Thal-Gäu

Zurück an den Absender: Egerkingens Souverän lehnt ein neues Schulhaus ab

Wie soll sich das Mühlematt-Areal in Zukunft entwickeln? Diese Frage vermochte der Gemeinderat nicht klar zu beantworten.

Wie soll sich das Mühlematt-Areal in Zukunft entwickeln? Diese Frage vermochte der Gemeinderat nicht klar zu beantworten.

Egerkingens Souverän lehnt den Schulhaus-Kredit ab. Die Strategie des Gemeinderats sei nicht gut durchdacht, kritisiert eine Mehrheit.

Auf der grünen Wiese, zwischen Sportplätzen und Schwimmbad und westlich des heutigen Feuerwehrmagazins: Hier wollte die Gemeinde Egerkingen ihr neues Schulhaus bauen, das sie dringend benötigt. Allerdings bremste Egerkingens Bevölkerung die Verantwortlichen aus. In einer geheim abgehaltenen Abstimmung lehnten die knapp 100 Stimmberechtigten den 11,8 Millionen Franken schweren Kredit mit 61 zu 35 Stimmen ab.

Dies begann sich in den zwei Wochen vor der Gemeindeversammlung abzuzeichnen. Im Vorfeld dieser hatten sich aus der Bevölkerung kritische Stimmen erhoben. Der Standort sei nicht gut gewählt, monierten sie in Leserbriefen. Kurz vor der Abstimmung erhielt das Projekt dadurch Gegenwind. Es waren hauptsächlich die Sportvereine, welche sich auflehnten.

Erklärungsversuche bestärkten die Zweifel

Vergeblich versuchten Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi und Benjamin Rogger an der Gemeindeversammlung, den Widerstand zu bändigen. Sie taten dies, indem sie die Anliegen der Bevölkerung aufnahmen und innerhalb weniger Tage eine mögliche Vision für die Arealentwicklung in der Mühlematt entwarfen. Mit Zeithorizont 2030 bis 2040 stellte diese Planung eine Multifunktionshalle und einen Ersatz der Spielwiese in Aussicht. Bartholdi versuchte derweil aufzuzeigen, dass ein Schulprovisorium teuer zu stehen käme (Schätzungen zufolge über 800'000 Franken).

Mit diesen Argumenten verstärkten sich die Zweifel der anwesenden Stimmberechtigten nur. «Ich fühle mich unter Druck gesetzt», sagte etwa Andrea Vogel. «Stehen wir wirklich dermassen unter Druck, dass wir alles Andere ausser Acht lassen?» Bruno von Rohr-Wyss, ein anderer Wortführer meinte: «Wir entlasten die Politik, wenn wir mit einem Provisorium überbrücken.» Das Projekt geht somit zurück an den Absender. Unbestritten wäre eigentlich das projektierte Schulhaus gewesen. Nur die grüne Spielwiese will die Bevölkerung nicht hergeben.

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