Mümliswil
Zum Jubiläum des Dirigenten sangen die Instrumentalisten

Seit zehn Jahren leitet Marco Nussbaumer die Konkordia Mümliswil, deshalb wählte ausschliesslich er das Programm für das Kirchenkonzert.

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Marco Nussbaumer leitet seit zehn Jahren die Konkordia Mümliswil, und bereits seit 26 Jahren das Jugendspiel.

Marco Nussbaumer leitet seit zehn Jahren die Konkordia Mümliswil, und bereits seit 26 Jahren das Jugendspiel.

Patrick Lüthi

Das Kirchenkonzert der Konkordia Mümliswil stand ganz im Zeichen des 10-jährigen Jubiläums ihres Dirigenten Marco Nussbaumer. Aus diesem Anlass durfte er ein Konzertprogramm ganz nach seinen Wünschen zusammenstellen und dieses brachte einige Überraschungen mit sich.

Das Jugendspiel, welches Nussbaumer bereits seit 26 Jahren leitet, eröffnete das Konzert fulminant mit der Ouvertüre aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel. Anschliessen kam das Publikum mit Seal Lullaby in den Genuss einer wunderschönen Ballade. Die sehr junge Solistin Zoë Brunner zeigte dabei grosses musikalisches Einfühlungsvermögen.

Der Konzertteil der Musikgesellschaft wurde begleitet durch die Ansagen, bei welchen verschiedene Musikerinnen und Musiker des Orchesters nicht nur informativ in die Werke einführten, sondern einiges über den Dirigenten und sein Wirken bei der Konkordia erzählten. Von Kindesbeinen an ist Marco Nussbaumer eng mit der Konkordia Mümliswil verbunden. Aufgewachsen ist er in Mümliswil. Schon bevor er das Amt des Dirigenten übernahm, spielte er viele Jahre als Trompeter im Verein. Marco Nussbaumer ist zudem mit vielen Mitgliedern der Konkordia verwandt.

Als vor über 10 Jahren ein neuer Dirigent gefunden werden musste, sei es naheliegend gewesen, auf eine interne Lösung zu setzen und Marco Nussbaumer als Dirigent zu wählen. Aufgrund der grossen persönlichen Nähe habe es im Verein aber auch einige Bedenken gegeben. Wie das so ist, wenn ein junger, zielstrebiger Mensch Karriere macht.

Doch schon nach der ersten Zeit der Probenarbeit und den Auftritten seien die Zweifel komplett verflogen. «Marco Nussbaumer und die Konkordia Mümliswil; das passt einfach sehr gut zusammen», ist man sich heute einig. Es passt so gut zusammen, dass der Verein ihrem Dirigenten für sein 10-jähriges Engagement mit einem eigens für ihn arrangierten und getexteten Lied dankte.

Experiment ohne Instrument

Der Dirigent forderte das Orchester in seinem Jubiläumsprogramm unter anderem mit dem Werk Las Adventuras del Principito von Ferrer Ferran. «Die Abenteuer des Kleinen Prinzen» ist eine magische Komposition, ausdrucksstark und sanft. Nachdem die Ansager kompetent in die Geschichte eingeführt hatten, gelang es der Konkordia mit ihrem Vortag, die Bilder der Reise des kleinen Prinzen musikalisch fassbar zu machen.

Eindrücklich war auch das Stück Hymn for my daughter von Mario Bürki. Eine Ballade, hinter welcher eine traurige Geschichte steht. Die Musik liess niemanden unberührt und traf direkt ins Herz.

Für den letzten Konzertteil verliessen die Musikerinnen und Musiker ihre Stühle und stellten sich als Chor auf. Verstärkt mit Sängerinnen und Sänger aus den einheimischen Chören wurde ein Ad-Hoc-Gospelchor auf die Beine gestellt.

Mit von der Partie waren auch die den regelmässigen Besucher der Konzerte der Konkordia bestens bekannten Thaler Gesangstalente Fabienne Kamber und Junio Nganga. In wenigen Proben wurden vier Lieder einstudiert. Der Dirigent formulierte es so: «Ich wollte schauen, was möglich ist, wenn wir den Musikerinnen und Musikern ihr Instrument wegnehmen und diese nur noch ihre Stimme hätten, um Musik zu machen.» Das Experiment funktionierte. Die Vereinsmitglieder sangen genau so leidenschaftlich wie sie zuvor auf ihren Instrumenten musiziert haben, was beim Publikum sehr gut ankam. (otr)