Wer von Laupersdorf her nach Balsthal fährt, muss seit kurzem die Geschwindigkeit früher auf 50 km/h reduzieren. Die Ortstafel ist um etwa 80 Meter westwärts versetzt worden. Neu gilt bereits auf der Höhe des Landwirtschaftsbetriebs Vogelsmatt Tempo 50. Nun könnte man annehmen, das sei eine Massnahme im Zusammenhang mit der Lärmsanierung der Kantons- bzw. Thalstrasse auf dem Gemeindegebiet Laupersdorf. (Die Pläne liegen derzeit zur Einsicht auf.) Die Reduktion von 80 auf 50 km/h hat den Verkehrslärm tatsächlich deutlich hörbar verringert. Das bestätigen Christian und Barbara Borer, die mit ihrer Familie im Hof Vogelsmatt wohnen. «Aber das ist nicht der Grund für die Massnahme, sondern ein Nebeneffekt, den wir natürlich schätzen», sagt Barbara Borer.

Unfall vor dem Haus

«Zur Hauptsache geht es darum, dass hier nun die Zu- und Wegfahrt sicherer ist», erklärt Barbara Borer. Sie weiss, wovon sie spricht. Im Frühjahr wurde sie mit ihren Kindern in einen Unfall verwickelt – direkt vor ihrem Haus. Ein Lastwagenfahrer hatte ihren Wagen übersehen und fuhr darauf auf. «Glücklicherweise ist uns nichts passiert.» Daraufhin wurde erstaunlich schnell gehandelt vonseiten des Kantons, wie Borers betonen. Schon mehrfach sei man beim Kanton vorstellig geworden mit der Bitte um eine Massnahme – ohne Erfolg. Der Unfall wirkte.

Muss sich noch bewähren

«Die verbesserte Situation spüren wir täglich», sagt Christian Borer. Er wolle aber noch nicht in Euphorie ausbrechen. «Die Regelung muss sich noch bewähren.» Das Rein- und Rausfahren mit den landwirtschaftlichen Maschinen gehe aber auf jeden Fall leichter. «Bei Tempo 80 hatte man immer wieder ein komisches Gefühl.» Abgesehen davon habe er oft den Eindruck, es gebe Autofahrer, die, wenn sie auf der Strasse einer Landwirtschaftsmaschine begegnen, aggressiv werden.

Wer bekommt «Erleichterung»?

Die Temporeduktion könnte nun doch Einfluss auf die erwähnten Lärmschutzmassnahmen haben. Der Hof Vogelsmatt steht zwar fast in Balsthal, jedoch just noch auf Laupersdörfer Boden und sehr nahe an der Thalstrasse. Es wurden Lärmmessungen gemacht, die Ergebnisse nach Empfindlichkeitsstufen eingeteilt. Konkreter Handlungsbedarf besteht, wenn der Alarmwert überschritten ist. Dies ist in Laupersdorf bei einer einzigen Liegenschaft der Fall: bei der Vogelsmatt.

Bei den anderen 55 betroffenen Liegenschaften und 12 nicht oder teilweise bebauten Landparzellen entlang der Thalstrasse werden «nur» die Immissionswerte überschritten. Das bedeutet zwar gemäss Angaben vom Bundesamt für Umwelt, dass die darin wohnenden Menschen «in ihrem Wohlbefinden erheblich gestört werden.» Es bedeutet aber nicht, dass die Liegenschaftsbesitzer vom Kanton einen Beitrag an eine lärmdämmende Massnahme erhalten. So wie das der Eintrag in den Plänen «es wird eine Erleichterung beantragt» vermuten lässt. Zu verstehen ist das so: Der Kanton als Eigentümer der Strasse wäre zu Massnahmen verpflichtet. Um davon entbunden zu werden, stellt er beim Bund ein Gesuch um Erleichterung.

Bleibt also einzig die Liegenschaft der Familie Borer in der Vogelsmatt, bei der der Kanton zu Massnahmen verpflichtet wäre. Doch das bleibt nun fraglich, weil der Lärm durch die Temporeduktion wohl unter die Alarmwertgrenze gesunken ist. Man wird neue Messungen durchführen.