Gross war das Interesse in der Thaler Gemeinde Herbetswil, wie sich der Musikverein in der Öffentlichkeit inskünftig präsentieren würde. Die bisherige königsblaue Uniform war in die Jahre gekommen, weshalb die Dorfmusik ihren 125-jährigen Geburtstag zum Anlass nahm, sich neu einzukleiden.

Von langer Hand vorbereitet, gelang es dem Musikverein, der sich selber nicht nur als jung und dynamisch bezeichnet, sondern auch so auftritt, ein denkwürdiges Geburtstagsfest auf die Beine zu stellen.

OK-Präsident Stefan Müller-Altermatt, seines Zeichens Gemeindepräsident und Nationalrat, hat es zusammen mit seinem Team verstanden, einen weiteren Meilenstein in der Vereinsgeschichte zu setzen.

Mit einem Apéro für die Dorfbevölkerung begannen die Festivitäten bereit am Nachmittag. In den Schulhäusern wurde eine Ausstellung «125 Jahre Dorfmusik Herbetswil» mit viel Bildmaterial und den bisherigen Uniformen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Ausstellung «125 Jahre Dorfmusik» stiess auf Interesse.

Die Ausstellung «125 Jahre Dorfmusik» stiess auf Interesse.

Galkonzert erster Güte geboten

Auf 20 Uhr war ein grosser Unterhaltungsabend angesagt, beginnend mit einem Galakonzert der Konkordia Aedermannsdorf. Und mit Galakonzert wurde nicht zu viel versprochen, denn was die Brass Band aus dem Nachbardorf Aedermannsdorf musikalisch bot, war erste Güte.

Temperamentvoll stieg der Gastverein mit Dmitri Schostakowitsch in sein Programm ein und gab eine erste Kostprobe seines unbestrittenen Könnens. Mit sehr, sehr ausführlichen Erklärungen wies Bernhard Wüthrich, der musikalische Leiter, auf den folgenden Vortrag hin. In zwei Wochen nehmen die Aedermannsdörfer am 41. Schweizer Brass-Band-Wettbewerb in Montreux teil.

Es sei deshalb eine willkommene Gelegenheit, das Wettstück, komponiert von Oliver Wespi, vor einem grossen Publikum aufführen zu können. Mit einem Medley der britischen Rockband Queen wurde der Geschmack des Publikums hervorragend getroffen, wie auch mit dem Marsch «Army of the Night» von Kenneth J. Alford.

Der rote Teppich für Ehrengast und Festrednerin Christine Egerszegi, Ständerätin aus dem Aargau, war gelegt. Die prominente Politikerin bedankte sich für die Einladung, die sie gerne angenommen habe.

Die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi war Ehrengast.

Die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi war Ehrengast.

Schliesslich ist es ja auch kein Geheimnis, dass es der bald abtretenden Ständerätin zu verdanken ist, dass «Jugend und Musik» auf die gleiche Stufe wie «Jugend und Sport» gehoben wurde. In ihrer viel beachteten Rede sagte sie unter anderem, dass die Zusammenarbeit der Generationen, gerade in einem Musikverein, von unermesslichem Werte sei.

Sie lobte auch die Disziplin und Einsatzbereitschaft als unabdingbare Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bestehen, wie hier während 125 Jahren. In der Politik wäre von einem Musikverein viel zu lernen, nämlich Gleichschritt, Tempowechsel, Harmonie und Zusammenspiel.

Und wenn möglichst in C-Dur politisiert würde, kämen ja schliesslich keine Kreuze als mögliche Hindernisse vor. Aus dem lang anhaltenden Applaus des Publikums war auch eine gewisse Wehmut zu spüren, dass Leute wie Christine Egerszegi bald von der politischen Bühne verschwinden werden.

Nochmals zeigte sich die Brassband Konkordia Aedermannsdorf mit einer eigentlichen Solistenparade von ihrer besten Seite und spielte als Zugabe, für eine Brass Band eher unüblich, «Wir Musikanten» von Kurt Gäble.

Uniform auf Fahne abgestimmt

Es folgte eine Reihe von Gratulationen seitens Verband und Gemeinden. Wie an einer solchen Veranstaltung kaum zu vermeiden, mit viel Gerede, bis es endlich so weit war: Die Präsentation der neuen Uniform.

Dabei liess man sich Zeit, viel Zeit sogar und brachte die Spannung fast auf den Siedepunkt. Doch endlich marschierten die Mitglieder des Musikvereins Herbetswil neu eingekleidet unter herzlichem Applaus in den Saal ein.

Vom OK Präsidenten war zu vernehmen, dass die neue Uniform dank grosszügiger Unterstützung bis auf den letzten Rappen bezahlt sei. Auf einen Hut oder Mütze habe man diesmal bewusst verzichtet und farblich sei sie auf die Vereinsfahne abgestimmt worden.

Kurz umschrieben wird man den Musikverein inskünftig in einem anthrazitfarbenen Veston, schwarzer Hose, einem zweifarbigen Gilet in Grau und Schwarz und weissem Hemd zu Gesicht bekommen. Aufgelockert wird die Uniform mit einem diskreten gelben Dekor.

Dass die Herbetswiler Dorfmusik nicht nur optisch gut aussieht, sondern auch musikalisch zu überzeugen vermag, wurde abschliessend mit einem kurzen Konzert bewiesen.

Ganz zum Schluss dankte Vereinspräsidentin Sabine Müller-Altermatt allen, welche zur Anschaffung der neuen Uniform beigetragen haben und auch allen Helfern für das gelungene Fest.