Bellach
Unglaubliches hätte passieren können

Bei der Grillstelle am Holenplatz in Bellach haben am Samstag Unbekannte eine Gasflasche auf glühende Kohlen gestellt. Gerade zur rechten Zeit kam Werner Bläsi vorbei, der für die Bürgergemeinde zu den Grillstellen schaut.

Lucien Fluri
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Solothurner Zeitung

Bei der Grillstelle am Holenplatz in Bellach haben am Samstag Unbekannte eine Gasflasche auf glühende Kohlen gestellt. Gerade zur rechten Zeit kam Werner Bläsi vorbei, der für die Bürgergemeinde zu den Grillstellen schaut. Er sperrte die Grillstelle ab, bis die Gasflasche abkaltete. Dass nichts passiert ist, liegt wohl in erster Linie an den Sicherheitsstandards der Gasbehälter.

Werner Bläsi schaut zum Wald und damit zu den drei Brätelplätzen der Bürgergemeinde Bellach. Am letzten Samstag fuhr er gegen 18 Uhr beim Holenplatz vorbei – und staunte nicht schlecht: Dort stand tatsächlich eine Gasflasche auf dem Feuer. «Es war ein richtiges Feuer mit Holzkohle», sagt Bläsi. Bläsi stellte sein Auto etwas entfernt ab und ging zurück. Zuerst näherte er sich, um die Flasche vom Feuer zu nehmen. «Etwa einen Meter entfernt merkte ich, dass es sehr heiss ist.

Der Rand unten an der Gasflasche war rot glühend», sagt Bläsi. Deswegen trat er zurück und sperrte die Umgebung um die Brätelstelle ab. Wie die Gasflasche dorthin kam und wer sie dorthin brachte, ist nicht klar: «Weit und breit war niemand», sagt Bläsi. Dann wartete er, bis die Gasflasche abgekühlt war. Die Bürgergemeinde Bellach hat bisher keine Anzeige gemacht.

Offenbar wollten die Unbekannten die Gasflasche zur Explosion bringen. «Es handelt sich hier nicht mehr einfach um einen Bubenstreich, sondern diese Tat war lebensgefährlich», sagt Bläsi. «Es hätte ja jemand hinzukommen können, der keine Ahnung hat.» An einen Zufall glaubt er nicht: «Offenbar hatte irgendjemand versucht, diese Gasflasche zur Explosion zu bringen.»

Gasflaschen müssen strengen Standards genügen

«Warum legt jemand eine Gasflasche auf das Feuer?», ist die erste Reaktion, die wir bei Blaser und Trösch in Oberbuchsiten, einem der führenden Anbieter von Gasgeräten, auf die Frage hören. Das Glück, dass in Bellach nichts passiert ist, liegt an den strengen Standards, denen Gasflaschen genügen müssen. «Stahlflaschen mögen unheimlich viel vertragen, es gibt aber keine hundertprozentige Garantie», sagt Markus Trösch, der mit seiner Firma schon kontrollierte Erhitzungen zu Testzwecken durchgeführt hat.

Trösch war auch schon bei einem Vollbrand in einer Zimmerei dabei. «Damals ging es 35 Minuten, bis die Flasche explodierte», erklärt Trösch. Patrick Fuppiger von Vitogaz ist sogar vorsichtiger: Er schätzt, dass eine Flasche teilweise auch nur fünf bis zehn Minuten im Feuer überleben könnte, ab dann könnte die Flasche bersten. «Das Gas dehnt sich aus, und die Flasche baucht sich», erklärt Fuppiger. Dann käme es zur Explosion.

Stahlsplitter sind gefährlich

Die beiden Fachleute sind sich einig, dass es kein Bubenstreich sein kann. Das Gefährliche, erklärt Markus Trösch, wäre bei einer Explosion nicht in erster Linie das Gas, denn das Gas würde das Feuer durch den Druck verschlagen. Gefährlich wären laut Trösch vor allem die Stahlsplitter, die sich bei der Explosion der Stahlflaschen bilden.

Markus Trösch sieht auch die Möglichkeit, dass das Gas schon vor einer Explosion aus dem Stahlbehälter austritt: «Wenn kein Apparat an die Flasche angeschlossen ist, kann im Hahnen die Dichtung durchschmelzen, und das Gas kann entweichen.»

Als einen Lausbubenstreich sieht den Fall auch die Kantonspolizei Solothurn nicht. «Wenn ein Gefährdungspotenzial bestanden hat, dann ist die Aktion auch strafrechtlich relevant», erklärt Mediensprecher Bruno Gribi. Solange die Polizei aber keine offizielle Kenntnis vom Fall habe, könne auch nichts unternommen werden, erklärt Gribi weiter.

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