Aedermannsdorf
Zauberhaft – das passt wirklich

Die «Konkordia» und der Advent-Chor konzertierten in der voll besetzten Kirche in Aedermannsdorf.

Alois Winiger
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Die Brass Band Konkordia Aedermannsdorf mit ihrem Dirigenten Bernhard Wüthrich.

Die Brass Band Konkordia Aedermannsdorf mit ihrem Dirigenten Bernhard Wüthrich.

Alois Winiger

Es sei immer ein spezieller und erhebender Moment, vor vollen Rängen in der Kirche auftreten zu können, sagte Anton Eggenschwiler, Präsident der Konkordia Aedermannsdorf, am Sonntagnachmittag. Die Musikgesellschaft hatte zusammen mit dem Advent-Chor zum traditionellen Adventskonzert eingeladen. In der Tat war die Kirche – sogar auf der Empore – voll besetzt mit erwartungsfrohen Leuten. Unter Leitung von Bernhard Wüthrich liess die «Konkordia» die «Limelight Fanfare» als Auftakt erschallen. Unterstützend wirkte dabei, dass sich die Sopranistrumente im Chorraum in Richtung Publikum aufgestellt hatten.

«Zauberhaft» war das Motto des Programms, passend dazu erklang Filmmusik wie «Princess Leia’s Theme» aus «Star Wars» sowie «Hedwig’s Thema» aus «Harry Potter», ferner die Ouvertüre zu Mozarts «Zauberflöte». Wenn es hier und dort kleine Patzer gab, so haben diese die Gesamtleistung keinesfalls getrübt. Wie man es von diesem Musikkorps gewohnt ist, waren durch ausgeprägte Dynamik, vollem, kräftigem Sound und Präzision die musikalischen Gemälde voll zu geniessen.

Zum Mitsingen eingeladen

Mit Sancta Maria stellte sich der Advent-Chor dem Publikum vor; er wird seit vielen Jahre geleitet von Fredy Aeschlimann und Alex Schütz. Und wie zu erfahren war, könnte der Chor ohne weiteres noch ein paar zusätzliche Sängerinnen und Sänger aufnehmen. Regelmässig und auch bewusst widmet sich der Chor dem Liedgut ausserhalb der deutschen Sprache, was als eine gute Ergänzung empfunden wird. Wie sich insbesondere in «I will follow him» aus «Sister Act» jedoch zeigte, gibt es auch Grenzen. Mit einem Lied aus Afrika, «Thuma Mina», auch bekannt als «Send me, Jesus», wurde an diesem Sonntag auch das Publikum zum Mitsingen eingeladen, wozu es allerdings zwei Anläufe brachte. Der Männerchor Liederkranz gab dann noch ein eigenes Stelldichein mit «O Herr, welch ein Morgen». Mit dem fröhlich gesungenen Lied «Fröhliche Weihnacht» verabschiedete sich der Advent-Chor.

Bernhard Wüthrichs Visitenkarte

Einen schönen Kontrast zum vollen Sound der «Konkordia» bildete ein Satz aus «Rameau Revisited» von Peter Graham; ein Werk, das eigentlich für Cembalo geschrieben sei, wie der Dirigent ausführte. Leichtfüssig erklang die Bearbeitung für Brass Band, gespielt von Sopran- und Altinstrumenten. Im Finale aus Mahlers zweiter Sinfonie baute sich das Korps noch einmal zur Hochform auf. Quasi zum Beruhigen erklang als Zugabe ein neuseeländisches Wiegenlied, sehr gefühlvoll dargeboten mit Solisten an Flügelhorn und Cornets. Beim obligaten «Stille Nacht» hätte man glatt vergessen können, mitzusingen. Denn Dirigent Bernhard Wüthrich hatte für die «Konkordia» ein so schönes Arrangement geschrieben, das eine eigene Würdigung verdient.