Mitten im Ersten Weltkrieg schlossen sich die Dorffeuerwehren zu Bezirksverbänden zusammen. Ende 1915 gründeten sieben Thaler Gemeinden einen eigenen Feuerwehr-Verband, 1917 folgten die Bezirke Gösgen und Gäu, 1918 der Bezirk Olten. Am letzten Samstag feierte der Bezirksfeuerwehrverband Gäu (BFV Gäu) sein hundertjähriges Bestehen mit einem grossen Fest.

Die Jubiläumsfeier war in zwei Teile gegliedert. Den ganzen Tag über demonstrierten die Feuerwehrkorps aus den neun beteiligten Gemeinden, die Betriebsfeuerwehr des Migros-Verteilbetriebs und die Jugendfeuerwehr sowie die Regionale Zivilschutzorganisation Gäu die neuesten Techniken und Taktiken bei den verschiedensten Einsätzen. «Die Feuerwehr soll die Mittel zeigen, über welche sie verfügt», erklärte Daniel Haltinner, der Präsident des BFV Gäu. Deren Bandbreite reicht von Feuerlöscher und Löschfahrzeugen bis zum Herz-Defibrillator und Material zur Bekämpfung von Öl- oder Chemieunfällen.

Regierungsrätin würdigt Engagement

Am Abend waren rund 500 Feuerwehrleute und Gäste zu einem offiziellen Festakt in die Mehrzweckhalle Neuendorf eingeladen. Das Organisationskomitee um Franz Jäggi hatte ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt, als Moderator wirkte der Härkinger Magier Pedrini, der auch das Publikum mit Zaubereien verblüffte.

Hauptperson des Abends war Regierungsrätin Brigit Wyss. Die Volkswirtschaftsdirektorin überbrachte die Grüsse Gratulation und Anerkennung der Solothurner Regierung. Brigit Wyss würdigte all die Frauen und Männern, die rund um die Uhr bereit sind, auszurücken, um zu retten, zu löschen und Schaden abzuwehren. «Über Generationen haben sie sich in den letzten hundert Jahren aufopfernd und ehrenamtlich zum Schutz und Wohl der Bevölkerung engagiert.» Das werde oft als eine Selbstverständlichkeit angesehen, sei aber alles andere als selbstverständlich, unterstrich Festrednerin Brigit Wyss.

In Festlaune (v. l.): BFV-Gäu-Präsident Daniel Haltinner, Regierungsrätin Brigit Wyss und OK-Präsident Franz Jäggi.

In Festlaune (v. l.): BFV-Gäu-Präsident Daniel Haltinner, Regierungsrätin Brigit Wyss und OK-Präsident Franz Jäggi.  

Viele neue Aufgaben

Dabei haben sich die Feuerwehren im Laufe der Zeit zu Hightech-Dienstleistungsbetrieben entwickelt. Zum ursprünglichen Löschen von brennenden Häusern sind viele weitere Aufgaben hinzugekommen, namentlich bei Verkehrsunfällen, Herznotfällen oder im Natur- und Umweltbereich, stellte Brigit Wyss anerkennend fest. Sie dankte allen Feuerwehr-Frauen und Männern, ihren Familien und Arbeitgebern und fügte an: «Wir zählen weiterhin auf Euch!» Daniel Haltinner, Präsident des BFV Gäu und hauptamtlicher Kommandant der Betriebsfeuerwehr der Migros Verteilbetrieb Neuendorf AG, verzichtete auf einen historischen Rückblick. Auch er bekundete allen ehemaligen und aktiven Feuerwehr-Kameradinnen und –Kameraden seine Wertschätzung für ihren unermüdlichen Dienst am Nächsten und schloss mit dem traditionellen Wahlspruch der Feuerwehrleute: «Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr».

Die Ansprachen waren eingebettet in ein reiches Programm. Als Erstes konnte Moderator Pedrini die Feuerwehrmusik Oensingen ansagen, die unter der Leitung von Heinz Sesseli mehrere schmissige Stücke intonierte, zuletzt das bekannte «Miir si vo dr Füürwehr» vom Trio Eugster. Die Swiss Highland Pipers mit ihrem Dudelsäcken und Trommeln nahmen das Publikum mit auf einen musikalischen Ausflug in den Norden. Und schliesslich zeigten die drei jungen Damen des Team Aerobic vom STV Niederbuchsiten mit ihrem fulminanten Auftritt, weshalb sie in Wettkämpfen auf Spitzenplätzen rangieren.