Insgesamt ist im letzten Jahr kantonsweit 1778-mal eingebrochen worden. Damit ist die Zahl der Einbruchdiebstähle laut Statistik stabil, im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt sogar eher tief.

1997 und 1998 waren jeweils über 3000 Einbrüche registriert worden. Die aktuelle Häufigkeitszahl (Anzahl Einbrüche pro 1000 Einwohner in einem Gebiet) liegt mit 7 unter dem gesamtschweizerischen Wert von 8. Über dem kantonalen Durchschnittswert liegen die Bezirke Gäu (12,1), Olten (8,2), Solothurn (7,1) und Dorneck (8,5). Im Thierstein liegt der Wert bei 3,6. Aussagekräftiger sind jedoch die Mehrjahreswerte: Während in Olten und Solothurn weniger als auch schon eingebrochen wird, sind die Zahlen im Thierstein leicht und im Dorneck markant gestiegen. Grundsätzlich aber liegt der Wert im Schwarzbubenland mit 6,5 unter dem kantonalen Schnitt.

Sehr tiefe Aufklärungsquote

Laut Ankli hat die Kantonspolizei Solothurn im Leimental an einer Veranstaltung bereits im Januar über Vorsichtsmassnahmen informiert, wie man sich besser vor Einbrüchen schützen kann (siehe auch «Polizei: Schutz vor Einbrechern»). Wie die Polizei in der regierungsrätlichen Antwort bestätigt, bewegen sich die Einbrecher mit hoher Mobilität. Sie verübt innert kurzer Zeit in einem bestimmten Gebiet oder bestimmten Gebieten vermehrt Einbrüche und verlässt die Region oder die Schweiz anschliessend möglichst rasch. «Sofern Tatverdächtige mit solchen Tatmustern ermittelt werden können, handelt es sich meist um Personen mit Wohnsitz im Ausland», so der Regierungsrat. Übrigens: Die Aufklärungsquote bei Einbruchdiebstählen beträgt keine 10 Prozent (2010: 8,5 Prozent).

Dass es sich oft um Einbruchserien von Kriminaltouristen handelt, zeigen jeweils die markanten Zu- und Abnahmen von Einbruchdiebstählen. Im Bezirk Dorneck beispielsweise ist es im März 2011 zu einer Häufung gekommen, im April und Mai 2011 konnte bereits eine markante Abnahme verzeichnet werden. Die Regierung hält aber fest: «Kriterien oder erkennbare örtliche Muster sind kaum ersichtlich.» Für die Polizei sei nicht vorhersehbar, zu welchem Zeitpunkt sich die Täter für welche Gegend entscheiden. .Aus diesem Grund kann die Polizei laut der Regierung angesichts ihres Personalbestandes neben der permanenten flächendeckenden Grundversorgung erst dann zusätzliche Kräfte in einem Gebiet zusammenziehen, wenn sich die Anzahl der Einbrüche erkennbar gehäuft habe.

Mehr Personal wünschenswert

Objektiv betrachtet ist die Sicherheitslage laut der Regierung im Schwarzbubenland gut. Derzeit sei täglich eine Nachtpatrouille und von Montag bis Freitag zusätzlich eine Nachmittagspatrouille im Einsatz. Zusätzliche Patrouillen könnten die sichtbare Polizeipräsenz weiter erhöhen, Interventionszeiten durchaus verkürzen und auch einen Beitrag zur Erhöhung der subjektiven Sicherheit leisten. «Ob sich dadurch die Anzahl Einbruchdiebstähle signifikant verringern liesse, ist jedoch – gerade auch unter Berücksichtigung des beschriebenen Täterverhaltens – nicht mit Sicherheit zu sagen», so der Regierungrat. Unbestritten sei, dass sich die Anzahl Patrouillen mit den heute zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen nicht erhöhen lässt. Der Soll-Bestand im Schwarzbubenland sei jedoch sichergestellt. Weitere ausschliesslich für diese Region zu treffende Massnahmen erachten die Regierung unter Berücksichtigung der dortigen objektiv guten Sicherheitslage «als sicherheitspolizeilich nicht notwendig und politisch nicht opportun».

Hingegen erscheint es der Regierung sachgerecht, dem Polizeikommando grundsätzlich das frühzeitige adäquate Reagieren auf Hinweise eigentlicher Einbruchserien zu ermöglichen: «Im ganzen Kanton muss die erforderliche Massierung möglich sein, um sowohl flexibel Schwerpunkte setzen zu können als auch um über die nötigen Ressourcen zu verfügen, damit Täter von Einbruchdiebstählen in den immer aufwändigeren Verfahren ermittelt werden können.» Sprich: Mehr Personal wäre gut.