30 Jahre ist es her, seit die erste Dorfchilbi in Niederbuchsiten stattgefunden hat. Die Geschichte geht genau genommen viel weiter zurück, eigentlich bis ins Jahr 1922, wie das OK bei Recherchen herausgefunden und in einer Jubiläums-Broschüre niedergeschrieben hat. Als Grundlage dienten Aufzeichnungen aus Protokollbuch der Musikgesellschaft Niederbuchsiten. In diesen ist dokumentiert, dass die erste Chilbi im Jahr 1922 als Mattenfest in der Hoftstatt von Franz von Arx abgehalten wurde.

Hauptattraktionen waren damals Wettkegeln, Blumendrehen, Lebkuchendrehen, Sackgupen, Korbball und Wettklettern. Den Auftakt der Festlichkeiten wurde aber von einem Brand im Niederbuchsiter Wald überschattet, welcher natürlich umgehend gelöscht werden musste. Dieses Ereignis vermochte den Erfolg dieses Festes aber nicht zu schmälern und so reihte dieser Anlass Jahr für Jahr in die Vereinschronik der Musikgesellschaft ein.

Für die Helfer gab es Rehpfeffer

Als besonderer Markstein wird in der Jubiläumsbroschüre das Jahr 1947 erwähnt. Damals wurde das Mattenfest auf Initiative von Vereinspräsident Hugo Zeltner in der Hoftstatt der Familie Uebelhard mit der «Altleutenfahrt» verbunden. Das Mattenfest musste schon damals ertragsreich gewesen sein, wurde doch der Einsatz aller Helfer nach Abschluss des Festes mit einem währschaften Rehpfeffer in der «Sonne» verdankt.

Im Verlauf der Zeit wurde das Angebot an den Mattenfesten ausgebaut. Den Aufzeichnungen zufolge konnte im Jahr 1951 der Bieler Schausteller Werner Laubscher verpflichtet werden. In den 60er-Jahren mutierten die Mattenfeste zu Oktoberfesten und wurden später als Herbstfeste in der Mehrzweckhalle angehalten. Letzteres geschah vor allem, um vom Wetter unabhängig zu sein.

Vor 30 Jahren neu lanciert

1987 wurde die Wiederbelebung der Niederbuchsiter Chilbi von Präsident Willy Zeltner angeregt, wie Marianne Moll in ihrer Funktion als Aktuarin der Musikgesellschaft in der Vereinschronik festhielt. Der Verein tat sich allerdings anfänglich schwer mit diesem Gedanken. Dies, weil es abzuwägen galt, ob ein Maskenball, oder wie Simon Berger es formulierte, «die alten Feste», sprich Waldfeste, durchzuführen sind. Dank der Mithilfe der Feldschützen konnte die Musikgesellschaft Ende Juni 1987 die Dorfchilbi beim alten Schulhaus und im Alleingang der Maskenball durchführen. Ab diesem Datum war die Dorfchilbi wieder fest im Veranstaltungskalender verankert. Bei der Zweitauflage wurde auch der Freie Schiessverein in den Kreis der Chilbi-Veranstalter aufgenommen.

Im Zuge der Gleichberechtigung unterstützte in den Folgejahren ein Grossteil der Frauen ihre Schützen und Musikanten bei ihrem Einsatz an der Dorfchilbi. Nach dem Zusammenschluss der beiden Schiessvereine wurden die Turnvereine, die Musikantinnen und Musikanten sowie die Schützen zu den Trägern dieses geschichtsträchtigen Teils der Dorfgeschichte.
Inzwischen stehen bei der alljährlich durchgeführten dreitägigen Dorfchilbi jeweils über 100 Vereinsmitglieder und freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Zählen können die Chilbi-Organisatoren auch auf das Verständnis der Anwohner und der Einwohnergemeinde, wie in der Broschüre nachzulesen ist.

Zwei wichtige Zugpferde

Zusammenfassend kommt der Autor der Jubiläumsbroschüre zum Schluss, dass ganz klar Willy Zeltner und Simon Berger die Zugpferde für die heutige Dorfchilbi waren. Das OK unter der Leitung von Markus Müller sei bestrebt, diese Tradition im Sinne ihrer Vorgänger weiterzuführen. Den Beweis dafür kann das OK an der diesjährigen Jubiläumsausgabe der Dorfchilbi antreten. Diese findet von Freitag, 4. August, bis Sonntag, 6. August, statt.

Infos: www.dorfchilbi.ch