Balsthal
Zwölf Monate Einbahnverkehr wegen Sanierung der Lindenallee

Die Lindenallee, Balsthals Verkehrshauptschlagader, muss saniert werden. Das Amt für Tiefbau zeigt dem Gemeinderat, wie.

Peter Wetzel
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Auf der Lindenallee bilden sich zu Spitzenzeiten beidseitig Autokolonnen.

Auf der Lindenallee bilden sich zu Spitzenzeiten beidseitig Autokolonnen.

Patrick Lüthy

Das Projekt «Sanierung der Lindenallee/Falkensteinerstrasse» lag im November 2019 öffentlich auf. Auslöser für diese Sanierung war die geplante Einspurstrecke ins Demenzzentrum «Lindenpark». Man stellte fest, dass die Strasse und die Strassenentwässerung in einem schlechten Zustand waren. Mit der Sanierung will der Kanton die Lindenallee auch beidseitig mit Radstreifen versehen und die Fussübergänge durch Mittelinseln sicherer gestalten. Mit der Überbauung des Sagi-Areals wird im Herbst dieses Jahres ein weiteres Grossprojekt an dieser Strasse in Angriff genommen.

Lothar Bürgi vom Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) orientierte den Gemeinderat an seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause über die geplante Verkehrsführung während der rund 12-monatigen Bauzeit. Die zu sanierende Stecke beginnt ungefähr beim «Fürobe Beck» und endet bei der Einmündung des Zollhusgässli in die Falkensteinerstrasse. Die Länge beträgt rund 600 Meter. Dieses Projekt wird selbstredend grosse Auswirkungen auf den Verkehr haben, der schon heute zwischen Oensingen und dem Kreisel Thalbrücke kapazitätsmässig an die Grenzen stösst.

Rückstau bis zur Autobahn würde drohen

Das Projekt sah vor, die Sanierung in acht Etappen auszuführen, aufgrund der engen Platzverhältnisse im Baustellenbereich mittels Lichtsignalanlagen. Im Rahmen der Detailplanung zeigte eine Analyse des Ingenieurbüros Rudolf Keller & Partner die zu erwartenden Rückstaulängen bei Baustellenlängen von 150 Metern bzw. 80 Metern auf. Bei beiden Varianten müsste mit einem Rückstau in die Solothurnerstrasse gerechnet werden, was zu massiven zusätzlichem Rückstau, bis zur Autobahn, führen würde. Auch im Zentrum von Balsthal müsste regelmässig mit Rückstau gerechnet werden.

Das kantonale Amt erachtet eine solche Einschränkung des Verkehrsflusses als nicht zumutbar und schlug dem Gemeinderat eine Lösung vor, die auch von der Balsthaler Infrastrukturkommission gutgeheissen wurde. Diese sieht für die aus Oensingen herkommenden Fahrzeuge eine Umleitung via Metzgerei Burg – Sagmattstrasse – Bahnhofstrasse – Falkensteinerstrasse vor. Die Bauzeit könne auf diese Weise von rund 20 Monaten auf 12 Monate verkürzt werden. Der Verkehr in der Lindenallee würde in Richtung Thalbrücke im Einbahnverkehr geführt. Bürgi hob einige Vorteile der Einbahnverkehrslösung hervor: Der Verkehr wird flüssig, Rückstau ins Zentrum wird verhindert, es besteht kein Konflikt mit Bahneingriff, hat positive Auswirkungen auf die Fahrplanstabilität des ÖV, der Fluchtverkehr durch Wohngebiete wird verhindert und die Kosten werden wegen der kürzeren Bauzeit sinken. Ein Negativpunkt sei die Umleitung des Verkehrs durch die beiden Wohnquartiere Sagmatt und Bahnhof.

Nach dem Ja des Gemeinderates zur Umfahrungsvariante läuft von September bis November 2020 das Submissionsverfahren für die Baumeisterarbeiten. Der Baubeginn ist im Februar 2021 vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte der Lösung mit Einbahnverkehr im Grundsatz zu. Es gibt aber noch einige Detailfragen zu lösen.

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