FC Solothurn
Trotz massiver Vorwürfe: FC Solothurn will Aegerter als Präsidenten

Stefan Aegerter ist von der Generalversammlung des FC Solothurn zum neuen Präsidenten gewählt worden. Dies trotz happigen Vorwürfen im Vorfeld der Wahl zu seiner Person.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen

Solothurner Zeitung

Am Dienstag war Aegerters früherer Arbeitgeber, der Solothurner Optiker Olivier Mühlethaler, konkret geworden: Stefan Aegerter habe nie für den SC Bern in der Nationalliga A Eishockey gespielt, war der erste, noch kleinkalibrige Vorwurf. Gröber dann die Ansage, sein ehemaliger Angestellter habe unberechtigt mehrere hundert Kundendaten kopiert und zum Aufbau des eigenen Geschäfts verwendet. Deshalb sei Stefan Aegerter gar wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt worden.

Geschlossenheit demonstriert

Im Stadion-Restaurant machte sich beim Wahl-Traktandum deswegen keine Unruhe breit – im Gegenteil: Die über 60 FC-Mitglieder demonstrierten Geschlossenheit, indem sie den seit 2008 ein eigenes Optik-Geschäft führenden Aegerter zuerst ohne Diskussion wie Gegenstimme wählten und dem einen kräftigen Applaus folgen liessen.

Damit endete die einjährige, präsidentenlose Zeit für den FC Solothurn, hatte doch der gestern zum Ehrenmitglied ernannte, vormalige Präsident Robert Beer das Vereinsschiff im Oktober 2009 verlassen.

Inzwischen führte es Ehrenpräsident André Miserez, und er betonte gestern Abend: «Der Boulevard-Krieg gegen Stefan Aegerter hat für mich keine Lawine ausgelöst.» Miserez weiter: «Das ist eine private Angelegenheit und hat mit dem FC Solothurn nichts zu tun.»

Stefan Aegerter hatte vor der Wahl lediglich ein kurzes Statement verlesen, das nur knapp auf Mühlethalers Aussagen einging. Dessen Anschuldigungen hielten «alle keiner Prüfung stand, bis auf den unglücklich erfolgten Verstoss gegen das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG), ...», der zu einer Busse und einer bedingten Geldstrafe geführt hatte.

Im Weiteren, so Aegerter, habe er dagegen nicht rekurriert, «weil ich einen Schlusspunkt setzen wollte» – weder gerichtlich noch öffentlich in den Medien werde er also «schmutzige Wäsche waschen» und dabei «unnötig Energie verschwenden», erklärte er auch sein Stillschweigen nach der Versammlung.

Energie wird Aegerter beim FC Solothurn brauchen, erhöhte sich doch der Schuldenberg um das Jahresdefizit von 29 000 auf 165 000 Franken.

Aktuelle Nachrichten