Pläne liegen auf
Zwei Kiesgruben werden erweitert, damit es mit dem Abbau nahtlos weitergehen kann

Weil die Kiesreserven in den alten Gebieten langsam erschöpft sind, müssen sowohl im Aebisholz in Oensingen und Kestenholz als auch im Hard-Usserban in Härkingen und Fulenbach Erweiterungen her. Die Pläne dazu liegen nun auf.

Sarah Kunz
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Das Kieswerk Aebisholz in Oensingen aus der Luft. Zu sehen ist hier das Werk, in dem der geförderte Kies zu unterschiedlichem Baumaterial verarbeitet wird.

Das Kieswerk Aebisholz in Oensingen aus der Luft. Zu sehen ist hier das Werk, in dem der geförderte Kies zu unterschiedlichem Baumaterial verarbeitet wird.

Thomas Ulrich

Im Kieswerk Hard-Usserban in Boningen und Gunzgen werden laut Rolf Glünkin vom kantonalen Amt für Raumplanung jährlich rund 175'000 Kubikmeter Kies abgetragen. In der Kiesgrube Aebisholz in Oensingen seien es gar 200'000 Kubikmeter. Werden jedes Jahr solch grosse Mengen abgebaut, neigen sich die Reserven irgendwann dem Ende zu. Dies ist für Aebisholz im Jahr 2022 und für Hard-Usserban im Jahr 2027 der Fall. Deshalb müssen die Gebiete für den Kiesabbau erweitert werden.

Die neu festgelegten Gebiete für die Erweiterung der Kieswerke im Hard-Usserban (im Bild) sowie im Aebisholz betreffen vor allem Waldfläche.

Die neu festgelegten Gebiete für die Erweiterung der Kieswerke im Hard-Usserban (im Bild) sowie im Aebisholz betreffen vor allem Waldfläche.

zvg

«Wir versuchen schon seit mehreren Jahren, das Land zu sichern», sagt Glünkin. Bei den landwirtschaftlichen Grundstücken in der Umgebung der Kieswerke handelt es sich um private Parzellen. Weil die Verhandlungen mit den Besitzern aber gescheitert sind, seien die ursprünglich festgesetzten Perimeter nicht umsetzbar, weshalb eine Richtplanänderung vorgenommen werden muss.

Diese neuen Richtpläne liegen momentan in den betroffenen Gemeinden Oensingen, Kestenholz, Fulenbach und Härkingen sowie beim Bau- und Justizdepartement und beim Amt für Raumplanung auf. Die öffentliche Auflage dauert bis zum 18. September.

«Maximum 30 Jahre in Betrieb»

Bei den neu festgelegten Gebieten handelt es sich um das Aebisholz West Teil Süd in Oensingen und das Hard-Usserban Ost Härkingen/Fulenbach. Sie werden die ausgeschöpften Kiesgruben ersetzen. Im Richtplan werden ausserdem zwei weitere Kategorien festgehalten: Zwischenergebnisse und Vororientierungen. Als Zwischenergebnis werden die Gebiete Aebisholz West-Moosmatt in Oensingen und Neufeld in Kestenholz sowie Hard Südwest und Hard in Härkingen definiert. In die Kategorie Vororientierung werden die Gebiete Moosmatt-Ebnet in Kestenholz/Oensingen sowie Usserban West in Härkingen aufgenommen.

Die geplante Erweiterung im Aebisholz

Die geplante Erweiterung im Aebisholz

zvg

«Die Gebiete für den Kiesabbau sollten jeweils nicht zu gross sein», erklärt Glünkin. «Sie sind nur maximal 30 Jahre in Betrieb.» Denn der Wald, der dem Kiesabbau weicht, müsse nach dieser Zeitspanne wieder vorhanden sein. Nachdem also die jetzigen Gebiete erschöpft sind, werden die festgelegten Gebiete in Betrieb genommen. Sind diese wiederum in 20 bis 30 Jahren ausgelastet, könne man auf die heuer festgelegten Zwischenergebnisse und die Vororientierungen zurückgreifen.

Abbaumenge steigt an

Der Richtplan-Prozess wird voraussichtlich noch bis im Frühling 2019 andauern. Danach muss dieser vom Bund genehmigt und die Nutzungsplanung mithilfe eines öffentlichen Mitwirkungsverfahrens ausgearbeitet werden. «Wir hoffen, dass wenigstens das Gebiet im Aebisholz bis im Jahr 2021 genehmigt wird», so Glünkin. «Wenn nämlich die Kiesreserven im jetzigen Gebiet erschöpft sind, kann der Abbau im neuen Gebiet nahtlos weitergehen.»

Für die nächsten Jahre erwartet Glünkin einen Anstieg der Abbaumenge: «Mit dem 6-Spur-Ausbau der Autobahn rechnen wir pro Jahr mit 30'000 Kubikmetern mehr Kiesabbau im Aebisholz.»

So funktioniert ein Kieswerk

Der Kies, welcher in der Kiesgrube Aebisholz in Oensingen und im Kiesabbau Hard-Usserban in Boningen und Gunzgen verarbeitet wird, stammt grösstenteils vom Rhonegletscher und wurde während der letzten Eiszeit durch das Gletscherwasser abgelagert. Bevor der Kies aber aus der Erde geholt werden kann, müssen zunächst die Humus- oder Waldbodenschicht sowie der sogenannte Unterboden abgetragen werden. Die Schichten sind rund 20 Zentimeter dick, der Unterboden sogar bis 150 Zentimeter. Erst dann erscheint die Kiesschicht. Diese wird in den Abbaugebieten per Förderband zu den Werken transportiert und dort gewaschen, gesiebt und entsprechend der Grösse den unterschiedlichen Produktionszweigen und Komponenten zugeführt. Dieses Material wird dann beispielsweise für die Herstellung von Beton, Betonwaren oder auch losen Kieskomponenten für Gärten, Strassen und den Bau verwendet. Der abgetragene Humus und Unterboden wird wenn möglich direkt umgelagert, ansonsten auf dem Gelände zwischengelagert oder für die Wiederauffüllung ehemaliger Abbaubereiche der Kiesgrube verwendet, nachdem deren Reserven ausgeschöpft sind. Zuvor muss ein solcher Bereich aber zwingend mit sauberem Aushubmaterial aufgefüllt werden, welches von verschiedenen Baustellen bezogen wird. «So entsteht wieder eine intakte ökologische Fläche, die aufgeforstet und rekultiviert werden kann», sagt Rolf Glünkin vom Amt für Raumplanung. «Die Gebiete werden somit nach dem Abbau wieder ihrem ursprünglichen Nutzen zugeführt.» Die Arbeit eines Kieswerks ist folglich ein Kreislauf, in welchem die Umwelt und das dazu verwendete Land keinen grösseren Schaden nimmt. (SKU)

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