Laupersdorf

Zwischenfälle am Brunnenfest trüben die positive Bilanz

Die umgeknickten Bäume im von Vandalen heimgesuchten Garten.

Die umgeknickten Bäume im von Vandalen heimgesuchten Garten.

Das 32. Brunnenfest war die letzte Auflage unter der Leitung von OK-Präsidentin Martina Flück. Deshalb schmerzt es sie besonders, dass betrunkene Festbesucher als Vandalen und Streithähne negativ auffielen.

Von Donnerstag bis Samstagnacht fand in Laupersdorf das 32. Brunnenfest statt und lockte wiederum Tausende von Besucherinnen und Besuchern an. Die Eröffnung fand nach der traditionellen Fronleichnams-Prozession statt.

Die verschiedenen Stübli füllten sich rasch mit Gästen. Wer sich nicht bei Essen und Trinken traf, spazierte der Dorfstrasse entlang, hielt hier für einen Schwatz mit Freunden, lauschte dort den Klängen der Musikschüler, liess seine Kinder in der Hüpfburg herumhüpfen oder liess sich vom Familientreff ein Glitzer-Tattoo aufmalen.

Bereits zum zweiten Mal fand am Freitagabend das «Chriesistein»-Spucken statt. Bis Mitternacht wurde unter den wachsamen Augen des eidgenössischen Chriesistein-Spuck Verbandes genüsslich Kirschen gegessen und dann konzentriert gespuckt. Dass dies auch für das Publikum ein einmaliges und vor allem fröhliches Spektakel ist, versteht sich von selbst.

Thomas Steinhauer siegte bei den Männern vor Aschi Bärtschi (16,80 m) und Ivo Schindelholz (16,44 m). Auch die Resultate der Frauen dürfen sich sehen lassen. Mit 11,27 Metern sicherte sich Selina Rütti den ersten Rang. Zweite wurde Gabriela Hafner (10,99m) vor Nadine Schmid (10,16m). Über zehn Personen haben sich zudem für die Schweizer Meisterschaften Ende Juni qualifiziert.

Polizei rückte wegen Streit aus

Soweit das Fazit der Organisatoren. Doch vor allem die Nacht von Donnerstag auf den Freitag verlief nicht ruhig. So musste um 03.30 Uhr morgens die Polizei ausrücken, weil sich drei junge Männer auf einer Strasse lautstark stritten und auf einander losgingen. Als die vom Sicherheitsdienst aufgebotene Polizei eintraf, hatten sich die drei Streithähne so weit beruhigt, dass die Beamten nicht mehr eingreifen mussten, wie Thalia Mosimann von der Kapo auf Anfrage erklärt.

Keine Kenntnis hatte die Polizei hingegen von einer Gruppe, die offenbar auf dem Heimweg vom Brunnenfest einen Zwischenhalt in einem Garten einlegte. Dort rissen sie ein junges Bäumchen aus und knickten eine etwa 10-jährige Tanne so stark auf die Seite, dass wohl im Wurzelbereich mit Schäden zu rechnen ist. Zudem wurden im Rasen Scherben von Flaschen gefunden.

Dies habe sie vom Besitzer der betroffenen Liegenschaft erfahren, erklärt OK-Präsidentin Martina Flück. Zur Identität der Täterschaft wollte sich Flück nicht näher äussern. «Sie wurden gesehen und haben nun eine letzte Möglichkeit, sich selbst zu melden.» Diese Aufforderung hat die OK-Präsidentin übrigens auch auf Facebook gepostet. Rund 160 mal wurde diese Botschaft im Netz inzwischen geteilt. Wenn sich die Täter nicht meldeten, werde Strafanzeige gestellt.

Platzverbot für die Raufbolde

Die erwähnten drei jungen Männer, die in den frühen Morgenstunden im Dorf aufeinander losgingen, wurden übrigens bereits sanktioniert. Ihnen wurde für den Rest des Brunnenfestes ein Platzverbot erteilt. OK-Präsidentin Martin Flück bedauert die neuerlichen Zwischenfälle am Brunnenfest, zumal man nun etwa drei Jahre Ruhe gehabt habe. «Ich fühle mich dafür persönlich fast ein wenig verantwortlich». Antworten, warum es immer wieder Auswüchse gibt, hat Flück keine. Der Alkoholkonsum spiele sicher eine Rolle oder auch der Zeitgeist, mutmasst sie. Weitergehehen soll das Brunnenfest aber auf jeden Fall. «Die positiven Feedbacks für dieses beliebte Dorffest überwiegen», so Flück.

«Am gesamten Brunnenfest gab es an den drei Tagen nur fröhliche Gesichter und gut gelaunte Gäste», sagt auch der neue OK-Präsident Stefan Saner. Ein paar Unbelehrbare gebe es an Festen immer. Zum Glück sei das die Ausnahme. Deshalb sehe er auch keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Er freue sich auf jeden Fall bereits jetzt auf die nächste Auflage des Brunnenfestes im Jahr 2017, so Saner. (EVA/MFL)

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