Mit vielen Gästen, darunter Vertreter von Polizei, Feuerwehr, anderen Nordschweizer Postautounternehmen, Busbetriebe Olten-Gösgen-Gäu (BOGG) und zwei Gäuer Kantonsrätinnen, feierte die Wyss Reisen AG in Boningen am Samstag das 60-Jahr-Firmenjubiläum. Neben Hausmesse und dem gemütlichen Beisammensitzen in der Festwirtschaft war der offizielle Teil mit Taufe und Segnung der vier neuen Postautos «Boningen», «Fulenbach», «Wolfwil» und «Neuendorf» der Höhepunkt.

Durch diesen Akt führte Roman Cueni, Regionenleiter Nordschweiz bei der Postauto Schweiz AG. Cueni bezeichnete den «grossen Anlass» der Familie mit Gründer Walter Wyss und dem heutigen Geschäftsführerpaar, Sohn Reto und Susanne Wyss, als «wichtiges Ereignis, das Ihr verdient habt. Ihr könnt stolz darauf sein, was Ihr geleistet und aufgebaut habt. Das ist Unternehmertum». Der Postauto-Regionenleiter zog den imaginären Hut vor dem Mut der Familie Wyss, «ohne Subventionen eine Buslinie zu eröffnen. Walter und Erika Wyss (2007 verstorbene Ehefrau, Anm. Red.) wussten schon immer, wo sie etwas machen und herausholen konnten». Roman Cueni überreichte der Familie Wyss als besonderes Geschenk eine Urkunde: «Wir haben einen Stern eintragen lassen, der für alle Ewigkeit für Euch leuchten und Euch und Eure Chauffeure schützend begleiten soll.»

«... dass sie keinen Schaden nehmen»

«Die Familie Wyss nimmt für Boningen nicht nur Busaufgaben war, sie reinigt auch die Strassen, wenn sie eisig glatt sind», sagte Gemeindepräsident Manfred Zimmerli. Er überbrachte dem Unternehmen ein Geschenk, das schon bei seiner Verkündigung vor allem firmenintern für Jubel sorgte: «Die Gemeinde offeriert allen Mitarbeitenden ein Znüni.»

Wolfwils Gemeindepräsident Georg Lindemann bezeichnete das Jubiläum von Wyss Reisen als «ganz grosse Sache» und schmückte seine Ansprache mit vergnüglichen familiären und Chauffeuranekdoten. In seiner Jugend hatte der Vater des Wolfwiler Autogarageninhabers ein ausrangiertes Postauto gekauft und zu einem bequemen Wohnwagen umgebaut. «Es war ein unheimliches Erlebnis, als ich erstmals in einem echten Postauto sass.» Und: «Jetzt, wo auch das Dorf am Aareknie die Nachtwelle nutzt, hat es eine Berechtigung, ein eigenes Postauto zu haben, auf dem sein steht». Die Gemeinde Fulenbach und die Unternehmung Wyss verbinde seit vielen Jahren «eine Kameradschaft, zu der die Chauffeure viel beitragen», hielt Hugo Kissling fest. Der Fulenbacher Gemeindepräsident liess es sich nicht nehmen, die Postauto-Verantwortlichen darauf aufmerksam zu machen, dass «es schön wäre, wenn die Zeitspanne zwischen Bus- und Zugverbindung in Olten etwas grösser wäre».

Der Postautobetrieb sei ein wichtiger Teil des öffentlichen Verkehrs für Neuendorf als Kreisschulstandort, sagte Gemeindevizepräsident Cyril von Arx. Wie alle seine Vorredner wünschte auch er der Firma Wyss, ihren Chauffeuren und Fahrzeugen «für die nächsten 60 und mehr Jahre viel Erfolg, alles Gute und eine möglichst unfallfreie Fahrt».

Das Kapuzinerkloster Olten und das Reiseunternehmen Wyss verbinde seit Jahren eine schöne Freundschaft, erzählte Pater Josef Betschart. Er erbat Gottes Segen für die vier neuen Fahrzeuge, «damit sie uns als Mittel zum Guten dienen, sie helfen, die Menschen einander nahe zu bringen, die Gäste gut an ihrem Ziel ankommen und die Fahrzeuge und diejenigen, die sie benützen, keinen Schaden nehmen».