Oensingen
Zibeli ziehen Alt und Jung ins Gäu

Der 49. Zibelimäret in Oensingen lockt mit Herbstlicher Volksfeststimmung und jeder Menge, wer hätte es gedacht, «Zibeli».

Isabel Hempen
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Am Zibelimäret
10 Bilder
Die Service Truppe in der Brasil - Bar feiert am Zibelimäret auch Halloween.
Auch für Kinderfreuden auf dem Mini-Jahrmarkt ist gesorgt
Zwiebelzöpfe wohin das Auge reicht.
«Fullhouse» auf Oensingens Hauptstrasse: Abendstimmung am Zibelimäret.
Zibeli-Märet in Oensingen
Der Stand des katholischen Kirchenchors
Stand der Strickgruppe Frauengemeinschaft Oensingen
Am Stand von Annina Tschumi gibt es die einzigen Zibeli, die aus dem Oensinger Boden stammen.
Abendstimmung am Zibelimäret in Oensingen.

Am Zibelimäret

Patrick Lüthy

Am Montag werden im Gäu einige Leute noch etwas müde zur Arbeit oder in die Schule fahren. Dafür verantwortlich sein dürfte der 49. Oensinger Zibelimäret, der Montagabend zu Ende geht. Wie jedes Jahr hat sich die Oltnerstrasse auch an diesem verlängerten letzten Oktoberwochenende in einen bunten Herbstmarkt verwandelt. Und, wie man so schön sagt: Es ist für alle etwas dabei.

Ein Augenschein am Samstagabend liess vermuten, dass sich das ganze Dorf hier eingefunden hatte. Schliesslich ist der Märet für die Oensinger Bevölkerung quasi Pflicht, wie viele Befragte sagten – man treffe hier ganz viele Bekannte. Vor den unzähligen Essensständen, in den Festzelten und den Lokalen scharten sich Trauben von Leuten jeden Alters.

Da konnte man sich zum Beispiel im rustikalen Raclettekeller aufwärmen und feinen geschmolzenen Käse schnabulieren – wenn man denn freie Plätze ergattern konnte. Auch das Zelt der Musikgesellschaft Oensingen brummte, hier kriegte man Älplermagronen und Schinken serviert. Wer hingegen Gusto auf Fisch verspürte, wurde im Zelt des Fischereivereins Thal-Gäu fündig. Auch chinesische, tibetische, türkische oder nordamerikanische Spezialitäten fehlten nicht – kulinarisch kam hier fast jeder auf seine Kosten.

Auch die Süssen mussten nicht darben. Der SC Oensingen Lions beispielsweise wartete mit Apfelchüechli auf. Oder man konnte sich im Stübli des Frauenturnvereins bei Kaffee und Kuchen vertun. Und natürlich gabs Magenbrot, gebrannte Mandeln und Marroni.

Zibeli aus heimischem Boden

Die wichtigste Spezialität aber wurde noch nicht genannt: Was wäre der Oensinger Zibelimäret ohne Zwiebelkuchen? Eingeweihte holten sich den im Café Knaus. Und obwohl die Verpflegungsstände den traditionellen Zwiebelständen den Rang abgelaufen haben, durften diese natürlich auf keinen Fall fehlen. Während es Anbieter gab, die ihre Zibeli aus dem Berner Seeland bezogen, fand man am Stand von Annina Tschumi und an jenem des katholischen Kirchenchors noch Zwiebeln aus Oensinger Produktion – in Form von Zöpfen, Herzen oder Ansteckern.

Von Stand zu Stand schlendernd, probierten viele Besucher mal hier eine Köstlichkeit, mal dort. Besonders die Jüngeren zog es auf die Bahnen im Luna Park, anschliessend stiess man mit Freunden oder Bekannten an. Lagerfeuerstimmung kam bei der Pfadi Oensingen auf, wo man auf dem offenen Feuer Würste braten konnte. Und nicht zuletzt bot der Markt auch zum Einkaufen Gelegenheit, sei es Brot, Wein, Schmuck oder Strickwaren.

Eine besondere Attraktion hatte sich «Rössli»-Wirt Stefan Baumgartner ausgedacht: Zum ersten Mal organisierte er während des Zibelimärets eine Ü30-Party. Musik: Rock, Soul, Blues. Kurz nach 21 Uhr lief bereits der passende Sound – «I was made for loving you» von Kiss zum Beispiel –, über Dreissigjährige waren aber noch wenig anzutreffen.

Diese trudelten nach und nach ein und schienen an der Stimmung Gefallen zu finden.
Wie gesagt, es war was los am diesjährigen Zibelimäret – kein Wunder, sind heute manche müde.