Fasnacht
Wolfwil rückt näher ans Mittelmeer: Am diesjährigen Umzug beschäftige auch das Klima

Der diesjährige Gäuer Umzug war ein Publikumsmagnet. Den Höhepunkt bildeten mehrere grosse Wagen; das Klima beschäftigte.

Yann Schlegel
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Umzug Wolfwil 2020
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Der Wolfwiler Umzug.
Der Wolfwiler Umzug.
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Der Wolfwiler Umzug.
Der Wolfwiler Umzug.
Der Wolfwiler Umzug.

Umzug Wolfwil 2020

Patrick Lüthy

Wie schaut die Fasnacht aus, wenn das Kommitee wie in Wolfwil das Motto: «Mach was wottsch» ausruft? Ziemlich bunt. Und ein bisschen politisch. Die Fasnachtszünfte legten sich auch für den diesjährigen Gäuer Umzug ins Zeug. Elf grosse Wagen beinhaltete der 28 Nummern starke Umzug und weil im Dorfkern derart reger Betrieb herrschte, wollten die Wagen den Cortège fast nicht verlassen wie es schien. Entsprechend langsam ging es voran; die zahlreich gekommenen Gäste konnten den Umzug so geschlagene zwei Stunden lang auskosten.

Um mit den politischen Statements zu beginnen: Greta hier, Greta dort. Die Klimaaktivistin aus Schweden und mit ihr der Klimawandel waren in der Sparte Politik heuer das dominierende Thema. Besonders augenfällig setzte sich die Sänf Duube Zunft aus Neuendorf mit dem Klimawandel auseinander. Das Schild vorneweg kündigte an, was dahinter folgen würde. Eine Imitation des mittlerweile weltberühmten Exempels von Greta Thungerg mit der Aufschrift: «Skolstreik för Klimatet». Aus den Boxen dröhnte «Jajaja Greta, wir fliegen nicht mehr nach Kreta, wir bleiben lieber daheim.» Und die recyclete Baumhütte war mit Sprüchen gesäumt. «Die Erde kocht vor Wut» oder «Fällt Entscheidungen, nicht Bäume.» Eine recyclete Baumhütte. Auch der Turnverein Wolfwil befasste sich mit dem Klimawandel. In Skikleider verpackt, begaben sie sich auf die Suche nach Schnee und fanden in einer eigens eingerichteten Rampe eine humoristische Antwort. Die Konkordia Wolfwil zeichnete derweil ein futuristisches Bild und scheint sich bereits mit dem Klimawandel und dessen Folgen abgefunden zu haben. «Wolfwil in 30 Jahren», lautete ihr Motto, rund um den mit mediterraner Vegetation verkleideten Wagen. Mit dem Spruch «Der Pegel steigt», liess sie die «MSC Konkordia», ein Segelschiff, folgen.

Auf seichtere, aber nicht minder bunte Themen setzten andere Zünfte. Einer der Höhepunkte war der Wagen der Bräntezunft Kappel. Mit RIP (rest in peace) – zu Deutsch, Ruhe in Frieden – setzten auf das Thema rund um den Tod. «1979-2020» stand auf dem Grabstein. War es also die Abschiedsvorstellung der Bräntezunft? «Mir höre noni uf», winkte ein Totengräber ab. Die Egerkinger um Chräiemuetter Jackie I. waren mit ihrer «Fiesta Mexicana» und den an der Fasnacht stets beliebten Sombreros zu Gast. Der FC Wolfwil feierte sich zum 90. Geburtstag mit eingängigen Schlagertönen selbst: «Die Hütte bebt auch dieses Jahr», ihr Motto. Die Narrenzunft aus Walliswil brachte ein überdimensioniertes Radio mit und liess ebenso wie die Youngbipp’s Oberbipp 90er-Sound durch Wolfwils Gassen dröhnen. Die Fasauke-Zunft Niederbipp richtete gross mit schwarzem Konfetti und fuhr eine imposante Dampflok aus.