«Unmöglich», oder «Das schafft ihr nie», meinten die Lehrer am Anfang des Projekts. Grund des Zweifels: Die beiden 9. Klässler Marc Monbaron und Noah Barrer wollten einen Bonbon-Automaten bauen, welcher echtes von falschem Geld unterscheiden, und bei dem die Farbe des Bonbons ausgewählt werden kann. Jeder Schüler und jede Schülerin, welcher im Kanton Solothurn die Sek. E oder B besucht, muss im letzten Schuljahr eine Projektarbeit machen. Die beiden Wolfwiler Sek-E-Schüler der Kreisschule Gäu haben sich für den Bau ebendieses Roboters entschieden.

Programmieren war knifflig

Die Idee kam ihnen durch ihr gemeinsames Hobby: Beide sind technik-begeistert und besitzen ein Lego-Mindstorm-Bauset. Das ist ein programmierbarer Legostein mit Elektromotoren und Lichtsensoren. «Wir wussten, dass dieser gut programmierbar ist», blickt der 15-jährige Marc Monbaron auf die Anfänge des Projekts zurück. Diese beiden Roboter bilden die Basis des Automaten. Sie sind in einer Holzkiste untergebracht. Die Holzkiste ist etwa zwölf Kilo schwer und 70 mal 50 mal 50 Zentimeter gross. Funktionieren tut der Automat folgendermassen: Oben links wird ein Zweifränkler hinein geworfen. Der erste Roboter unterscheidet daraufhin mittels Infrarotsensoren, ob das Geld echt ist.

So funktioniert die Bonbonmaschine, die Schüler aus Wolfwil entwickelt haben.

So funktioniert der Bonbon-Automat, der beiden 9.-Klässler aus Wolfwil.

«Dies funktioniert mit dem Reflektieren der Münze», erklärt Marc Monbaron. Wenn es sich um Falschgeld handelt, wird die falsche Münze wieder auf der Vorderseite des Automaten ausgespuckt. Wenn das Geld echt ist, tritt der zweite Roboter in Aktion: Er bringt, ebenfalls auf der Vorderseite, eine Luke zum Vorschein, die während zehn Sekunden geöffnet bleibt. In der Luke befinden sich drei Knöpfe, mit welchen die Farbe des gewünschten Bonbons gewählt werden kann: gelb, blau oder rot. Der zweite Roboter kommt dem Wunsch des Käufers nach und schleust das ausgewählte Bonbon in den Auswurf unten rechts aus.

Der Lehrer meint: «Sensationell»

Seit Januar haben die Jungs wöchentlich drei Lektionen am Projekt gearbeitet. «Vor allem das Programmieren war eine Herausforderung», sind sich die beiden einig. Als Prüfstein stellten sich die beiden Roboter heraus: Sie stammen nicht aus der gleichen Serie und sind demnach nicht gleich alt. «In die Synchronisation haben wir viel Zeit gesteckt», sind sie sich bewusst. Aber es habe sich gelohnt. Sie hätten Spass gehabt und ihre Ziele erreicht. «Besonders stolz sind wir, dass das Zusammenspiel der beiden Roboter klappt», erzählt Noah Barrer, nicht ohne sich ein Grinsen verkneifen zu können. Der 16-Jährige wird nach den Sommerferien eine Lehre als Konstrukteur antreten. Sein Kollege Marc startet ebenfalls eine Ausbildung in derselben Branche: Er lernt Automatiker.

Begeistert von der Projektarbeit der beiden Teenager zeigt sich ihr Lehrer Martin Imobersteg: «Die Ausführung und die Zusammenarbeit der beiden ist sensationell.» Nicht viele 9.-Klässler hätten einen solchen Automaten bauen können, ist er sicher. Die beiden Schüler erhielten für ihre Arbeit die Note 6.