Die Galerie Rössli in Balsthal hat sich in den vergangenen 50 Jahren als wichtiger Vermittlungsort für das Solothurner Kunstschaffen etabliert und strahlt mit ihren Ausstellungen über die Region hinaus. In diesem Jahr feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum bietet einen schönen Anlass, das Engagement der Galerie Rössli wieder einmal aus den Galerieräumen hinaus in den Aussenraum zu tragen und mit einem ortsspezifischen Kunstprojekt sichtbar zu machen. Dafür wurde der Solothurner Künstler Ruedi Fluri (*1948) eingeladen. Fluri arbeitet hauptsächlich mit dem Werkstoff Papier.

Er experimentiert mit diesem einfachen Material und entwickelt aus einem flachen Blatt Papier Formen. Papier ist ihm «Grundnahrungsmittel für die Fantasie». In Fluris künstlerischem Projekt «Balsthal weiterdenken» regen seine in den Galerieräumen gezeigten Faltwerke und Papiermodelle vom 14. Oktober bis zum 4. November zum Fantasieren und Weiterdenken an. Die Galerie wird dem Künstler zur Denkwerkstatt, um über Formen und architektonische Visionen nachzudenken. Gleichsam zur Fabrik wird der zusätzliche Arbeitsbereich auf dem angrenzenden Gelände der Swiss Quality Paper AG.

Hier ist die Bevölkerung eingeladen, gemeinsam mit dem Künstler Zeitungspapier zu Modulen zu verarbeiten. «Balsthal weiterdenken» baut auf der Mitarbeit vieler auf und betont die gesellschaftliche Dimension der Kunst. Mit den Papiermodulen baut Fluri an der geschichtsträchtigen Ruine weiter und fügt ihr ein neues Kapitel hinzu. Von hier aus lässt sich «Balsthal weiterdenken». So bemerkenswert die künstlerische Intervention sein wird, so modellhaft wird sie vor dem Hintergrund der monumentalen Burganlage bleiben.

Ein Papierturm im Dorf

Ein Turm aus Zeitungspapiermodulen steht bereits ab Oktober auf dem Kornhausplatz in Balsthal. Es handelt sich dabei um das «Stampfwerk», das der Künstler für seine Einzelausstellung im Kunstmuseum Solothurn im Jahr 2014 geschaffen hat. Der Turm steht heute noch auf dem Gelände der Papierfabrik Utzenstorf. Für das Projekt in Balsthal wird er nun auf den Kornhausplatz transferiert. Der Turm wird kurz vor der Finissage auf der Burgruine aufgebaut und kann über die Finissage hinaus weiter besichtigt werden.

Es entsteht eine Publikation, welche die 50-jährige Galerietätigkeit aufarbeitet. Buchvernissage am 16. Dez. um 14 Uhr.