Ballonfahrer
Wolfwiler praktiziert «Tham Bun» in Laos

Der Gäuer Ballonfahrer und Weltenbummler Hans Funk und dessen Frau Verena unterwegs in Asien.

Diana Domnick
Merken
Drucken
Teilen
In Vang Vieng (v.l.): Verena und Hans Funk, Pong Yiaohei, Wolf und Susanne Kadach.

In Vang Vieng (v.l.): Verena und Hans Funk, Pong Yiaohei, Wolf und Susanne Kadach.

Hans Funk

Seit ein paar Jahren entfliehen Hans und Verena Funk dem nasskalten Schweizer Winter und verbringen die Zeit im warmen Thailand. Neben der Arbeit nutzen sie die Zeit, um Asien, die Menschen und ihre Kultur besser kennen zu lernen. Mit der Absicht, die traumhafte Ballonfahrt über Laos vom Vorjahr zu wiederholen, flogen Hans Funk, Inhaber von Funks Ballonfahrten GmbH aus Wolfwil, seine Frau und ein befreundetes Ehepaar Anfang des Jahres nach Luang Prabang, der ehemaligen königlichen Hauptstadt von Laos.

Zwei Tage lang besuchte die kleine Reisegruppe alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und – wie es sich für Asien gehört – eine stattliche Anzahl an Tempeln. In einem dieser Tempel erklärte ihnen der Reiseführer, wie ein Becher mit nummerierten Stäben die Zukunft voraussagt.

Der Becher wird etwas zur Seite geneigt und so lange geschüttelt, bis einer der Stäbe herausfällt. Für die entsprechende Nummer gibt es am Altar eine Box mit Zetteln. Hans Funk wollte es einmal selbst ausprobieren und schüttelte die Nummer «5» heraus. Der entsprechende Zettel verriet: «Du wirst bald grosses Tham Bun tun!».

«Tham Bun» ist ein traditionelles buddhistisches Konzept, das so viel bedeutet wie «Gutes Tun». In Thailand ist Tham Bun untrennbar mit dem täglichen Leben verwoben und wird mit positiven Eigenschaften wie Freigiebigkeit, Freundlichkeit, Mitgefühl, Geduld und Besonnenheit verbunden. Der tiefere Sinn dahinter ist es, durch rechtschaffene Aktionen das eigene Ego, Geiz und Überheblichkeit zu überwinden, somit sein Karma zu verbessern und Pluspunkte für sein nächstes Leben zu sammeln.

Eine defekte Schulzimmerdecke vor der Reparatur.

Eine defekte Schulzimmerdecke vor der Reparatur.

Hans Funk

Mit Buddhismus habe er in der Vergangenheit wenig zu tun gehabt, und er sehe das Ganze auch heute noch recht locker – «aber das Schicksal nahm seinen Lauf ...», stellt Hans Funk zu dieser nicht alltäglichen Erfahrung fest. Und so kam es, dass die kleine Reisegruppe nur wenige Tage später eine Schule in Pongsong besuchte.

Während sich in einem Klassenzimmer gleich vier Kinder ein Pult teilten, war das Nachbarzimmer weitestgehend leer. Tische und Stühle an die Seite gerückt hing die Zimmerdecke herab und erklärte die Zwangssituation. Nun kam Hans Funk, selbst Vater eines mittlerweile erwachsenen Sohnes, zum Zuge.

Der gebürtige Schwabe, der sonst jeden Rappen zweimal umdreht, reagierte ohne gross zu überlegen. Mit Hilfe des Reiseführers und Übersetzers sagte er dem stellvertretenden Direktor und zwei Lehrerinnen die Reparatur der Zimmerdecken zu. Er spendete der Schule die nötigen 250 US-Dollar und gab das Versprechen ab, im Dezember wiederzukommen, um die ausgeführten Arbeiten zu begutachten. Bei dieser Gelegenheit will Hans Funk am liebsten mit seinem eigenen Ballon kommen, um die Faszination des Fliegens erneut mit dem Charme Asiens zu verbinden.