Egerkingen

Zusammenhalt der Bevölkerung stärken: «IntEger» bietet Hilfestellung an

Wer Hilfe braucht beim Einkaufen, soll sie kriegen. (Themenbild)

Wer Hilfe braucht beim Einkaufen, soll sie kriegen. (Themenbild)

Auch in Egerkingen leisten Organisationen gute Dienste für durch Corona gefährdete Menschen. Personen, die älter als 65 Jahre oder gesundheitlich angeschlagen sind, werden von der Gemeinde unterstützt.

«Wir kümmern uns um Ihre Erledigungen!», heisst es auf einem Flyer der Einwohnergemeinde Egerkingen. Dieser wurde am Montag auf der Gemeinde-Homepage abrufbar sowie auf der Strasse von acht Freiwilligen in der gesamten Gemeinde verteilt.

Doch was ist der Inhalt der Botschaft? Auf Bitte des Bundesrates sollen die Menschen wenn möglich zu Hause bleiben, um sich nicht mit dem Corona-Virus anzustecken. Dies gilt in erster Linie vor allem für ältere oder gesundheitlich angeschlagene Personen, welche zu den Risikogruppen gehören. Damit sich eben diese Menschen nicht nach draussen für den Einkauf begeben müssen und somit Gefahr laufen sich zu infizieren, bietet die Gemeinde Egerkingen individuelle Hilfestellungen an. «Das betrifft vor allem den Einkauf von Lebensmitteln oder Produkten von Apotheken, aber je nach Bedarf kann auch weitere Hilfe geleistet werden», sagt Melinda Hüsler, Integrationsbeauftragte der Einwohnergemeinde, auf Anfrage.

Kommission greift auf Integrationsprojekt zurück

Integration ist hierbei ein ganz wichtiges Stichwort. Die Kommission für Kultur, Gesellschaft und Soziales (KuGeSo) stützt sich bei den Hilfestellungen auf das Integrationsprojekt «IntEger. Gemeinsam vorwärts» und möglichst viele Freiwillige aus der Bevölkerung.

Das Ziel von «IntEger» ist es, den Zusammenhalt der Bevölkerung zu stärken. Dies unter anderem durch verschiedene Veranstaltungen wie auch individuellen Hilfestellungen. Das Projekt wurde im September 2019 gestartet. «Die Idee mit der Einkaufshilfe ist uns letzte Woche gekommen», sagt Hüsler. Die Solidaritätswelle erfasste aufgrund der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus die gesamte Region. In vielen Gemeinde bildeten sich Hilfsgruppen wie jene in Egerkingen. In den sozialen Medien gab es in den letzten Tagen teilweise heftige Kritik gegenüber den älteren Generationen, die sich trotz Warnung des Bundes unter die Menschen mischten.

Aber wie funktioniert das System mit den individuellen Hilfestellungen genau? «Auf dem Flyer haben wir zwei Mobile-Nummern angegeben, damit die Leute mit der Koordinationsstelle Kontakt aufnehmen können», sagt die Integrationsbeauftragte der Einwohnergemeinde. Im Hintergrund gibt es eine ständig wachsende Whatsapp-Gruppe, auf welcher die Anfragen mit den freiwilligen Helferinnen und Helfern geteilt werden. Wer Zeit und die nötige Motivation hat, kann den Termin dann übernehmen.

Normalerweise stellen wir Flyer an alle Haushalte per Post zu. Da es aber doch sehr dringlich ist, verteilen die Freiwilligen die Flyer eigenhändig», sagt Hüsler. Sie gingen von Tür zu Tür.
Auf die Frage, ob die Dienstleistung rege genutzt wird, kann die Integrationsbeauftragte noch keine Stellung nehmen. «Das können wir erst nach Anlauf des Projekts abschätzen – das Projekt startet heute», sagte Hüsler am Montag . Ausserdem würden die hilfsbedürftigen Personen dazu tendieren, zuerst bei Angehörigen der Familie oder den Nachbarn anzufragen, bevor sie sich auf der Koordinationsstelle melden, bedenkt Hüsler.

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