Zum Schutz
Balsthalerin startet Petition für Verkauf von Energy Drinks ab 16 Jahren

Marietta Lüthi aus Balsthal hat eine Online-Petition gestartet. Es geht um ein schweizweites Verkaufsverbot von Energy Drinks an unter 16-Jährige.

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Energy Drinks sind ungesund.

Energy Drinks sind ungesund.

Stefan Kaiser/ Neue Zuger Zeitung

«Energydrinks ab 16.» So lautet der Titel der Petition, die Marietta Lüthi am 31.März 2021 auf OpenPetition.eu gestartet hat und die sich an Bundespräsident Ueli Maurer richtet. Das Ziel ist klar: Unter 16-Jährige sollten keine solchen Süssgetränke kaufen dürfen. Einzelne Detailhändler hätten den Verkauf freiwillig schon auf 14 Jahre beschränkt. So zum Beispiel der Volg.

«Die Inhaltsstoffe dieser Süssgetränke sind gesundheitsschädlich und sollten weder an Kinder noch an Schwangere verkauft werden», schreibt die Petitionärin. Der Grund für ihren Einsatz ist im familiären Rahmen zu finden. «Meine Tochter ist 11 Jahre alt und in ihrem Freundeskreis werden oft Energy Drinks getrunken», erzählt Lüthi und berichtet: «Jedes Mal wenn sie einen trinkt, springt sie im Dreieck und weiss nicht mehr wohin mit der Energie.» Sie weiss aus Erfahrung: «Die Kinder im Quartier kaufen sich die Drinks vorwiegend selbst.»

Das Ziel sind 100'000 Unterschriften

Die 32-jährige Balsthalerin recherchierte und fand «Erschreckendes» im Netz. «Langzeitstudien zeigen, dass sich bei übermässigem Konsum die Zunge auflösen könnte», sagt sie. Für die besorgte Mutter war klar: da muss etwas getan werden. Sie könne es ja verstehen, wenn ältere beispielsweise zum Lernen vor einer Prüfung einen Energy Drink zu sich nehmen würden. Aber die Kleineren sollten geschützt werden.

Mit Hilfe ihres Lebenspartners startete sie die Online-Petition. Damit diese erfolgreich ist, müssen innert sechs Wochen 100'000 Unterschriften gesammelt werden. Der Start verlief schleppend: Stand Dienstag, 13.April 2021, sind es 195 Unterstützende, die gezählt werden. Das entspricht noch 0 Prozent des Sammelziels.

Man mache aber fleissig online Werbung, gibt sich Marietta Lüthi zuversichtlich. Bald will sie auch mit Papierbögen Unterschriften sammeln gehen. «Es gibt momentan andere Probleme, das bin ich mir bewusst. Aber ich gebe nicht auf.»

Wenn die Petition nicht erfolgreich ist, hofft sie zumindest auf Präventionsarbeit. «Die Kleinen sollten aufgeklärt werden, was die Energy Drinks bewirken.» Bei ihrer Tochter hat sie das schon gemacht.

Das will die Petition

openPetition wird auf der Homepage als «freie und gemeinnützige Plattform» beschrieben, «auf der Bürger ein gemeinsames Anliegen öffentlich machen, sich organisieren und in den Dialog mit der Politik treten.»

Der Wunsch der 32-Jährigen wird von vielen Kommentatoren unterstützt. Schon für Erwachsene seien Energy Drinks gefährlich. Da sollte das Getränk nicht in Kinderhände gelangen, heisst es etwa. Der viele Konsum sei beängstigend und «total ungesund». Und in einem anderen Kommentar heisst es, das süchtig machende Koffein sollte allgemein verboten werden. (ldu)