Zirkus in Wisen
Zum Jubiläum Zusammenarbeit zwischen Schule und Christhof stärken

In der Projektwoche «Zirkus» studieren die Schulkinder aus Hauenstein-Ifenthal und Wisen Nummern ein. Ziel ist es, die Kinder vom Christhof Hupp, welche hier zur Schule gehen, besser zu integrieren. Geübt wird für den Jubiläumsakt vom Freitag.

Beat Wyttenbach
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Die Kinder leisten auf dem Trampolin vollen Einsatz. Markus Müller

Die Kinder leisten auf dem Trampolin vollen Einsatz. Markus Müller

Markus Müller

Helle Aufregung und munteres Geplapper empfing den Besucher gestern Montagnachmittag im Zelt des Zirkus Bengalo aus dem thurgauischen Amriswil auf der Munimatt in Wisen; die dreiköpfige Crew war von der Kreisprimarschule Hauenstein-Ifenthal/Wisen und der Heimleitung des Christhof Hupp gemeinsam engagiert worden.

Ihre Aufgabe ist es, zusammen mit den insgesamt 78 Kindergarten- und Schulkindern Zirkusnummern einzustudieren, die am Freitag im Rahmen von zwei Aufführungen gezeigt werden.

Bereits am Morgen konnten die Kids einen Augenschein nehmen und auswählen, bei welcher Nummer sie mitmachen wollen. Zur Auswahl stehen eine Trampolin-Nummer mit Überschlag, Seillaufen und Seiltanz, Bauen von Körperpyramiden, Jonglieren mit Bällen, Reifen und Tüchern, Balancieren von Tellern auf einem Stöckchen, Balancieren auf einem Blechfass sowie Kunststücke am Trapez. Und selbstverständlich dürfen auch die Clowns nicht fehlen. Diejenigen, welche sich nicht exponieren wollen, dürfen im technischen Bereich mithelfen. Am Samstag hatten Schulleiter Christoph Lutz und acht Väter von Kindern das Zelt unter widrigsten meteorologischen Bedingungen gestellt.

«Ziel ist es», so Lutz, «die gute Zusammenarbeit mit dem Christhof zu vertiefen und den Eltern und Kindern auch zu vermitteln, dass wir Hand in Hand arbeiten». Die Idee für das Projekt hatte im Übrigen Andy Hofer, der Heimleiter des Christhofs gehabt, als er den Zirkus letztes Jahr in Oberbuchsiten im Einsatz sah. Und damit hatte er bei Lutz gleich offene Türen eingerannt. Für ihn war klar: Die nicht immer einfachen Kinder vom Christhof können sich im Zirkus mal anders einbringen; an einem Ort, wo weniger korrekte Mathe- und Deutschkenntnisse gefragt sind, sondern Bewegungskoordination und Kreativität.

«Darüber hinaus ist der Zirkus besonders geeignet, um Kinder mit besonderem Förderbedarf zu integrieren. Motorische Fähigkeiten sowie soziale, sensible und künstlerische Kompetenzen werden gefördert», bemerkt der Schulleiter. Schliesslich sei es für alle Kids ein Traum, einmal in der Manege zu stehen und für ungewöhnliche Kunststücke und Leistungen Applaus zu erhalten. «Jeder ist mit seiner Leistung einzigartig und gleichzeitig Teil eines Ganzen», hält Lutz fest. Rund zehn Helfer stehen während dieser Woche im Einsatz.

Bis Freitag haben die acht altersdurchmischten Gruppen (vom Kindergärtner bis hin zur Sechstklässlerin) à zirka zehn Kinder Zeit, ihre Nummern einzustudieren. Für die beiden Aufführungen am Freitag, 5. Juli, um 14 und um 17 Uhr werden einerseits Schulklassen aus Olten und Trimbach erwartet, die die Vorführungen begutachten dürfen (250 Sitz- und 30 Stehplätze hat das Zelt übrigens zu bieten), und andererseits wird das Zeigen des Gelernten in den Jubiläumsakt zum Schulschluss eingefügt.

In diesem Jahr nämlich blickt die Kreisprimarschule auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück. Nebst dem, dass die Sechstklässler aus beiden Gemeinden Richtung weiterführender Schulen in Trimbach und Olten verabschiedet werden, wird Kantonsrat Georg Nussbaumer, alt Gemeindepräsident von Hauenstein-Ifenthal, die Festrede vor den geladenen Gästen – aktuelle Behördenmitglieder und jene aus dem Jahr 2003 aus beiden Gemeinden sowie den Eltern – halten. Ein Apéro beim Schulhaus, die durch den Skiliftverein Hauenstein geführte Festwirtschaft sowie die musikalische Umrahmung durch die Musikgesellschaft Eintracht Wisen komplettiert den Jubiläumsanlass.