Anlagen
Wolfwiler Firma beliefert namhafte Schweizer Getränkeindustrie mit Maschinen

Seit 50 Jahren zählt die Paxona AG aus Wolfwil grosse Namen der Schweizer Getränkehersteller zu ihren langjährigen Kunden. Was die kleine Firma bietet? Maschinen und Förderbänder.

Gülpinar Günes
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Seit 50 Jahren stellt die Paxona AG in Wolfwil Transportsysteme für namhafte Getränkehersteller wie Rivella oder Feldschlösschen her. Bruno Kissling

Seit 50 Jahren stellt die Paxona AG in Wolfwil Transportsysteme für namhafte Getränkehersteller wie Rivella oder Feldschlösschen her. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Rivella, Ramseier, Eichhof, Feldschlösschen, Coca Cola Schweiz – sie alle brauchen sie, jene meterlangen Maschinen und Förderbänder, auf welchen Getränkeflaschen hergestellt, gereinigt, abgefüllt und zur Auslieferung fertiggestellt werden. Seit 50 Jahren beziehen die grossen Namen der Schweizer Getränkeindustrie diese Anlagen von einer kleinen Firma in Wolfwil.

Die Paxona AG ist führender Hersteller von Hochleistungs-Transportsystemen für die Getränkeindustrie. Begonnen hat alles im Jahre 1969, als Flaschen noch aus Glas bestanden und Bügelverschlüsse besassen. «Die Paxona AG wurde zu jener Zeit als Servicestelle für Bügelverschlüsse gegründet», sagt der heutige Geschäftsführer Christoph Hess. Er erzählt von den Anfängen der Firma, die seit 50 Jahren ihren Platz auf dem Markt sichern konnte. Als schweizweit einziges Unternehmen widmete sich die Firma der Wartung, dem Vertrieb und dem Erhalt solcher Bügelverschluss-Maschinen. So zählten sie bereits zu Beginn namhafte Getränkehersteller wie Rivella oder Feldschlösschen zu ihren Kunden. «Dass sich die Firma seit 50 Jahren in einem sich stark wandelnden Markt gegen internationale Anbieter behaupten kann und immer noch eine Daseinsberechtigung hat, das ist sehr schön.»

Geschäftsleitung (v.l.): Hansjörg Haltiner, Christoph Hess und Ulrich Nützi.

Geschäftsleitung (v.l.): Hansjörg Haltiner, Christoph Hess und Ulrich Nützi.

zvg

Im Wandel der Zeit

In der Tat wandelte sich der Schwerpunkt der Industrie von der Mechanik zur Automatisierung: Was damals rein mechanisch und mithilfe eines einzigen antreibenden Motors realisiert werden konnte, wird heute durch Elektronik ersetzt. «Im Vergleich zu 1969 haben sich die Maschinen komplett verändert: Die Mechanik ist relativ einfach, günstig und simpel geworden. Dafür steuert, regelt und überwacht heute alles die Elektronik», sagt Maschinentechniker und Geschäftsführer Christoph Hess, der bereits seit 30 Jahren für das Unternehmen arbeitet. Heute würden bis zu 50 Kilometer Kabel und 350 Motoren in den Abfüllanlagen verbaut.

Dieser Wandel und die sich verändernden Standards und Bedürfnisse der Getränkeindustrie stellen das Unternehmen und seine Mitarbeiter nach wie vor stets vor neue Herausforderungen. Beispielsweise mit der Markteinführung der PET-Flasche in den 1980er-Jahren: Die Paxona AG entwickelte zu jener Zeit gemeinsam mit Evian einen Vakuumförderer, der die leeren Flaschen transportieren konnte, da diese aufgrund ihres geringen Gewichtes kaum förderbar waren.

Investitionen bis 20 Millionen

Auf dieser Flexibilität und Individualität beruhe die Konkurrenzfähigkeit und der Erfolg der nach wie vor kleinen Firma, die sich mittlerweile im Besitz vom Unternehmer Bernhard Bull befindet und von Christoph Hess, Ulrich Nützi und Hansjörg Haltiner geleitet wird. «Unser Unternehmen ist seit 50 Jahren ungefähr gleich geblieben im Bezug zu Dienstleistungen und Belegschaft», fügt Hess hinzu. Konstant seien bis zu 30 Mitarbeitende beschäftigt, zu Spitzenzeiten sogar 40. Haltiner ergänzt: «Der Herstellungszeitraum wird immer kürzer und mehr Mitarbeitende sind nötig, um die Anlagen zu realisieren.» Die Abwicklung eines Auftrages, das heisst vom Erstkontakt mit dem Kunden, über die Konzeption, Fertigung und Montage, bis hin zur Installation und Inbetriebnahme, dauere rund ein halbes Jahr und bedeute für den Kunden je nach Abfüllanlage eine Investition von 5 bis 20 Millionen Franken.

Jubiläumsfeier im Sommer

Seit einem halben Jahrhundert bietet die Paxona AG ihre Dienstleitungen in der ganzen Schweiz an und profitiert dabei gegenüber der Konkurrenz nicht zuletzt auch von der örtlichen Nähe zu ihren Kunden. Nun schaut die Firma in die Zukunft, die mehr und mehr in Richtung vollkommene Automatisierung steuert. «Die Automatisierung ist ein wichtiger Teil unseres Unternehmens», sagt Hess. «Die Idee ist, weg von der körperlichen Arbeit zu kommen und dem Menschen die reine Kontrollfunktion zu überlassen.»

Im Sommer feiert das Unternehmen sein 50-jähriges Bestehen. Anlässe für Kunden, Mitarbeitende und Ehemalige seien in Planung. Wann diese Feier stattfinden werde, sei allerdings noch unklar: «Das OK ist noch nicht so weit», sagen Hess und Haltiner lachend. «Wir möchten aber möglichst viele Mitwirkende aus den letzten 50 Jahren versammeln, um gemeinsam zu feiern.»