Tierpartei Schweiz
Tierpartei Schweiz ist gegen einen Beitritt zur EU

Barbara Banga, Vorstandsmitglied der Tierpartei Schweiz, über die Standortbestimmung der Partei. Für sie ist klar: «Solange ein Beitritt mit Abstrichen in der Tierschutzgesetzgebung einhergehen würde, kommt ein Beitritt für uns nicht in Frage.»

Elisabeth Seifert
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Barbara Banga, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Tierpartei, will die breite Bevölkerung für Tierschutzprobleme sensibilisieren.

Barbara Banga, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Tierpartei, will die breite Bevölkerung für Tierschutzprobleme sensibilisieren.

Hansjörg Sahli

Frage von EDU-Parteipräsident Willi Minger an die Tierpartei: Trotz eines Schächtverbots in der Schweiz kommt diese Praxis bei bestimmten religiösen Gruppen immer wieder vor. Was unternehmen Sie dagegen?

Barbara Banga: Verstösse gegen das Schächtverbot müssen angezeigt und streng bestraft werden. Wir verlangen zudem, dass die Einfuhr von geschächtetem Fleisch verboten wird. Bei muslimischen Gruppen hierzulande und auch im Ausland setzt sich aber sowieso immer mehr die Haltung durch, dass auch das Fleisch von Tieren, die vor dem Schlachten mit Stromstössen betäubt werden, als «religionskonform» gilt.

Was tut Ihre Partei, damit die Arbeitslosigkeit im Kanton Solothurn in den kommenden vier Jahren nicht steigt?

Das ist eine Frage, die wir gesamtschweizerisch angehen müssen. Besonders wichtig scheint uns, dass sich der Euro gegenüber dem Franken auf einem für unsere Exportwirtschaft verträglichen Niveau stabilisiert. Wir unterstützen hier alle Massnahmen der Nationalbank. Ganz generell gilt es, möglichst gute Voraussetzungen für ein Funktionieren der Wirtschaft zu schaffen.

Soeben haben viele Jugendliche ihre Lehre begonnen. Wie können Sie ihnen garantieren, dass sie mit 65 eine genügend hohe Rente erhalten?

Aus unserer Sicht ist die AHV zurzeit über viele Jahre hinaus gesichert. Sollte sich aber zeigen, dass die Altersvorsorge auf weitere Gelder angewiesen ist, dann setzten wir uns dafür ein, dass die Vermögenden in unserem Land einen Teil dazu beitragen, zum Beispiel über eine schweizweit einheitlich geregelte Erbschaftssteuer.

Lena ist fünf Jahre alt und wohnt in Däniken. Wenn sie aus dem Fenster schaut, sieht sie den Kühlturm des AKW Gösgen. Wird sie in 30 Jahren immer noch Wasserdampf sehen?

Nein. Ich bin überzeugt, dass das AKW dann abgestellt sein wird. Nach dem Reaktorunglück in Fukushima hat ein Umdenken in der Bevölkerung stattgefunden. Viele sind in ihrem Glauben an die Atomenergie erschüttert worden und vertrauen darauf, dass ein Umstieg auf andere Energieträger möglich ist. Die Bevölkerung wird auch Druck machen, wenn die Politik den vom Bundesrat beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie wieder verwässern will.

An den Stammtischen heisst es, es kommen zu viele Ausländer in die Schweiz, um hier zu arbeiten. Muss die Personenfreizügigkeit angepasst werden?

Nein. Unsere Wirtschaft ist zu einem guten Teil auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, und zwar sowohl auf hoch qualifizierte als auch auf einfache Arbeitnehmende. Wichtig ist aber, dass wir das Lohndumping, das immer wieder vorkommt, noch besser bekämpfen. Zudem kann ich nicht akzeptieren, dass Menschen mit einem bescheidenen Einkommen in Städten wie Genf oder Zürich kaum noch bezahlbare Wohnungen finden.

Es gibt in der Schweiz Chefs, die verdienen 4 Millionen Franken pro Jahr, ihre Untergebenen bis zu 100-mal weniger. Finden Sie das richtig?

Natürlich nicht. Diese riesige Lohnschere ist eine Schweinerei. Ich unterstütze deshalb voll und ganz die Volksinitiative der Jungsozialisten, die sich dafür einsetzen, dass der Chef oder die Chefin nicht mehr als 12-mal so viel wie der am schlechtesten bezahlte Mitarbeitende verdient.

Der Name Tierpartei dürfte Programm sein. Welche Ziele wollen Sie erreichen?

Wir bezwecken eine Sensibilisierung der breiten Bevölkerung für Tierschutzprobleme. Handlungsbedarf besteht zum Beispiel bei den Tiertransporten. Die Gesetzgebung enthält viele Gummiparagrafen, auch werden zu wenige Kontrollen durchgeführt. Wir sind zudem gegen einen EU-Beitritt wegen des Landwirtschaftsdossiers. Solange ein Beitritt mit Abstrichen in der Tierschutzgesetzgebung einhergehen würde, kommt ein Beitritt für uns nicht infrage.

Die Tierpartei setzt sich für die Belange der Tiere ein. Gäbe es vorher für benachteiligte Menschen nicht auch noch einiges zu tun?

Der Parteiname steht für einen wichtigen Schwerpunkt unserer Partei. Wir beschränken uns aber nicht auf dieses eine Thema, sondern stehen mit unserem Engagement der SP und den Grünen nahe. Wir setzen uns für die sozial Schwächeren ein und machen uns stark für eine intakte Umwelt. Es heisst nicht umsonst, dass ein Volk daran gemessen wird, wie es mit seien schwächsten Gliedern und auch mit Tieren umgeht.

Welche Frage haben Sie an Parteifrei.ch?

In unserem Land gehören 120000 Menschen im Erwerbsalter zu den Working Poor. Weshalb sollen diese Parteifrei.ch wählen?

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