Manchmal verläuft eine Karriere steil. Bruno A. Wirth war noch kein Jahr in der Kulturkommission, da rückte er schon zu deren Vorsitzendem auf. Im Jahre 2002 war eine Vakanz in der Kommission entstanden. Der damalige Präsident, Armin Bachmann, fragte Wirth an, ob er mittun wolle.

Bruno A. Wirth war seit langem in Wolfwil wohnhaft, aber nie politisch aktiv. Hingegen hatte er durch seine Tätigkeit als Vizedirektor der Expo.02 einen hohen Bekanntheitsgrad auch im Aaregäuer Dorf erreicht. Wirth sagte zu und wurde in der Kulturkommission gleich für das Ressort Events eingespannt.

Präsident der Kulturkommission

Der erste Anlass, den er durchführen musste, war ein Auftritt von Fernsehmoderator und «Schnurri der Nation» Beni Thurnheer. Bereits im folgenden Jahr reichte Präsident Armin Bachmann seinen Rücktritt ein. Der bekannte Posaunist und «Reisender in Sachen Musik» konnte das kommunale Amt und seine Engagements im Ausland nicht mehr unter einen Hut bringen.

So rückte Bruno A. Wirth 2003 ins Präsidium der Kulturkommission nach. Zwei Jahre später wurde Luzia Niggli als Vizepräsidentin in dieses Gremium gewählt. Somit bestand die Kommission damals neben Wirth und Niggli aus Aktuarin Sibyl Lauterburg und Susanne Wüthrich. In dieser Zusammensetzung blieb das Team zehn Jahre bestehen.

Und Präsident Wirth rühmt seine Mitstreiterinnen in den höchsten Tönen: «Ich konnte mich immer auf sie verlassen; zugeteilte Aufträge erledigten sie immer sofort und bestens». Das schaffte dem Zugpferd Wirth Luft, um seine Energie in Kreativität umzumünzen. Diese war auch gefragt für das Jubiläum von 750 Jahre Wolfwil, wo Bruno A. Wirth als OK-Präsident die Fäden zog.

Einzelne Highlights der Karriere

Bei der Frage nach dem Glanzpunkt in seinen vier Amtsperioden als Mister Kultur in Wolfwil winkt Wirth ab: «Viele Anlässe waren wirklich toll, aber ein einzelnes Highlight gibt es eigentlich nicht. Meine grösste Freude war jeweils, wenn die Leute zufrieden lächelnd aus einer unserer Veranstaltungen kamen.»

Besonders in Erinnerung aber blieb dem Kulturkommissionspräsidenten der Auftritt von Tagesschaumoderator und Sänger Heiri Müller, der während seines Auftritts jede Zuschauerin und jeden Zuschauer einzeln begrüsste und sogar jedem Einzelnen die Hand gab.

Die Kommission wurde aber auch von vereinzelten Enttäuschungen nicht verschont. So zum Beispiel der Auftritt des Beatboxers und Sängers Martin O. Dieser fand bei den jungen Leuten nur wenig Anklang. Diese waren von der Kommission eigentlich als Zielpublikum geplant gewesen.

«Weisch no» von Wolfwil

Ein Markenzeichen der Kulturkommission unter Wirths Ägide war die Zusammenarbeit mit Kulturkommissionen in Nachbargemeinden oder mit anderen Kommissionen in Wolfwil. Vor allem mit der Umweltkommission spannte man zusammen. 2007 luden sie gemeinsam zur «TraUmwelt» auf dem freien Feld ein, um die Bevölkerung für die Abfallproblematik zu sensibilisieren und mit einer Showtanztruppe zu unterhalten.

Zu einer schönen Tradition entwickelte sich der Anlass unter dem Motto «Weisch no». Paul Mäder zeigte dabei Sammlungsstücke aus seinem Dorfmuseum und Fotos von Wolfwil, langjährige Wolfwiler erzählten von früher, und mehr als einmal war der Mundartautor Christian Schmid mit Wortgeschichten zu Gast.

Mit einem «Weisch no spezial», verabschiedeten sich Wirth und Niggli am 19. November aus der Kommission, versicherten aber: «Mer si met em Härz no emmer bi euch derbi.» Gleichzeitig stellten sich auch die neuen Mitglieder der Kulturkommission vor, ein fünfköpfiges Team um Präsidentin Birgit Kölliker.