Gastro Thal-Gäu

Zum Jubiläum gehts auf die Jagd nach Stempel durch die Beizen

Sektionspräsidentin Renate Salzmann und Organisationskomiteepräsident Peter Bützer mit dem Beizen(S)pass.

Sektionspräsidentin Renate Salzmann und Organisationskomiteepräsident Peter Bützer mit dem Beizen(S)pass.

Zu seinem 100-jährigen Bestehen lanciert der Verband Gastro Thal-Gäu den Beizen(S)pass. Verschiedene Betriebe haben in einem Gutschein-Büchlein eine Seite gestaltet.

100 Jahre ist es her, dass an einer Vorstandssitzung des Kantonalen Wirtevereins von der Gründung einer Sektion Balsthal-Thal mit 35 Mitgliedern berichtet wurde. Seither ist viel passiert, doch die vereinigten Wirte gibt es noch immer.

Heute sind sie in der Sektion Thal-Gäu des Verbandes Gastro Solothurn organisiert. Damit sind sie auch Gastro Suisse, dem nationalen Verband für Hotellerie und Restauration, angegliedert.

Kuriositäten aus alten Zeiten

Aus dem ersten noch vorhandenen Protokoll einer Generalversammlung kann man entnehmen, dass der Verein 1927 insgesamt 53 Mitglieder zählte. Die Mitgliederzahlen stiegen, bis sie Ende der 1980er-Jahre 160 erreichten. Heute zähle die Sektion noch rund 100 Mitglieder, sagt Präsidentin Renate Salzmann.

Anlässlich des 75-Jahre-Jubiläums sammelte der Verein Splitter aus Protokollen der vergangenen Jahre. In diesen finden sich viele Anekdoten. Beispielsweise war die Generalversammlung 1938 sehr schlecht besucht, weil die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war. Zur Generalversammlung von 1954 heisst es: «Im Anschluss der GV wird eine Degustation durchgeführt mit der Knorr-Neuheit Aromat.»

Im Jahr 1992 wurde dann das 75-jährige Bestehen der Sektion gefeiert und der «Gastro-Parcours» lanciert. Ziel war es, Jugendlichen mit einem spielerischen Wettkampf Berufe in der Gastronomie schmackhaft zu machen. Diese Idee wurde kurz darauf bereits zum ersten Mal weiterentwickelt.

Restaurants bekannter machen

Für das diesjährige Jubiläum entstand daraus der Beizen(S)pass. Das ist ein kleines rotes Büchlein, in dem verschiedene Gastrobetriebe je eine Seite gestaltet haben. Auf jeder dieser Seiten ist ein Gutschein abgedruckt und es gibt ein Feld für einen Stempel. Für eine Konsumation ab 20 Franken in einem der teilnehmenden Betriebe gibt es einen Stempel und was immer der Wirt auf seinen Gutschein drucken liess. Das kann ein Kaffee, ein Laib hausgemachtes Brot, eine Glacé oder etwas ganz anderes sein. Wer vor Ende August mindestens zehn Stempel gesammelt hat, kann den Pass einsenden und an der Verlosung eines Jura Kaffeevollautomaten teilnehmen.

Peter Bützer, Präsident des Jubiläums-Organisationskomitees, erklärt das Ziel dieser Aktion: «Wir wollen die Restaurants bekannter machen und zeigen, dass wir in der Region viele schöne und aktive Gastrobetriebe haben.»

Verband unterstützt Betriebe

Als nötig erachtet er dies, wegen diverser Probleme, mit denen die Wirte zu kämpfen haben. Zu allererst nennt er das Rauchverbot. Seit dieses in Kraft ist, sei es schwierig, eine Gesellschaft beisammen zu halten. Kaum haben alle fertig gegessen, sind die ersten schon draussen am Rauchen. So löse sich die Gruppe schneller auf und es werde weniger konsumiert, meint Bützer, selber Wirt im Ruhestand. Sektionspräsidentin Salzmann sieht die sogenannte Paragastronomie und dort vor allem die Besenbeizen als Problem. Das sind kleine, meist im Nebenerwerb auf Bauernhöfen geführte Restaurants. Diese sind oftmals sehr beliebt und werben den traditionellen Restaurants Kundschaft ab. In Besenbeizen sind häufig vor allem Familienmitglieder tätig. Salzmann sagt dazu: «Es wird schlicht mit ungleich langen Spiessen gekämpft.»

Doch genau für solche Probleme und Anliegen der Wirte ist der Verband zuständig. Den zugehörigen Wirten werden aber noch viele andere Vorteile zuteil. Sie können sich beispielsweise bei Gastro Suisse in Rechtsfragen beraten lassen oder die AHV-Abrechnung über den Verband machen. Deshalb sind auch viele Pizzakuriere und Imbissstände Mitglied. Zudem organisiert der Verband die Ausbildung der Lernenden. Salzmann sagt: «Ich kenne keinen Betrieb, der ausbildet und nicht im Verband ist.

Beizen(S)pass gut aufgenommen

Auf den Beizen(S)pass gab es seit der Lancierung Anfang Mai nur positive Reaktionen. Salzmann berichtet, sie habe eine Frau an einem Sonntag in zwei verschiedenen Lokalen angetroffen. «Sie hat mir dann erklärt, dass sie am Stempelsammeln sei. Im ersten Restaurant hat sie sogar eine Runde ausgegeben, um auf die geforderten 20 Franken Konsumation zu kommen.» Die beiden Initianten sind guter Dinge, dass der Beizen(S)pass seinen Zweck erfüllen und beim Publikum gut ankommen wird.

Die Beizen(s)pässe können bei Peter Bützer per Mail bezogen werden: pedrini.buetzer@gmail.com

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