Die Einführung der Geleiteten Schule hat das Aufgabengebiet der Fachkommission Schule (FKS), vormals Schulkommission, stark verändert. Nur noch wenige Gemeinden führen eine Kommission, die sich mit den Anliegen der Schulen beschäftigt. «Das Aufgabengebiet der FKS ist nicht klar definiert, dies führte wiederholt zu Missstimmungen zwischen FKS und Gemeinderat.»

Entscheidungen im Rat entgegen den Empfehlungen der FKS galten als fehlende Wertschätzung und führten zu grosser Unsicherheit und zu grundsätzlichen Fragen», erklärte Beat Künzli, SVP-Gemeinderat und Präsident der FKS. Diese habe sich in der Folge intensiv damit beschäftigt, ob das Weiterführen noch sinnvoll sei. Jedes Mitglied sei aufgefordert worden, die Vor- und Nachteile aufzulisten, und es sei auch die Meinung des Schulleiters Joël Eschmann einbezogen worden, führte Beat Künzli weiter aus. «Die Fachkommission Schule ist sich auch bewusst, dass letztlich die Verantwortung für Schulfragen bei der Schulleitung sowie beim Schulträger und somit beim Gemeinderat liegt.»

Die Vor- und Nachteile

Als Nachteile des Istzustands genannt werden Mehraufwand für die Schulleitung, Doppelspurigkeiten, wenig Kompetenzen und keine Entscheidungsbefugnisse, unklare Aufgabenzuteilung sowie lange Entscheidungswege. Die Vorteile sind Aufteilung der Aufgaben, Benennung von Arbeitsgruppen, Diskussionsmöglichkeiten für die Schulleitung, Möglichkeit zum Lösen kleinerer Probleme, Kommissionsmitglieder sind Ansprechpersonen von Eltern, Unterstützung und Beratung der Schulleitung, Zeitgefäss vorhanden für Fachdiskussionen und die Abdeckung von zusätzlicher Organisation wie Mittagstisch, Schularzt, Schulzahnarzt oder Hausaufgabenhilfe.

Schulleiter Joël Eschmann schätzt grundsätzlich die Zusammenarbeit mit der Fachkommission und kann von Arbeiten, Meinungen oder Gesprächen profitieren. Peter Dietschi (CVP), früher Präsident der Schulkommission, sagte: «Ich bin ein Verfechter der Kommissionsarbeit. Eigentlich sind die Vorgaben und Kompetenzen der Fachkommission Schule im Diagramm der Gemeinde klar definiert.»

Dieter Bruttel (FDP) hingegen plädierte dafür, die Fachkommission Schule aufzulösen. Diese sei ein «Zwitterding», es gebe oft Zusatzschlaufen, die unnötig seien. Ohne FKS sei die Aufgabe für die Schulleitung einfacher. Die Entscheid-Befugnisse lägen bei der Schulleitung oder dem Gemeinderat. Man könnte einen Gemeinderat benennen, der sich um die Schulbelange kümmert und den Schulleiter zu wichtigen Geschäften in die Sitzung des Gemeinderates einladen.

Nochmals überlegen

Auch Karin Büttler (FDP) würde aus ähnlichen Gründen eine Auflösung der Fachkommission Schule befürworten. Gemeindepräsident Edgar Kupper schlug vor, bevor über eine Auflösung entschieden wird, solle dem Rat der Weg aufgezeigt werden, wie es mit oder ohne Fachkommission weitergehen würde. Dieser Vorschlag obsiegte mit sechs Stimmen bei einer Enthaltung gegenüber dem Antrag von Dieter Bruttel (Auflösung der Fachkommission Schule), der zwei Stimmen vereinigte.