pylsy schlummert ein riesiges Potenzial. Doch bis jetzt kam das Team von Trainer Thomas Berger einfach nicht in Fahrt in dieser Saison.

Zum Abschluss der Master Round kassierte der SVWE am Sonntag die dritten Niederlage in Folge, ein 3:6 gegen Alligator Malans. Der Einsatz stimmte wie so oft, doch die Abschlüsse und die Torausbeute waren ungenügend. Wiler-Ersigen vergab in der Startphase mehrere hochkarätige Chancen, sogar einen Penalty. Malans auf der anderen Seite machte im Startdrittel aus vier Versuchen zwei Tore. Entgegen dem Spielverlauf führten die Bündner nach 20 Minuten mit 2:1.

Im zweiten Drittel wurde Malans besser, hatte nun mit der Führung im Rücken auch mehr Spielanteile. Wiler-Ersigen dagegen verkrampfte sich zusehends, die Verunsicherung war spürbar. Auch zwei Powerplay-Tore im Schlussabschnitt brachten Wiler-Ersigen nichts mehr ein. Es braucht eine deutliche Steigerung in den Playoffs. Dass der SV Wiler-Ersigen jeden Gegner schlagen kann, hat er in dieser Saison schon bewiesen.

Alexander Hallén ist mit 19 Toren und 16 Vorlagen der Topskorer von Zug United.

Alexander Hallén ist mit 19 Toren und 16 Vorlagen der Topskorer von Zug United.

Stefan Kaiser

MIt dem Cupsieger von 2020, Zug United, wartet ein unangenehmer Gegner auf den SVWE. Mit der Verpflichtung des schwedischen Duos Alexander Hallén und André Andersson ist den Zugern ein Glücksgriff gelungen. Dazu kam Nationalspieler Luca Graf von den Grasshoppers. Der 30-jährige ist der Abwehrchef bei den Zugern.

Diese starteten mit einem 9:4-Sieg gegen Rychenberg in die neue Saison und schafften in der zweiten Runde mit einem 6:5 nach Verlängerung gleich einen Exploit gegen den späteren Qualisieger GC. Doch dann setzte es zwei Niederlagen gegen Malans (0:5) und Langnau (4:9) ab. Zug präsentiere sich auch im weiteren Verlauf der Qualifikation eine Wundertüte, die mit vielen Toren, aber auch Gegentoren, für Spektakel sorgte in der Quali und sehr schwer einzuschätzen ist. Im Januar feierte Zug gegen Uster (12:6) und Thun (12:4) zwei Kantersiege, dafür setzte es zum Abschluss der Quali eine Niederlage gegen das Schlusslicht Sarnen ab.

Gut lief es für die Zuger, die im Verlauf der Saison Center Alexander Larsson wegen eines Kreuzbandrisses verloren, in der Master Round: Die Zentralschweizer schlugen nicht nur Rychenberg Winterthur im Direktduell um den fünften Platz, sie bezwangen mit Wiler-Ersigen und Köniz auch zwei Klubs aus den Top 4. Am Ende holte Zug als Fünfter fünf Punkte weniger als der SV Wiler-Ersigen direkt davor.

Zweimal trafen die beiden Teams in dieser Saison schon aufeinander. Anfang Oktober setzte sich der SVWE daheim mit 8:6 durch. Damals sorgte Wiler-Ersigen mit fünf Toren im Mitteldrittel für die Differenz. Mitte Februar revanchierten sich die Zuger in der Master Round für die Niederlage. Sie konnten im Verlauf des Spiels zweimal einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachen (1:3 und 2:4), legten in der Schlussphase mit dem 5:4 selbst vor und setzten sich am Ende im Penaltyschiessen mit 6:5 durch.

Mit 34 Punkten in 16 Spielen der zweitbeste Skorer im Team von Zug United: der Schwede André Andersson.

Mit 34 Punkten in 16 Spielen der zweitbeste Skorer im Team von Zug United: der Schwede André Andersson.

Michael Peter Allenwinden

Herausragend war bislang vor allem die Offensivleistung der Zuger. 100 Tore erzielten sie in 16 Spielen, nur der Qualifikationssieger GC war noch etwas produktiver. Topskorer des Teams ist der 28-jährige Schwede Alexander Hallén mit 19 Tore und 16 Assists. Einen Punkt weniger verbuchte sein Landsmann André Andersson. Der beste Schweizer Skorer in den Reihen der Zuger ist Severin Nigg mit 21 Punkten. Wiler-Ersigens bester Punktesammler, Michal Dudovic, brachte auf 30 Punkte.

Was die Gegentore angeht, bildet Zug United dagegen das Schlusslicht in der Master Round. Das Team kassierte 22 Gegentreffer mehr als der SV Wiler-Ersigen und sogar deren 30 mehr als die beste Defensivabteilung der Liga, die von Alligator Malans. Erstmals prüfen kann der SVWE die Zuger Abwehr am Mittwochabend im Sportzentrum Zuchwil. Das zweite Duell der Best-of-7-Viertelfinalserie findet am Samstag in der AXA Arena in Winterthur statt und Spiel drei einen Tag später in der Grossmatt in Kirchberg. 20., 21. 27. und 28. März sind die weiteren Spieldaten.