Oensingen
Zibeli gibts in Oensingen auch noch nach 50 Jahren

Vom 27. bis 29. Oktober findet zum 50. Mal der Oensinger Zibelimäret statt. Die Verkehrsregelung und das Abfallkonzept stossen am Jubiläums-Anlass auf gespaltene Meinungen.

Drucken
Teilen

Patrick Lüthy

«Die Zibeli-Stände geben wir nicht weg», sagt Hans Schnider überzeugt. Obwohl auch er zugeben muss, dass sich das Konzept mittlerweile etwas verschoben hat. Nach 50 Jahren steht nämlich das traditionelle Zibeliknüpfen nicht mehr im Vordergrund. «Mit den Jahren wurde mehr auf Konsum umgelagert. Das bringt den Vereinen auch mehr Umsatz.»

Schnider ist OK-Präsident des Oensinger Zibelimäret, der vom 27. bis 29. Oktober das 50-jährige Bestehen feiert. Und er will auch nach so langer Zeit der Tradition treu bleiben. Wenn er auch zugeben muss, dass der Lunapark und die Ess- und Trinkstände nicht mehr wegzudenken sind. Diese sollen die Besucher an den dreitägigen Anlass locken. Und für das Jubiläum hat sich das Organisationskomitee sogar noch einige weitere Highlights ausgedacht.

Neu wird es am Zibelimäret deshalb ein Rahmenprogramm geben. Bestehend aus verschiedenen Aktivitäten, Auftritten von ortsansässigen Vereinen, Zibeliknüpfen, Alphornbläser und vielem mehr. Schnider kann nicht einmal mehr alles aufzählen. «So viel Verschiedenes wird es geben.» Auch wird «Radio 32» am Samstag und Sonntag jeweils live vor Ort sein und über den Anlass berichten. Schnider ist sich sicher: «Das gibt wieder eine gute Sache.»

Durchgehend Mehrweggeschirr

Änderungen gibt es aber nicht nur beim Programm, sondern auch beim Konzept. Im letzten Jahr ist der Zibelimäret bereits auf Mehrwegbecher umgestiegen, um den Abfall am Grossanlass verringern zu können. Genaue Zahlen kann Schnider nicht nennen, bestätigt aber, dass das Erscheinungsbild sauber und angenehm war. Deshalb baut das OK das Abfallkonzept in diesem Jahr aus und erweitert um Mehrweggeschirr.

Für die Standführer war diese Umstellung nicht nur erfreulich. Denn die Neuerung bedeutete einen logistischen Mehraufwand. «Bei einer Veränderung gibt es immer Pro und Kontra», meint Schnider. «Man muss sich jetzt erst noch an das neue Konzept gewöhnen.» Auf die Einnahmen im vergangenen Jahr hatte das neue Konzept aber keine Auswirkungen.

Schliesslich gab es denn am letztjährigen Anlass aber tatsächlich weniger Schmutz auf den Strassen. «Die Vereine haben gut zusammengearbeitet und waren sehr verlässlich», lobt Werkmeister Christian Wyss. «Die Erfahrung an anderen Anlässen zeigt eigentlich, dass das Einführungsjahr sonst nicht so gut klappt.» Zudem sei das Mehrweg-Konzept die Zukunft, die sich an allen grossen Anlässen langsam aber sicher etablieren wird. «Es ist einfach besser für unsere Umwelt», sagt Schnider.

Umfahrung soll entlasten

Diesjährig wird auch der Verkehr anders umgeleitet als bisher. Um die umliegenden Gemeinden Kestenholz, Ober- und Niederbuchsiten zu entlasten, führt die neue Umfahrung nicht mehr aus der Gemeinde Oensingen heraus (siehe Grafik). «Weil das Verkehrsaufkommen immer grösser wird, konnten wir dem Druck des Kantons nicht mehr entgegenwirken», erzählt Schnider.

Nun führt also die Umfahrung über den Bifangweg, die Kestenholzstrasse und die Zeughausstrasse. In Richtung Solothurn wird der Verkehr ab Oberbuchsiten zudem im Einbahnregime in die Jurastrasse geführt.

Umfahrung Zibelimäret umfahrung zibelimäret

Umfahrung Zibelimäret umfahrung zibelimäret

Tancredi Marco

Direkt an dieser Umfahrung, am Bifangweg, liegt die für einen letzten Drink beliebte Barock Bar. Durch eine Absperrung wird sie deshalb vom Zibelimäret abgetrennt. Besitzer Othmar Hofstetter (Hofi) ist etwas besorgt um den Fortbestand seiner Bar, obwohl er die Umfahrung grundsätzlich sinnvoll findet. «Ich hoffe nur, die Besucher finden den Weg in meine Bar trotzdem.»

In den vergangenen Jahren hätte das jeweils gut geklappt. «Wenn das aber heuer nicht mehr funktioniert, mache ich die Bar nächstes Jahr nicht mehr», meint Hofi. Dem Barbesitzer geht es jedoch nicht um den Umsatz. «Wir wollen einfach ein tolles Fest.»

Aktuelle Nachrichten