Wie klingt eigentlich die Liebe? Am Donnerstag in Kestenholz bei Sonnenuntergang liefert Maite Kelly mit «So klingt die Liebe» die definitive Antwort. Überhaupt liegt die Liebe immer in der Luft am Schlagerabend. Die Liebe zur Musik, zum Schunkeln, zum Mitsingen, ja, vielleicht auch die «richtige» Liebe der Verliebten. Und mit Sicherheit die Liebe zum Zusammensein, für den Genuss – die Liebe zum Leben.

Schlagerabend zu St. Peter ist, wenn das gut gelaunte Publikum mit den Stars auf der Bühne Schulter an Schulter die Hits zelebriert und Roland Suter sogar selber zum Mikrofon greift. Kein Geringerer als Howard Carpendale bittet den umtriebigen Festival-Chef auf die Bühne, um gemeinsam «Tür an Tür mit Alice» zu singen. Zwei OK-Kameraden haben das Duett eingefädelt.

Suter, textsicher und als Sänger einer Coverband einst selber eine «Rampensau», meistert die Aufgabe mit Bravour und kann beim Selbstversuch feststellen, dass das Format Schlagerabend bestens funktioniert. Der Reihe nach Michelle Kissling, voXXClub, Nik P., Maite Kelly und eben Altstar Howard Carpendale bescheren den 3500 Fans unbeschwerte Stunden. Die Wärme der untergehenden Sonne sorgt für das perfekte Ambiente, besser kann sich Vorfreude auf die Sommerferien nicht anfühlen.

«Schweiz, seid ihr bei mir?», fragt Nik P

Genau betrachtet, liefert Michelle Kissling von allen Interpreten die bemerkenswerteste Leistung ab. Die 23-jährige Bernerin macht den Auftakt zu einem Zeitpunkt, als die Ränge noch weitgehend leer sind. So ganz allein auf der grossen Bühne die Leute anzulocken und aufzuwärmen, muss die ultimative Herausforderung sein. Die Sängerin und Jodlerin packt die Chance und kann einen weiteren Auftritt ihrer «Ochsentour» als geglückt abhaken, denn das Feld ist bestellt für voXXClub, die so richtig einheizen, alsbald den berühmten Maibaum vor die St.-Peter-Kapelle respektive auf den Dorfplatz stellen.

«Schweiz, seid ihr bei mir?», fragt Nik P., worauf sich das Partyvolk erhebt und die Glühwürmchen – natürlich der Liebe wegen – erleuchten lässt. Womit wir wieder beim Thema wären, denn am Schlagerabend wird nicht nur geklatscht und mitgesungen, sondern da schwingen Paare auch mal klassisch und spontan zwischen den Stühlen das Tanzbein.

Am Schlagerabend erwidern Publikum und Interpreten die Liebe gegenseitig. Die Stars auf der Bühne verdanken die Unterstützung, indem sie die in 1000 Auftritten gespielten Ohrwürmer auch zum 1001. Mal bringen und damit die Fans restlos glücklich machen. Hier liegt denn auch der Unterschied im Vergleich zum Mittwochabend. Da gab es durchaus Leute, die das Glas halb leer statt halb voll sahen.

Die sich nicht nur am Gehörten erfreuten, sondern haderten mit ihrem Idol Mark Knopfler, der sein Ding durchzog und auf die Darbietung der meisten seiner tausendfach gespielten grössten Hits verzichtete. Entsprechend selten löste das Publikum seinerseits die Handbremse, allenthalben hörte man vom Respekt und der Bewunderung für den britischen Gitarrengott. Am Schlagerabend aber, bei Sonnenuntergang zu St. Peter, kann lauschen, wer wissen will, wie die Liebe klingt.