Die Freude von Naturfreunden war im Jahr 2010 gross, als sich im Chrebskanal in Kestenholz Biber niedergelassen und nahe der St. Peter-Kapelle einen Damm gebaut hatten. Sie währte allerdings nur kurz. Denn die damals dort lebenden zwei Biber kamen ein Jahr später ums Leben. Eines der beiden Tiere wurde an der Autobahnausfahrt in Oensingen, das andere auf der Autobahn tot aufgefunden.

«Ausser Spuren nichts gesehen»

Lange blieb das danach verwaiste Revier in Kestenholz allerdings nicht unbesetzt. Dies belegten Spuren, welche beim unter Naturschutz stehenden Weiher sowie in dessen Umgebung gefunden wurden. Deutlich wird die Anwesenheit der Nager insbesondere durch den Damm, den sie errichten, um das Wasser zu stauen.

Gesehen haben die Biber bisher aber nur Wenige, obwohl viele danach Ausschau halten: So wie etwa Erwin von Rohr aus Egerkingen oder Brigitte Spiegel aus Kestenholz. «Ausser Spuren habe ich bisher nichts gesehen», sagt von Rohr. Auch Spiegel habe noch keinen leibhaftigen Biber sehen, weil diese ja nachtaktiv seien, wie die 80-Jährige erwähnt.

Inzwischen geht man davon aus, dass beim Weiher in Kestenholz eine Biberfamilie lebt, die bis zu acht Tiere umfassen kann. Schäden haben die dort lebenden Biber bisher nur in geringem Ausmass verursacht, wie Gemeindepräsident Arno Bürgi erklärt.

So komme es ab und an vor, dass unterirdische Biberbauten am Rand des nahe am Bach verlaufenden Flurweges eingebrechen. Aus Sicherheitsgründen würden die Löcher vom Gemeindewerkhof umgehend mit Abschrankungen versehen und danach möglichst rasch aufgefüllt, so Bürgi.

Reitunfall wegen Biberbau

Von Bibern verursachte Löcher wurden letztes Jahr auch am Strassenrand von Flurwegen in Niederbuchsiten entdeckt. Dass diese Löcher nicht ungefährlich sind, erfuhr Jörg Uebelhard im November 2018 bei einem Ausritt mit seinem Pferd.

Das Tier trat mit dem rechten Vorderlauf in ein knietiefes Loch und warf seinen Reiter hochkant ab. Der 64-Jährige erlitt dabei einen Bänderriss in der Schulter, das Pferd eine klaffende Wunde am Kniegelenk.

«Wir hatten Glück», sagt Uebelhard. Beide hätten sich gut erholt. Einen Groll auf die Biber hege er wegen dem Unfall nicht. Allerdings werde er künftig nicht mehr so nahe an Bachläufen entlangreiten, in welchen Biber leben.

Warntafeln werden aufgestellt

Der Gemeinderat von Niederbuchsiten hat Kenntnis vom erwähnten Reitunfall. Nun werde abgeklärt, inwieweit die Gemeinde als Besitzerin der Strasse haftbar gemacht werden könne. «Wir haben den Fall unserer Versicherung gemeldet», erklärt Gemeindepräsident Markus Zeltner.

Weil es sich beim Biber um eine geschützte Tierart handelt, seien die Möglichkeiten eingeschränkt, seinem Wirken Einhalt zu gebieten (siehe Box). Deshalb habe der Gemeinderat beschlossen, auf Niederbuchsiter Gemeindegebiet entlang des Chrebskanals Warntafeln aufzustellen