Dort spielten sich kurz vor 3 Uhr morgens dramatische Szenen ab, wie ein 77-jähriger Nachbar berichtet.

Er sei aufgewacht, weil es einen lauten Knall gegeben habe. «Als ich danach durch das Fenster blickte, sah ich bei der Tankstelle ein in Flammen stehendes Auto.» Der Schrecken stecke ihm immer noch in den Gliedern, die Tankstelle hätte ja explodieren können, meint der noch unter Schock stehende Mann.

Mysteriöser Brand in Kestenholz

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Geschwister wollten Frau retten

Ein benachbartes Ehepaar sah ausserdem, wie ein ebenfalls in der Nähe wohnendes Geschwisterpaar versuchte, Hilfe zu leisten. «Wir hörten laute Schreie und sahen, dass eine Person offenbar eine andere davon abhielt, zu nahe an das brennende Auto zu gehen», erzählt Roman Rudolf von Rohr.

Aufgefallen sind dem 55-Jährigen ferner Flammen, die er einige Meter vom Auto entfernt sah. Dass es sich dabei um eine brennende Person handeln könnte, hätten sie in diesem Moment nicht realisiert, erwähnt die 49-jährige Ehefrau. Als sie danach die Polizei habe alarmieren wollen, sei diese bereits zusammen mit der Feuerwehr und der Ambulanz vorgefahren.

Nach dem Löschen des brennenden Autos sei ein Zelt aufgestellt worden. «Der ganze Platz rund um die Tankstelle war zu diesem Zeitpunkt voll mit Leuten», so die Frau. Dass jemand umgekommen sei, habe sie erst wahrgenommen, als über die Leiche ein weisses Tuch gelegt worden sei.

Diese sei kurze Zeit später in einen Sarg gelegt und abtransportiert worden. Wer ums Leben gekommen sei, wüssten sie nicht, das Ganze gehe ihnen aber sehr nahe, so das Ehepaar.

Welche Rolle das erwähnte Geschwisterpaar bei den tragischen Ereignissen gespielt hat, bleibt im Dunkeln. Etwa die Frage, ob sie die ums Leben gekommene Frau aus dem brennenden Auto gerettet haben. Gemäss Tele M1 soll sich die Frau mit Benzin übergossen haben.

Die erlebten Szenen müssen aber so dramatisch gewesen sein, dass der Einsatz eines Care-Teams für die beiden mutigen Geschwister angeordnet wurde. Ungeklärt bleibt vorerst auch, wie das Auto in Brand geraten ist.

Bei der Toten handelt es sich um eine 38 Jahre alte Frau aus der Region. Ob sie aus dem Dorf stammt, ist nicht bekannt. Zumindest ging auf der Gemeindeverwaltung keine entsprechende Meldung ein und auch Gemeindepräsident Arno Bürgi wusste nur, was über die Online-Medien verbreitet wurde.

Frau starb an ihrem Geburtstag

Bekannt ist hingegen, dass die Frau an den erlittenen Brandverletzungen starb, wie die Kantonspolizei vermeldete. Eine Einwirkung von Drittpersonen steht für die Untersuchungsbehörden nicht im Vordergrund. Auffällig ist indes, dass die Frau am Mittwoch ihren 38. Geburtstag hätte feiern können.

Ob diese Tatsache in der fraglichen Nacht eine Rolle gespielt hat, wollte Jan Lindenpütz von der Solothurner Staatsanwaltschaft nicht kommentieren. Auch zur Identität der Frau wollte er sich nicht äussern. Der Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft stellte eine entsprechende Mitteilung für Donnerstag in Aussicht.